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Santander Consumer Bank (Deutschland)

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Logo bis 2018

Die Santander Consumer Bank AG ist ein deutsches Kreditinstitut in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit Unternehmenszentrale in Mönchengladbach. Sie ist eine hundertprozentige Tochter der spanischen Banco Santander S.A.

Die Santander Gruppe gehört mit über 165 Millionen Kunden<ref name="GB Banco Santander 2023">[1] In: santander.com (englisch)</ref> und Präsenz in mehr als 16 Ländern zu den größten Banken der Welt. In Deutschland ist die Bank mit der Santander Consumer Bank AG vertreten. Die Santander Consumer Bank AG weist einen Kreditbestand in Höhe von 32,0 Milliarden Euro auf<ref name="gb2022">Santander Consumer Bank: [2] In: unternehmen.santander.de</ref> und hat rund 3,5 Millionen Kunden.

Das Geschäftsmodell der Santander Consumer Bank AG stützt sich auf drei Säulen: das Privatkundengeschäft, die Kfz-Finanzierung und die Konsumgüterfinanzierung. Die Santander Consumer Bank AG ist die größte herstellerunabhängige Bank im Bereich Auto, Motorrad, und (Motor-)Caravan und unterhält zehn Händler-Vertriebs-Center in den Ballungsräumen Hamburg, Frankfurt, Leipzig, München, Hannover, Berlin, Stuttgart und Mönchengladbach. Das Konsumentenkreditgeschäft konzentriert sich auf die Handelssparten Unterhaltungselektronik, Computer und Möbel.

Die Santander Consumer Bank AG unterhält in Deutschland ca. 189 Filialen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Sämtliche Bankdienstleistungen werden auch direkt via Online- und Telefon-Banking angeboten. Insgesamt beschäftigt Santander in Deutschland mehr als 4.900 Mitarbeiter.

Die Santander Consumer Bank AG ist Mitglied im Cashpool, im Bankenfachverband e. V., in der Bankenarbeitsgemeinschaft e. V. und im Verband deutscher Pfandbriefbanken. Santander ist dem Einlagensicherungsfonds<ref>Abfrage der Sicherungsgrenze der Einlagensicherung In: Bundesverband deutscher Banken e. V.</ref> des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen.

Geschichte

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Historisches Logo

Die Bank wurde 1957 als Curt Briechle KG Absatzfinanzierung vom gleichnamigen Kaufmann in Mönchengladbach als Absatzfinanzierungsgesellschaft für Automobile gegründet. Im Jahr 1968 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und in Bankhaus Centrale Credit AG umfirmiert.

1987 erwarb die spanische Großbank Banco Santander Central Hispano (BSCH) die Bank zu 100 % und benannte sie in CC-Bank AG um. Im Jahr 1988 erwarb die Royal Bank of Scotland 50 % der Aktien der CC-Bank. Im Jahr 1996 kaufte die Santander Central Hispano die Aktien von der Royal Bank of Scotland wieder zurück.

2002 fusionierte die in Köln beheimatete AKB Privat- und Handelsbank mit der CC-Bank AG.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Kölner Hauptverwaltung der AKB am Friesenplatz wurde aufgelöst. Im Jahr 2003 wurde die ebenfalls zur BSCH-Gruppe gehörende Santander Direkt Bank AG aus Frankfurt mit der CC-Bank verschmolzen.

Zum 1. Oktober 2004 wurde der Marktauftritt der Bank an das Corporate Design der spanischen Muttergesellschaft angepasst. Seitdem hieß die Marke Santander Consumer CC-Bank; die offizielle Firmierung lautete zunächst weiterhin CC-Bank AG. Im August 2007 erfolgte die offizielle Umfirmierung im Handelsregister zur Santander Consumer Bank AG.

Am 1. Juli 2008 verkaufte die Royal Bank of Scotland ihre Konsumentenkreditgeschäftseinheit ECF (European Consumer Finance) an die Santander Consumer Finance. Darunter fiel auch die RBS (RD Europe) GmbH mit Niederlassungen in Ratingen (Deutschland), Houten (Niederlande), Merelbeke (Belgien) und Wien (Österreich), die nun organisatorisch zur deutschen Santander Consumer Holding GmbH gehören. Durch den Kauf wurde auch die Handelsmarke ComfortCard in den genannten Ländern übernommen.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Zum 1. Juli 2009 ging die bereits im November 2008 erworbene GE Money Bank GmbH aus Hannover in der Santander Consumer Bank AG auf.

