Burkersdorf (Frauenstein)
Burkersdorf Stadt Frauenstein
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(743)&title=Burkersdorf 50° 49′ N, 13° 29′ O
{{#coordinates:50,816388888889|13,486388888889|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Burkersdorf | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 552 m | |||||
| Fläche: | 17,65 km² | |||||
| Einwohner: | 743 (9. Mai 2011)<ref>Kleinräumiges Gemeindeblatt für Frauenstein, Stadt. (PDF; 0,23 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 30. Januar 2015.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 42 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. März 1994 | |||||
| Postleitzahl: | 09623 | |||||
| Vorwahl: | 037326 | |||||
Lage von Burkersdorf in Sachsen
| ||||||
Burkersdorf ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Frauenstein im Landkreis Mittelsachsen.
Geografie
Lage
Das Waldhufendorf Burkersdorf liegt etwa 12 Kilometer südöstlich von Freiberg im Erzgebirge. Die Ortslage erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über 4,5 Kilometer. Östlich des Ortes liegt der 633 m ü. NN hohe Turmberg, westlich der 617 m ü. NN hohe Burgberg. Durch den Ort führt die Staatsstraße 208 Naundorf–Bienenmühle, im Süden quert die S 184 Freiberg–Rehefeld-Zaunhaus die Ortslage.
Nachbarorte
| Oberbobritzsch | Friedersdorf | |
| Lichtenberg | Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt | Kleinbobritzsch |
| Dittersbach | Frauenstein |
Geschichte
Im 12. Jahrhundert als Waldhufendorf gegründet, wurde Burkersdorf 1335 als Burkarttisdorf erstmals urkundlich erwähnt. Der Name geht auf den Personennamen Burghard zurück und bedeutet Dorf eines Burghard.<ref>Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band I, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, S. 129.</ref>
- Ortsnamenformen
- 1335 Burkarttisdorf
- 1337 Burkarcdorf
- 1445 Borkartßdorff, Borckerstorff
- 1501 Burgerstorff
- 1512 Burckarstorff
- 1540 Burckersdorff
- 1581 Burgkersdorff
- um 1600 Burckersdorf
- 1791 Burckersdorf
August Schumann nennt 1814 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Burkersdorf betreffend u. a.:
„Es ist eins der stärksten Amtsdörfer [des Amtes Frauenstein] und dessen Fluren sind weniger gebirgig als die der mehresten anderen Dörfer dieses Amts. Es hat eine Pfarrkirche […] 119 Häuser, 2 Mühlen mit 3 Gängen, an 900 Einwohner, 59½ Magazin- 61 Spann- und 68¼ Marschhufen.“<ref>Burkersdorf. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band. Schumann, Zwickau 1814, S. 604.</ref>
Albert Schiffner ergänzt 1828 u. a.:
„[…] hat (für hiesige Landeart) guten, besonders zu dem starken Flachsbau trefflich passenden Boden, auf welchen auch die zahlreichen Schneller (kleine Kalköfen) der Bauern berechnet sind.“<ref name="Schiffner">vgl. Burkersdorf. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 15. Band. Schumann, Zwickau 1828, S. 47–49.</ref>
Weiterhin nennt er ein Wirtshaus und eine Schmiede unweit der Wasserscheide Gimmlitz–Bobritzsch, eine Mahl- und Brettmühle an der Gimmlitz sowie ein Erblehngericht.<ref name="Schiffner" />
Mit Eröffnung der Schmalspurbahn Klingenberg-Colmnitz–Frauenstein erhielt der Ort am 15. August 1898 mit der Station „Burkersdorf (b Frauenstein)“ Eisenbahnanschluss. Zum 1. Juni 1969 wurde der Güterverkehr endgültig eingestellt, der Personenverkehr folgte nach einem Betriebsunfall am 21. Oktober 1971. Die Gleisanlagen wurden später rückgebaut.<ref>Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 3. Januar 2013.</ref>
Durch den Bau der Talsperre Lichtenberg 1966–1974 hat sich im Gimmlitztal die bebaute Ortslage um etwa 500 Meter verkürzt und die Einwohnerzahl dadurch verringert.
Burkersdorf ist bis heute landwirtschaftlich geprägt und verzeichnet keine Industrie. Die landwirtschaftlichen Flächen werden größtenteils von der Agrargenossenschaft e. G. bewirtschaftet, übrige von Privatpersonen.
Zum 1. März 1994 wurde Burkersdorf nach Frauenstein eingemeindet.<ref>Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen. S. 20. (PDF; 64 kB), abgerufen am 20. März 2010.</ref>
Entwicklung der Einwohnerzahl
|
|
|
Kirche
Die Kirche Burkersdorf (Frauenstein) ist eine im Kern romanische Kirche, die um 1500 umgebaut wurde. Sie enthält einen bedeutenden spätgotischen Schnitzaltar und eine reiche barocke Innengestaltung.
Persönlichkeiten
- Friedrich Gotthilf Freitag (1686–1761), Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer
Literatur
- Burkersdorf. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 1. Band. Schumann, Zwickau 1814, S. 604.
- Burkersdorf. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 15. Band. Schumann, Zwickau 1828, S. 47–49.
- Gemeinde Burkersdorf (Hrsg.): Ortschronik 1333–1991 der Gemeinde Burkersdorf im Erzgebirge. Burkersdorf 1993.
- Richard Steche: Burkersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 10.
Einzelnachweise
<references />