Das Walfang-Fabrikschiff C.A. Larsen entstand 1926 durch Umbau aus dem Tanker San Gregorio. Das einzige Fabrikschiff mit einer Aufschleppe für Wale im Bug überlebte den Zweiten Weltkrieg und wurde ab 1945 wieder als Walfang-Mutterschiff mit dem Namen Antarctic eingesetzt. 1952 wurde sie wieder in einen Tanker umgebaut und ab 1954 abgebrochen.
Baugeschichte
Das Schiff entstand als zweites Tankschiff der San-Fraterno-Klasse 1913 auf der Werft Swan Hunter in Wallsend. Die zehn Schiffe der Klasse galten bei ihrer Fertigstellung als größte Tankschiffe weltweit. Sie verfügten über 24 Ladetanks, die mit Längs- und Querschotten unterteilt waren. Die Tanks waren mit Heizschlangen beheizbar, um auch zähflüssige Öle transportieren zu können. Die für die Eagle Oil Transport Company gebauten Schiffe sollten vor allem Treiböl für die in der Umstellung von Kohle- auf Ölfeuerung stehende Royal Navy aus Mexiko nach Europa transportieren. Die im Juli 1913 vom Stapel gelaufene San Gregorio<ref>Zeitungsausschnitt aus The Mercury vom 5. August 1913 (englisch)</ref> kam im Juli 1913 als zweites Schiff der Klasse in Dienst.
Nach Kriegsende wurde die San Gregorio wie ihre überlebenden Schwesterschiffe für die Royal Dutch Shell eingesetzt.
Umbau zur Walfangfabrik
Als erster großer Öltanker wurde die San Gregorio 1926 auf der norwegischen Werft Fredrikstad MV zu einem Walfang-Fabrikschiff umgebaut. Sie hatte eine Ladekapazität von 60 000 Barrel Walöl und alle Einrichtungen zur Verarbeitung von Walen zu Walöl an Bord. Im Bug hatte sie eine Aufschleppe, um die von ihren Fangbooten erjagten Wale an Bord zu nehmen und dann die Verarbeitung an Bord durchführen zu können. Alle bislang eingesetzten Walfangfabrikschiffe bis auf die 1925 für die Gesellschaft A/S Globus in Larvik in Dienst gekommene Lancing (1898, 7866 BRT) hatten die Zerlegung der Wale (das Flensen) außenbords durchgeführt, was eine ruhige See für die Verarbeitung der Wale verlangte und auch dann noch sehr gefährlich war. Die Aufschleppe wurde im Bug installiert, um bestehende Patente für eine Heckaufschleppe wie bei der Lancing zu umgehen. Diese Installation erwies sich als nicht optimal und wurde daher auch bei keinem anderen Walfangfabrikschiff wiederholt.
Der Umbau bei der Fredrikstad MV erfolgte im Auftrag der A/S Rosshavet von Johan Rasmussen und Magnus Konow aus Sandefjord. Bei Fertigstellung erhielt die ehemalige San Gregorio den Namen C.A. Larsen nach dem am 8. Dezember 1924 als Kapitän der Sir James Clark Ross im Rossmeer verstorbenen Carl Anton Larsen, einem der Gründer der A/S Rosshavet.
Vier weitere Schwesterschiffe der San Fraterno-Klasse wurden in der Folgezeit ab 1928 auch zu Fabrikschiffen umgebaut. Die San Lorenzo und die San Nazario gingen an Walfanggesellschaften der Thor-Dahl-Gruppe und wurden in Ole Wegger und Thorshammer umbenannt, die San Jeronimo und San Patricio wurde in die Fabrikschiffe Southern Empress und Southern Princess der zum Unilever-Konzern gehörigen Southern Whaling Company umgebaut.
Die C.A. Larsen wurde mit einer britischen Lizenz zusammen mit dem anderen Mutterschiff der Gesellschaft, der Sir James Clark Ross (1905, 1923 umgebaut, 8173 BRT) im Bereich des Rossmeeres eingesetzt. Als Basis diente der Gesellschaft die neuseeländische Bucht {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}/{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} von Stewart Island, wo eine kleine Basis unterhalten wurde und die Fangboote im Südwinter zur Überholung zurückgelassen wurden, während die Fabrikschiffe nach Norwegen zurückmarschierten, um das produzierte Walöl zu verkaufen.
