Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg
| Caritas-Krankenhaus St. Josef | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Trägerschaft | Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V. | |||||
| Ort | Regensburg
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| Bundesland | Bayern | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 49° 0′ 23″ N, 12° 7′ 5″ O
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| Geschäftsleitung/Medizinisch-Ärztliche Direktorin | Sylvia Pemmerl | |||||
| Versorgungsstufe | Schwerpunktversorgung | |||||
| Betten | 325 | |||||
| Mitarbeiter | ca. 1.500 | |||||
| Fachgebiete | 10 | |||||
| Gründung | 1950 | |||||
| Website | csj.de | |||||
| Lage | ||||||
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Das Caritas-Krankenhaus St. Josef im Stadtosten von Regensburg ist ein modernes Schwerpunktkrankenhaus mit rund 30 Kliniken<ref>Kliniken Caritas-Krankenhaus St. Josef. Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref> und zertifizierten Zentren<ref>Zentren Caritas-Krankenhaus St. Josef. Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>, etwa 1.500 Mitarbeitenden und jährlich über 80.000 behandelten Patientinnen und Patienten. Die Klinik ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg sowie Standort der Lehrstühle für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Schwerpunkt Gynäkologie) sowie Urologie der Universität Regensburg. Träger ist der Diözesan-Caritasverband Regensburg e. V.<ref>Der Caritas-Verband. In: csj.de. Caritas Krankenhaus St. Josef, abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>
Geschichte
Anfänge und Übernahme durch die Caritas (1948–1952)
Das heutige Krankenhaus geht auf ein 1948 eingerichtetes Krankenhaus der International Refugee Organization (IRO) zurück, das auf dem Gelände der 1936 erbauten Von-der-Tann-Kaserne für chronisch kranke Displaced Persons betrieben wurde.<ref></ref>
Am 1. Oktober 1950 übernahm der Diözesan-Caritasverband Regensburg das Gebäudeensemble vom Freistaat Bayern. Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Haus über rund 300 Betten in zwei zweigeschossigen Blöcken ohne eigene OP-Einrichtung, medizinische Geräte und mit überwiegend einfachen Mehrbettzimmern. Die pflegerische Betreuung erfolgte durch die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz (Eger).<ref name="CS002">Wir feiern 75. 75 Jahre Kompetenz. Menschlichkeit. Gemeinschaft. In: csj.de. Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg, abgerufen am 3. Dezember 2025.</ref>
Anfang der 1950er Jahre entstanden die ersten Fachabteilungen<ref></ref> sowie eine Röntgen-, Labor- und Physiotherapieeinheit. 1952 wurde im ehemaligen Kinosaal der Kaserne eine eigene Krankenpflegeschule<ref></ref> eingerichtet.
Erste Ausbauphase und Modernisierung (1959–1970)
Zwischen 1959 und 1961 wurde das Krankenhaus baulich erweitert. Die beiden Patientenblöcke wurden verbunden, die Bettenkapazität wuchs.<ref></ref> Hinzu kamen neue Funktionsbereiche, darunter OP-Räume, physikalische Therapie, Küche, Kapelle und Wäscherei.
Ende der 1960er Jahre entstand ein Erweiterungsbau für ein neues Personalwohnheim in der benachbarten Runtingerstraße, in den auch die Krankenpflegeschule umzog. Parallel wurde eine Unfallambulanz aufgebaut.
Aufbau intensiver Medizin und Diagnostik (1970–1985)
1970 nahm die erste Intensivstation des Hauses und zugleich die erste Intensivstation in Regensburg ihren Betrieb auf. Mit der Eröffnung des neuen Dialysezentrums sowie der nephrologischen Abteilung entstand 1971 eine bedeutende Einrichtung für den gesamten ostbayerischen Raum.<ref>Mittelbayerische Zeitung, 10.12.1971, Dialyse-Zentrum im Josefs-Krankenhaus eröffnet</ref>
Gleichzeitig begannen Planungen zur grundlegenden baulichen Neustrukturierung, bedingt durch die Erweiterung der regionalen Versorgungslandschaft mit dem entstehenden Universitätsklinikum Regensburg. Im Jahr 1984 wurde aus der bisherigen Belegabteilung eine eigenständige Hauptfachabteilung für Urologie. Damit bot das Krankenhaus das gesamte Spektrum urologischer Diagnostik und operativer Verfahren an. Die Urologie entwickelte sich in den nächsten Jahrzehnten zu einem wichtigen medizinischen Schwerpunkt.