Im Juli 2010 wurde bekannt, dass das deutsche Privatkundengeschäft der SEB an Banco Santander verkauft wird.<ref>Axel Höpner, Hans G. Nagl: SEB-Übernahme: Santander kauft sich ein Sorgenkind In: Handelsblatt vom 12. Juli 2010.</ref> Der Kaufpreis für die 173 SEB-Filialen betrug 555 Millionen Euro. Zum 31. Januar 2011 ging das Privatkundengeschäft mit etwa 1 Million Kunden und etwa 2.400 Mitarbeitern an Santander über und firmiert nun unter Santander Bank – Zweigniederlassung der Santander Consumer Bank AG.

Am 1. Juli 2016 startete die PSA Bank Deutschland GmbH, ein Joint Venture, an dem die Santander Consumer Bank AG zu 50 Prozent beteiligt ist. Die PSA Bank bietet mit den Marken Peugeot Bank und Citroën Bank Autofinanzierungen, Leasingprodukte und Händlereinkaufsfinanzierungen an. Über die PSA Direktbank stehen Einlagenprodukte zur Verfügung.<ref>Christoph Baeuchle: Neustart für PSA Bank Deutschland Partnerschaft mit Santander ermöglicht bessere Konditionen, In: Kfz-Betrieb, 8. Juli 2016, abgerufen am 5. Januar 2017</ref>

Im September 2016 erlangte die Santander Consumer Bank AG die Pfandbrieflizenz. Ende November 2017 hat die Bank erstmals einen Pfandbrief begeben.<ref>Pressemitteilung der Santander Consumer Bank vom 1. Dezember 2017</ref>

2018 vereinheitlicht die Santander Consumer Bank AG ihren Markenauftritt und wird in Deutschland nur noch mit „Santander“ auftreten. Im Zuge dessen wurden die Vertriebsnetze von „Santander Consumer Bank“, „Santander Direkt Bank“ und „Santander Bank“ zusammengelegt.

Unternehmenszentrale und New-Work-Konzept

Da nach der Fusion mit der AKB Bank im Jahr 2002 die Mitarbeiterzahl auf über 1.300 stieg und diese an fünf verschiedenen Standorten in Mönchengladbach arbeiteten, wurde bis Mitte 2007 an der Karmannsstraße in Mönchengladbach eine neue Unternehmenszentrale unter der Adresse Santander-Platz 1 gebaut.

In dem von den Architekten Hentrich-Petschnigg & Partner geplanten Gebäude<ref>Vorlage:Webarchiv Webseite der Architekten Hentrich-Petschnigg & Partner.</ref> arbeiten die Mitarbeiter der Santander Consumer Bank AG mit dem sogenannten New-Work-Konzept. Besprechungsräume für größere Gruppen bzw. kleine Räume, sogenannte „Think Tanks“, für 1 bis 3 Personen dienen der Kommunikation genauso wie „Chillout-Lounges“ oder Kaffeebars.

Zwischen 2013 und 2015 entstand ebenfalls in Mönchengladbach an der Madrider Straße im Nordpark in Sichtweite des Borussia-Parks ein weiterer Gebäudekomplex, der in seiner Form und Aufteilung an die Unternehmenszentrale am Santander-Platz angelehnt ist.<ref>Ralf Jüngermann: So groß wird der Santander-Neubau In: Rheinische Post vom 11. Dezember 2013, abgerufen am 27. November 2015.</ref><ref name="RP20151031">Tim Specks: Santander-Neubau im Nordpark fertig In: Rheinische Post vom 31. Oktober 2015, abgerufen am 27. November 2015.</ref><ref>Von Inge Schnettler: Santander-Neubau ist auf der Zielgeraden In: Rheinische Post vom 6. Juli 2015, abgerufen am 27. November 2015.</ref>

Beteiligungen

Die Santander Consumer Bank AG hält zum Stichtag 31. Dezember 2023 Beteiligungen an folgenden Gesellschaften<ref>Santander Consumer Bank AG Mönchengladbach Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 veröffentlicht im eBundesanzeiger</ref>:

Santander Consumer Leasing GmbH, Mönchengladbach (100 %)

Santander Consumer Technology Services GmbH, Mönchengladbach (100 %)