Mit dem neuen Schiff begann auch die Beschaffung neuer Fangboote, zur Fangsaison 1926 war mit der Star VIII allerdings nur ein Boot bei Nylands fertiggestellt.<ref>Walfänger Star VIII, 240 BRT</ref>
Man setzte daher Fangboote aus anderen, auch von Rasmussen kontrollierten Walfanggesellschaften ein und mietete Boote anderer Gesellschaften an, wie die 1912 bei Akers gebauten Walfänger Karrakata<ref>Walfänger Karrakatta, später Star III, dann Polar IV, 179 BRT</ref> und Pagodroma der Gesellschaft Ocean, die zur Zeit auflagen.<ref>Geschichte der anfangs geliehenen Walfänger Karrakata und Pagodroma stp-norway.com, Memento von archive.org am 24. September 2015, abgerufen am 26. Dezember 2020 (englisch)</ref>
Am 21. Februar 1928 lief die voll beladene C.A. Larsen mit der Rekordausbeute von 78.400 Barrel Walöl<ref>Tønnessen, S. 352.</ref> innerhalb von 15 Wochen beim Rückmarsch auf einen Felsen im {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}/{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} auf. Sie schaffte es, aus eigener Kraft wieder freizukommen, und wurde in flachem Wasser im Schutz von Ulva Island provisorisch repariert. Sie hatte nur wenig Walöl verloren. Sie gab ihre Ladung an den Motortanker Spinanger<ref>MT Spinanger, 12.1927 von F. Schichau, Danzig, 7429 BRT, 11 070 tdw, 134,1 m lang, 17,4 m breit, 3200 PS-Diesel, 11 kn</ref> ab und ging im April ins Dock in Port Chalmers zur Reparatur.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20090407084151
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}} (engl.)</ref> Auf der nächsten Fangreise wurde die C.A. Larsen von einem Wissenschaftler begleitet,<ref>Headland, S. 282.</ref> der die Expedition als Beauftragter der australischen Regierung begleitete und wissenschaftliche Erhebungen zum Auftreten der Wale machte. Am Ende der Fangsaison verlor die Expedition den Walfänger Pagodroma<ref>Walfänger Pagodroma, 179 BRT</ref> am 28. Februar 1929, dessen Rumpf im Eis des Rossmeeres schwer beschädigt worden war und der auf dem Rückmarsch nach Steward Island sank. Das Mutterschiff konnte die gesamte Besatzung an Bord nehmen. Dies war der einzige Schiffsverlust der Gesellschaft im Frieden.
Als Folge des 1935 ergangenen Verbots, norwegische Walfangfabrikschiffe ins Ausland zu verkaufen, kam es 1936 zur Vermietung zweier derartiger Schiffe, der Skytteren und der C.A. Larsen.<ref>Tønnessen, S. 443.</ref> Die C.A. Larsen wurde dabei mit ihren sechs Fangbooten erst der neuen Walfanggesellschaft A/S Blaahval unter Geschäftsführer Jørgen Krag pro forma verkauft, die dann diese Flotte für vier Jahre an die deutsche Margarine-Rohstoff Beschaffungsgesellschaft vermietete (sog. bare boat carter), die an der Betreibergesellschaft einen 40-prozentigen Anteil besaß.<ref>Tønnessen, S. 444.</ref> Bis zur Saison 1938/1939 blieb die C.A. Larsen für die Deutschen im Einsatz, die den Einsatz der beiden gemieteten Fabrikschiffe und der 1938 angekauften Fabrikschiffe Südmeer und Wikinger sowie der vier Fangflotten durch das 1936 gegründete Hamburger Walfang-Kontor (GmbH) koordinierten.
Bei den Walfängern Hval 1 bis Hval 7 der C.A. Larsen handelte es sich um die ehemaligen Star X,<ref>Der Walfänger Star X (dann Hval 1) 1927, Kaldnæs MV, Tønsberg, 223 BRT</ref> Star IX,<ref>Der Walfänger Star IX (dann Hval 2), 1927, Jarlsø Værft, Tønsberg, 223 BRT</ref> Star XI,<ref>Der Walfänger Star XI (dann Hval 3), 1928, Nylands MV, Oslo, 246 BRT</ref> Star II,<ref>Der Walfänger Star II² (dann Hval 4), 1929, Nylands MV, Oslo, 248 BRT</ref> Star XII,<ref>Der Walfänger Star XII (dann Hval 5), 1929, Nylands MV, Oslo, 248 BRT</ref> Star XV<ref>Der Walfänger Star XV (dann Hval 6), 1929, Nylands MV, Oslo, 248 BRT</ref> und Star XVII.<ref>Der Walfänger Star XVII (dann Hval 7), 1930, Nylands MV, Oslo, 249 BRT</ref> Die Hval 1 wurde 1938 an de A/S Kosmos als KOS III abgegeben und durch die Hval 7 ersetzt. Dazu kamen mit Wal 8 und Wal 9 noch zwei deutsche Neubauten von 340 BRT der Seebeck-Werft.