Generalsanierung und Neubaukomplex (1986–1997)
Im Jahr 1986 begann eine umfassende Generalsanierung. Ein neues Funktionsgebäude mit OP-Trakt, interdisziplinärer Intensivstation, Radiologie, Ambulanzen und großen Pflegeeinheiten entstand und wurde ab 1991 in Betrieb genommen. In den frühen 1990er Jahren folgten ein Mittelbau mit neuem Eingangsbereich sowie neue Pflegebereiche im Süd- und Nordflügel.<ref></ref> 1992/93 entstand die Fachabteilung Plastische Hand- und Wiederherstellungschirurgie, 1994 das Dialysezentrum des Kuratoriums für Hämodialyse (KfH). Die nephrologische Betreuung lag weiterhin bei St. Josef, während die Dialyse im KfH-Zentrum erfolgte. Die Gesamtsanierung wurde 1997 abgeschlossen.
Entwicklung zum Schwerpunkt- und Lehrkrankenhaus (1998–2003)
Das gesamte Krankenhaus wurde Kooperations- und Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg. Im Jahr 2003 schloss der Caritasverband eine Kooperationsvereinbarung mit der Universität Regensburg.<ref>Aus einfachsten Verhältnissen zum onkologischen Spitzenzentrum. In: www.uni-regensburg.de. Universität Regensburg, abgerufen am 19. Februar 2026.</ref> Die Kliniken für Urologie sowie für Frauenheilkunde und Geburtshilfe erhielten im Rahmen des „Regensburger Modells“ den Status einer Universitätsklinik.
Erweiterung medizinischer Schwerpunkte und Zentrenbildung (2004–2012)
In den 2000er Jahren entstanden spezielle Funktionsräume für die Kliniken für Urologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Passend dazu wurde St. Josef als erstes Babyfreundliches Krankenhaus in Bayern von UNICEF/WHO anerkannt.<ref>Zertifizierung. In: www.babyfreundlich.org. Abgerufen am 18. Februar 2026.</ref>
2006 war der Beginn einer Kooperation mit dem Universitätsklinikum Regensburg in der Plastischen Chirurgie. 2010 wurde St. Josef als Kontinenz- und Beckenbodenzentrum durch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft sowie als Darmkrebszentrum und Prostatakarzinomzentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) ausgezeichnet. 2011 folgte der Zusammenschluss der bestehenden Krebszentren, darunter Brustzentrum, Gynäkologische Krebszentrum, Darm- und Prostatakarzinomzentrum, St. Josef wurde offiziell als Onkologisches Zentrum zertifiziert. 2011 nahm eine neue Intensivstation mit Intermediate-Care-Einheit (IMC) den Betrieb auf. 2012 erfolgte die Gründung der Klinik für Unfallchirurgie mit den Schwerpunkten Akut- und Alterstraumatologie.
Medizinische Innovationen und Infrastrukturprojekte (seit 2013)
2013 wurde der erste DaVinci-Operationsroboter für minimalistische Eingriffe in Betrieb genommen. Im Zuge der engen Kooperation mit dem Universitätsklinikum Regensburg entstand eine Hochschulambulanz für Plastische und Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. 2014 erfolgte die Zertifizierung der Klinik für Unfallmedizin als erstes Alterstraumazentrum Deutschlands.
Seit 2015 entwickelte das Krankenhaus neue medizinische Schwerpunkte, darunter eine Druckkammer für Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO), die als erste ihrer Art in Ost- und Nordbayern betrieben wird. 2016 wurde die neue Zentrale Notaufnahme (ZNA) eröffnet, 2017 der Neubau der Endoskopie abgeschlossen. In den folgenden Jahren investierte das Krankenhaus in moderne Diagnostik, darunter MRT-Technik und digitale Bildgebungssysteme. Mehrere onkologische und chirurgische Schwerpunkte wurden weiterentwickelt und in überregionale Verbünde eingebunden.<ref>Wir feiern 75. In: 75 Jahre Kompetenz. Menschlichkeit. Gemeinschaft. Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>
Generalsanierung
Für das Jahr 2026 ist der Spatenstich zur Generalsanierung der Klinik geplant. In den nächsten 15 Jahren soll das Krankenhaus dabei im Bestand erweitert und modernisiert werden.<ref>Wir bauen Zukunft. Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>
Kennzahlen
Träger des Caritas-Krankenhauses St. Josef ist der Diözesan-Caritasverband Regensburg e.V. Die Klinik verfügt über 325 Betten, rund 30 Kliniken und zertifizierte Zentren. Pro Jahr werden über 80.000 Patientinnen und Patienten behandelt.
