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Strohhut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Canotier)
Datei:Straw hat.jpg
Ein klassischer Strohhut
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Junger Mann mit Florentiner Strohhut

Ein Strohhut ist eine Kopfbedeckung aus Stroh oder anderen als Stroh bezeichneten Materialien, die vor allem zum Sonnenschutz gebraucht wird.

Die Herstellung erfolgt meistens als Strohflechterei, ein Strohhut wird normalerweise geflochten, er kann aber auch aus sogenannten Mottlets,<ref>Natürliche Materialien: Stroh auf hutlexikon.de, abgerufen am 11. März 2017.</ref> mehrere Meter langen Zöpfen aus Stroh (oder auch anderem Material), zusammengesetzt werden. Möglich ist auch eine spezielle Variante aus zusammengenähten Strohhalmen (Halm-Strohhut, Chevalier-Hut, Yeddo).<ref>Der Röhrlihut (Halm-Strohhut) (PDF), auf strohstiftung.ch, abgerufen am 26. April 2018.</ref><ref>Der letzte Strohmann In: Schweizer LandLiebe. Sommer 2011, S. 58–65, auf marcelhuwyler.wordpress.com, abgerufen am 26. April 2018.</ref><ref>Craftsman keeps straw skills alive auf swissinfo.ch, abgerufen am 26. April 2018.</ref> Mit dieser Technik ist es möglich, auch brüchigere Getreide­stroh-Sorten zu verwenden. Die Herstellung erfolgte früher zumeist in Heimarbeit.

Allgemeines

Datei:Die Bauten von Dresden (1878) Illustrationsseite 251a.jpg
Strohhutpresse von 1878

Der Strohhut stellt vielleicht eine der ältesten in Afrika, Asien und Europa gebräuchlichen Kopfbedeckungen dar, deren Form sich zudem in den Jahrhunderten teilweise kaum veränderte. So bildete er die traditionelle Kopfbedeckung des Stammes der Sachsen im 10. Jahrhundert.

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Fredy Budzinski, deutscher Journalist und Radsportler und John Stol, niederländischer Radrennfahrer (r.) mit der typischen „Kreissäge“
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Porträtaufnahme mit Strohhut im Fotostudio in Győr (um 1900)

Eine um 1900 aufgekommene Männermode war der kleine runde Florentiner Strohhut, der wegen seiner Kreisform und seines gezackten Randes auch Kreissäge genannt wurde. Wegen seiner Herkunft von den Seeleuten wurde er im englischen Raum auch Boater, im französischen Canotier oder Matelote genannt. Er gehörte sowohl zur kompletten Sonntagsausstattung des perfekten Gentleman als auch zu den Accessoires bei Bällen und Tanzveranstaltungen. Er ist eine bis heute oft genutzte Kopfbedeckung für US-amerikanische Barbershop-Ensembles. Nicht zu verwechseln ist dieser Strohhut mit dem Florentinerhut für Damen, einem flachen, breitkrempigen Hut, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommerhut beliebt war.

Lindenberg im Allgäu war bis 1945 Zentrum der deutschen Strohhutindustrie, 1913 betrug dort die Jahresproduktion über 5 Millionen Stück.<ref>Deutsche Strohhutindustrie auf lindenberg.de, abgerufen am 18. März 2016.</ref>

Im niedersächsischen Twistringen, südwestlich von Bremen gelegen, gab es bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts eine florierende Strohhutindustrie, von der noch heute Reste bestehen. Das ortsansässige Museum der Strohverarbeitung dokumentiert die Geschichte und Entwicklung dieser Industrie von ihren Anfängen bis in die Gegenwart.<ref>Strohmuseum auf strohmuseum.de, abgerufen am 18. März 2016.</ref> Dort ist auch der größte Strohhut der Welt zu bestaunen, der mit einem Durchmesser von etwa 5,5 Metern ins Guinness-Buch der Rekorde einging; es handelt sich um einen Hut des Typs Kreissäge in zwanzigfacher Vergrößerung.

In Panama wird der Pintao als traditioneller Strohhut getragen.

Verwendete Materialien

Häufig verwendete Stroharten sind:<ref name="Mary">Mary Brooks Picken: A Dictionary of Costume and Fashion: Dover Publications, 1998, ISBN 978-0-486-14160-2.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kopka Hutzubehör (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kopka.de auf kopka.de, abgerufen am 13. März 2016.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Commons: Strohhüte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Strohhut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • Christiane Syré in: Arbeit & Alltag. Industriekultur im Ruhr Museum. 1. Auflage. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2015, ISBN 978-3-86335-821-1, S. 33.

Einzelnachweise

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