Kriegseinsatz
Im Herbst 1939 machte sich die norwegische Walfangflotte trotz des Ausbruchs des Krieges auf den Weg zur neuen Fangsaison in die Antarktis, die von Deutschland gecharterten Schiffe blieben jedoch in Norwegen. Die norwegische Marine kaufte anschließend das Walfangschiff Hval II, das als Patrouillenschiff auf offener See im Oslofjord und im Skagerrak eingesetzt wurde.
Im Mai 1940 beschlagnahmte die deutsche Marine die in Norwegen gelagerte C.A. Das Schiff wurde bei Tønsberg gekapert und bis Kriegsende als Außenposten Lorraine in norwegischen Gewässern eingesetzt. Dasselbe Schicksal ereilte die Hval 3, Hval 4, Hval 6 und Hval 7, die bereits bei der norwegischen Marine im Einsatz waren. Während der Besetzung Norwegens wurden sie von der deutschen Marine erbeutet und unter den Namen Hval 3, Husar, Jäger und Warthegau als Patrouillenboote eingesetzt. Nur „Hval 5“ entkam nach Großbritannien und kam am 18. Juni 1940 in Rosyth an. Auch dieses Schiff wurde als Minensuchboot eingesetzt und überlebte den Krieg.
Im November 1941 wurde Lorraine nach Kirkenes versetzt. Anschließend wurde das Schiff weiter bewaffnet und als Kanonenboot eingesetzt.
Von Februar 1942 bis Juli 1944 war das Schiff in Tromsø und Altafjord stationiert, bevor es nach Trondheim verlegt wurde. Lorraine war am Ende des Krieges in Lofjord.
Alle fünf überlebten den Krieg und wurden anschließend erneut als Walfangboote eingesetzt, kamen jedoch nie wieder in antarktische Gewässer. Einige wurden an Larsen verkauft und als Versorgungstanker in Norwegen eingesetzt.
Erneut Walfangmutterschiff als Antarctic
Die C.A. Larsen überlebte den Zweiten Weltkrieg und wurde im Juni 1945 an die neue, in Tønsberg beheimatete norwegische Firma A/S Antarctic mit Manager Anton von der Lippe abgegeben, die sie nach einer Grundreparatur in der Werft Framnæs M.V. 1945 unter dem Namen Antarctic einsetzte.<ref>Von 1928 bis 1934 hatte das zum Walfabrikschiff umgebaute KühlschiffOpawa diesen Namen geführt, das 1934 als erstes Walfangfabrikschiff nach Japan verkauft wurde und dort unter den Namen Antarctic Maru und Tonan Maru bis 1940 im Einsatz war und 1943 durch ein amerikanisches U-Boot versenkt wurde. (1928 Fabrikschiff Antarctic (1))</ref> Das Fabrikschiff wurde unter seinem neuen Namen bis 1952 im Südpolarmeer eingesetzt. Seine erste Nachkriegsreise begann am 5. Dezember 1945, und von der letzten Fangfahrt kehrte es am 21. April 1952 nach Norwegen zurück.
Da keine Gewinne mehr als Walfabrik erzielt werden konnten, wurde die ehemalige C.A. Larsen 1952 bei den Kieler Howaldtswerken zu einem Tanker von 10.776 BRT und 15.993 tdw umgebaut, aber schon ab 1954 in Hamburg abgebrochen.
Literatur
Joh. N. Tønnessen, Arne Odd Johnsen: The History of Modern Whaling, University of California Press (1982), ISBN 0-520-03973-4
Ian B. Hart: Whaling in the Falkland Islands Dependencies 1904-1931: A History of Shore and Bay-based Whaling in the Antarctic. Pequena, 2006, ISBN 0-9552924-0-9
R. K. Headland: Chronological List of Antarctic Expeditions and Related Historical Events, Cambridge University Press, ISBN 0-521-15868-0