Kliniken und Institute
- Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin
- Klinik für Allgemeinchirurgie
- Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Universitätsklinik der Universität Regensburg)
- Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Kardiologie
- Klinik für Innere Medizin, Nieren- und Hochdruckerkrankungen
- Klinik für Plastische und Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
- Institut für Radiologie
- Klinik für Unfallchirurgie
- Klinik für Urologie (Universitätsklinik der Universität Regensburg)
- Zentrale Notaufnahme
Zertifizierte Onkologische Zentren
- Brustkrebszentrum
- Darmkrebszentrum
- Gynäkologisches Krebszentrum
- Uroonkologisches Zentrum (Prostatakrebs, Nierenkrebs, Harnleiterkrebs und Nebennierenkrebs, Harnblasenkrebs, Hodenkrebs und Peniskrebs)
- Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs
Zertifizierte Spezialzentren
- Adipositaszentrum
- Alterstraumazentrum
- Dekubituszentrum
- Fasziitiszentrum
- Harnsteinzentrum
- Kontinenz- und Beckenbodenzentrum
- Traumazentrum
- Zentrum für Brustfehlbildungen
- Zentrum für Lymphchirurgie
- Zentrum für Sakrale Neurostimulation
- Zentrum für Tauch- und Hyperbarmedizin Ostbayern
Universitäre Lehrstühle und Kooperationen
Seit 2003 ist das Caritas-Krankenhaus St. Josef Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg.<ref>Medizinische Fakultät: Akademische Lehrkrankenhäuser. In: uni-regensburg.de. Uni Regensburg, 4. September 2025, abgerufen am 29. Januar 2026.</ref> Im Rahmen des „Regensburger Modells“, einer Vereinbarung zwischen Universität, Universitätsklinikum und Caritas-Krankenhaus, ist St. Josef Standort der Lehrstühle für Urologie sowie für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Schwerpunkt Gynäkologie). Auch darüber hinaus kooperiert das Haus eng mit universitären Einrichtungen in Forschung, Lehre und klinischer Versorgung.
Schwerpunkt: Onkologie und NCT WERA
Das Caritas-Krankenhaus St. Josef hat einen besonderen Schwerpunkt in der Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Gemeinsam betreiben Universitätsklinikum Regensburg (UKR) und Caritas-Krankenhaus St. Josef das Universitäre Onkologische Zentrum (University Cancer Center Regensburg, UCC-R).<ref>Universitäres Onkologische Zentrum UCC Regensburg UCCR. Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref> Das interdisziplinäre Konzept wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) ausgezeichnet. 2016 wurde das CCCO (Comprehensive Cancer Center Ostbayern) von Universitätsklinikum Regensburg und Caritas-Krankenhaus St. Josef ins Leben gerufen.<ref>Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO). Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref> Das CCCO dient als eine zentrale Koordinationseinrichtung für die interdisziplinäre onkologische Krankenversorgung, Forschung sowie Aus- und Weiterbildung im ostbayerischen Raum. 2019 schlossen sich die Comprehensive Cancer Center (CCC) Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg zum Verbund CCC-WERA zusammen, um Forschung und Patientenversorgung zu koordinieren. Als Mitglied der WERA-Allianz ist St. Josef Teil des bayernweit ersten Standorts für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DZKF), des NCT WERA.<ref name=":0">csj.de. In: csj.de. Caritas Krankenhaus St. Josef, Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref>
Ausbildung
Das Caritas-Krankenhaus St. Josef ist Träger der praktischen Pflegeausbildung und steht in direkter Kooperation mit dem angrenzenden PflegeCampus Regensburg. Der PflegeCampus Regensburg ist ein Zusammenschluss von Pflegeschule, Caritas-Krankenhaus St. Josef und Universitätsklinikum Regensburg und seit 2018 zentrale Ausbildungsstätte für Pflegeberufe in der Region. Im Verbund werden theoretische Ausbildung, praktische Krankenpflege und akademische Lehrinhalte gebündelt. Die praktische Ausbildung erfolgt je nach Ausbildungsvertrag in den Abteilungen des Caritas-Krankenhauses St. Josef, im Universitätsklinikum Regensburg sowie in kooperierenden Einrichtungen des Gesundheitswesens.<ref>PflegeCampus. Abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>
Angeboten werden folgende staatlich anerkannte Ausbildungen in der generalistischen Pflege:
- Anästhesietechnische Assistenz (ATA)
- Kaufleute im Gesundheitswesen
- Medizinische Fachangestellte (MFA)
- Medizinischer Technologe für Radiologie (MTR) (m/w/d)
- Operationstechnische Assistenz (OTA)
- Pflegefachhilfe
- Pflegefachperson
Literatur
- Harald Willwerth: Das Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg: seine Geschichte von der Gründung bis heute. Universität Regensburg 1999
Weblinks
- Website
- CCC Allianz WERA
- UCCR Onkologisches Zentrum Regensburg / University Cancer Center Regensburg
Einzelnachweise
<references />