Santander Consumer Operations Services GmbH, Mönchengladbach (100 %)

Hyundai Capital Bank Europe GmbH, Frankfurt a. M. (51 %)

MCE Bank GmbH, Flörsheim a. M. (90,01 %)

VCFS Germany GmbH, Köln (50 %)

Schufa Holding AG, Wiesbaden (0,55 %)

Engagement

Im globalen Unternehmensbereich Santander Universities unterstützt Santander Studierende und Höhere Bildung weltweit und unterhält Partnerschaften zu mehr als 1.200 akademischen Institutionen in 20 Ländern weltweit, darunter zu den deutschen Universitäten Bremen<ref>Santander unterstützt Uni Bremen In: Universität Bremen vom 4. April 2013, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, Heidelberg<ref>Universität Heidelberg und Santander Universitäten erweitern bisherige Kooperation In: Universität Heidelberg vom 5. Juli 2013, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, Köln<ref>Santander und Universität zu Köln verlängern Kooperation In: Universität zu Köln vom 22. Februar 2016, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Humboldt-Universität zu Berlin<ref>Vorlage:Webarchiv In: Humboldt-Universität zu Berlin, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Freien Universität Berlin<ref>Santander fördert die Freie Universität Berlin In: Freie Universität Berlin, vom 25. Mai 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018</ref>, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf<ref>Santander unterstützt die Heinrich-Heine-Universität: Stiftungs-Juniorprofessur und Vergabe von Deutschlandstipendien vereinbart In: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vom 4. September 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018</ref>, der Justus-Liebig-Universität Gießen<ref>Pertnerschaft von Santander Universitäten und der Justus-Liebig-Universität Gießen In: Justus-Liebig-Universität Gießen, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Goethe-Universität Frankfurt<ref>Santander sagt weitere Unterstützung für Goethe-Uni zu In: Goethe-Universität Frankfurt vom 11. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Georg-August-Universität Göttingen<ref>Universität Göttingen und Santander Consumer Bank verlängern Zusammenarbeit In: Georg-August-Universität Göttingen vom 16. Dezember 2016, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster<ref>Gemeinsam für Internationalisierung In: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Universität des Saarlandes<ref>Partnerschaft Universität des Saarlandes In: Universität des Saarlandes, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Eberhard Karls Universität Tübingen<ref>Vorlage:Webarchiv In: Eberhard Karls Universität Tübingen vom 29. November 2013, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Technischen Universität Dresden<ref>Vorlage:Webarchiv In: Technische Universität Dresden vom 21. Dezember 2016, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>, der Technischen Universität München<ref>Santander and TUM School of Management sign cooperation contract In: Technische Universität München vom 5. April 2017, abgerufen am 20. Juli 2017</ref> sowie der Hochschule Niederrhein<ref>Hochschule Niederrhein und Santander Consumer Bank AG erneuern Kooperationsvereinbarung In: Hochschule Niederrhein vom 9. Oktober 2014, abgerufen am 20. Juli 2017</ref>. Darüber hinaus ist Santander Universitäten Premium-Partner des Deutschen Hochschulverband<ref>Vorlage:Webarchiv In: Deutscher Hochschulverband, abgerufen am 4. Dezember 2018</ref> und Partner des Stifterverband für die deutsche Wissenschaft.<ref>Erste Santander Junior-Stiftungsprofessur bei den Kölner Rechtswissenschaften In: Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, abgerufen am 23. Januar 2024</ref>

Kritik

Die Santander Consumer Bank AG ist kein Mitglied im Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes und somit nicht an Tarifverträge gebunden. Bei Santander herrscht nach Gewerkschaftsangaben ein „Wildwuchs von unterschiedlichen Vergütungen“, der in den letzten Jahren durch die Zukäufe von Banken entstanden sei.<ref>Vorlage:Webarchiv – Web-Dossier des ver.di-Fachbereichs Banken.</ref> Knapp ein Drittel der Arbeitnehmer seien in einer hauseigenen Leiharbeitsfirma und ausgelagerten Tochtergesellschaften beschäftigt.<ref name="verdi_Reinbrecht" /> Laut Jörg Reinbrecht vom ver.di-Fachbereich Finanzdienstleistungen gebe es „sogar Beschäftigte, die nur auf Provisionsbasis arbeiten, ganz ohne Festgehalt. Sie arbeiten in kleinen Filialen, die nur Kredite verkaufen, nichts anderes“.<ref name="verdi_Reinbrecht" /> Die Bank bestreitet dies.

Die Gewerkschaft ver.di verhandelte seit Februar 2012 mit Santander über einen Haustarifvertrag. Insbesondere die von SEB übernommenen Beschäftigten forderten die Weitergeltung ihres Tarifvertrags für alle Santander-Mitarbeiter.<ref name="verdi_Reinbrecht">Vorlage:Webarchiv In: Ver.di PUBLIK 06/2012.</ref> Im April 2013 kam es nach 14 Monaten Verhandlungsdauer zu einer Einigung zwischen Santander und ver.di. Für die Beschäftigten in den Filialen trat rückwirkend zum 1. April 2013 ein Tarifvertrag in Kraft.<ref name="verdi_tarif">Vorlage:Webarchivver.di-Fachbereich Banken</ref> Für die Beschäftigten in den Hauptverwaltungen gilt weiterhin kein Tarifvertrag; die Santander Consumer Bank hat sich für 2014 zu Tarifverhandlungen mit ver.di verpflichtet.<ref name="verdi_tarif" />

Santander rückte im Frühjahr 2012 vom kostenlosen Girokonto ab und verlangte von einem Teil der Kunden wieder Kontoführungsgebühren.<ref>Girokonto: Banken erhöhen heimlich die Gebühren In: Handelsblatt, 18. Oktober 2012.</ref> Die Information der betroffenen Kunden wurde als Marketingaktion verpackt.<ref>Banken verabschieden sich von ihren Gratis-Konten In: Die Welt vom 22. Oktober 2012.</ref><ref>Das Märchen vom kostenlosen Konto In: Die Welt vom 21. November 2012.</ref> Die Bank bietet inzwischen wieder das kostenlose Girokonto ohne Bedingungen Santander BestGiro an.<ref>Nur noch zehn Banken bieten überregional kostenlose Girokonten an In: Handelsblatt, 16. August 2021.</ref>

In einem Urteil vom November 2012<ref>LG Mönchengladbach – Urteil vom 26. November 2012 – Az. 8 O 62/12 In: Openjur, 26. November 2012.</ref> sah das Landgericht Mönchengladbach in der Vorgehensweise der Bank eine Irreführung der Kunden,<ref>Jan Drebes: Was Bankkunden bei kostenfreien Girokonten beachten müssen In: Rheinische Post, 21. Dezember 2012.</ref> eine Vertragsänderung bedürfe der ausdrücklichen Zustimmung des Kunden.<ref>Bank darf Gratis-Konto nicht einfach umstellen In: Handelsblatt, 29. November 2012.</ref>

Verbraucherschützer kritisieren außerdem unzulässige Gebühren für Kredite.<ref>Elisabeth Ihme: Vorlage:Webarchiv, MDR Info, 16. April 2013.</ref><ref name="guterRat">Vorlage:Webarchiv In: Verbraucher-Magazin Guter Rat vom 12. Oktober 2012.</ref> So verlange Santander bei Ratenkrediten Bearbeitungsgebühren in Höhe von bis zu 3,5 Prozent der Kreditsumme.<ref>Wie Kunden beim Kredit Tausende Euro sparen: Vorsicht vor den versteckten Gebühren In: Handelsblatt, 20. Dezember 2011.</ref><ref name="380C33/12">Amtsgericht Offenbach: Vorlage:Webarchiv (PDF; 1,9 MB) Urteil zu einem Santander-Kreditvertrag.</ref> Inzwischen liegen wegen Kreditbearbeitungsgebühren mehrere Gerichtsurteile auch gegen Santander vor.<ref name="380C33/12" /> Verbraucherschützer haben wegen der Vielzahl der Betroffenen eine Schutzgemeinschaft für Bankkunden organisiert, die in 150 Fällen bereits Klagen gegen Banken zur Rückzahlung der Gebühren erhoben hat.<ref>Kreditbearbeitungsgebühren: Banken in der Schuld In: Stiftung Warentest, test.de, 17. Januar 2013.</ref>

Verbraucherschützer kritisierten 2015 unberechtigte und unzulässig hohe Gebühren für Adressermittlungen, Mahnungen und geplatzte Lastschriften.<ref>Tobias Lill: Hohe Bankentgelte: Geringverdiener in der Gebührenfalle In: Spiegel Online, 7. Mai 2015.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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