Burgruine Rosenau
| Burgruine Rosenau | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
Die Burgruine Rosenau | ||||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Ort | Königswinter | |||||
| Entstehungszeit | um 1222 | |||||
| Burgentyp | Höhenburg | |||||
| Erhaltungszustand | Mauerreste | |||||
| Ständische Stellung | Niederadel, Klerikale | |||||
| Bauweise | Trachyt | |||||
| Geographische Lage | 50° 41′ N, 7° 14′ O
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Die Burgruine Rosenau steht auf dem Berg Rosenau, auch Große Rosenau (322,1 m ü. NHN)<ref>Angabe laut Digitalem Geländemodell und Digitaler Topographischer Karte 1:25.000 (abrufbar im Kartendienst TIM-online)</ref>, im Naturpark Siebengebirge in Nordrhein-Westfalen. Sie befindet sich auf dem Stadtgebiet von Königswinter zwischen dem Nonnenstromberg und dem Großen Ölberg.
Geschichte
Es ist bis heute nicht bekannt, wann die Höhenburg errichtet wurde. Wahrscheinlich gehörte sie dem Kölner Erzbistum, denn die Anlage passte gut in dessen Burgensystem, das mit der Burg Rolandseck, der Godesburg, der Burg auf dem Drachenfels und der Wolkenburg die Südflanke des Erzstiftes schützte.
In einer Urkunde vom 27. Februar 1222 werden die Burganlage Rosenau und ihr damaliger Besitzer Dietrich erstmals erwähnt. Dietrich von Dorndorf entstammte dem niederen Adel und nannte sich seit jener Zeit nach der Burg, deren Herr er war, auch Dietrich von Rosenau (Dietrich von Rosenouwe). Nach seinem Tod verkaufte seine Witwe Agnes die Rosenau im November 1243 an das Kloster Heisterbach. Im Vertrag wurde dem neuen Eigentümer ausdrücklich das Recht auf Zerstörung der Burg zugesichert, was ein sehr ungewöhnlicher Vorgang war.
Nachdem im Jahre 1249 ein zweiter Verkaufsvertrag geschlossen wurde, weil eine Schwiegertochter der Agnes von Rosenau Einspruch erhoben hatte, wurde die Burg um 1250 durch das Kloster Heisterbach zerstört. Die Steine wurden vermutlich wiederverwendet und kamen als Baumaterial an den Klostergebäuden zum Einsatz.<ref>J. Göbel, C. Schwabroh: Untersuchungen an der Burg Rosenau. S. 125.</ref>
1885 zählte der nahe der Burgruine gelegene Wohnplatz Rosenau 20 Einwohner in drei Gebäuden.<ref name="gemeindelexikon">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1885</ref> In der Zeit von 1896 bis 1898 ließ der damalige Eigentümer Anselm Bachem auf dem Areal ein Hotel errichten; die Baumaterialien wurden über ein im Mai 1896 angelegtes Stichgleis von der Heisterbacher Talbahn zur Rosenau transportiert. Der Rohbau des neuen Hotels war bereits Ende November 1896 fertiggestellt, aufgrund des Einsturzes der Westfassade ins Gebäudeinnere konnte es aber erst am 4. Mai 1898 eröffnet werden. Zur besseren Anbindung des Hotels wurde der alte Stenzelberger Karrenweg zur Fahrstraße ausgebaut und am 1. April 1899 freigegeben.<ref>Karl Josef Klöhs: Kaiserwetter am Siebengebirge. Edition Loge 7, Königswinter 2003, ISBN 3-00-012113-7, S. 155.</ref> Bei dem Anlegen von Wegen und dem Bau eines Pavillons wurden 1902 Mauern freigelegt, die der rheinische Provinzial-Konservator Edmund Renard als ein „[…] längliches Rechteck von etwa 18 m Breite und 30 m Länge […]“<ref>Zitiert nach J. Göbel, C. Schwabroh: Untersuchungen an der Burg Rosenau. S. 124.</ref> beschrieb. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 wurde im Zuge einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme eine Autostraße von Heisterbacherrott zur Rosenau errichtet.<ref name="Klein">Ansgar Sebastian Klein: Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus im Siebengebirge. Klartext Verlag, Essen 2008, ISBN 978-3-89861-915-8, S. 473 (zugleich Dissertation Universität Bonn, 2007).</ref> Nachdem das Hotel im Zweiten Weltkrieg am 4. Februar 1944 durch Sprengbomben schwer beschädigt worden war<ref>Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.); Winfried Biesing: Königswinter und das Siebengebirge: Geschichte – Berichte – Gedichte [Heimatbuch-Festschrift 1926–1976]. Königswinter 1976, S. 425.</ref>, ließ der heutige Eigentümer, die IG Bergbau und Energie, das Gebäude 1953 abreißen.<ref>Honnefer Volkszeitung, 21. August 1953, S. 3 (zeitpunkt.nrw)</ref>
Die Burgruine besteht heute aus den bis zu sechs Meter hohen Resten einer Ringmauer aus Trachyt, die sich an der Südseite eines künstlich angelegten Plateaus erheben. Sie wurden 1990/91 mit Hilfe der IG Bergbau und Energie, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Königswinter konservatorisch gesichert.
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Burgruine Rosenau, Luftaufnahme (2015)
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Burgruine Rosenau, Luftaufnahme (Oktober 2015)
Literatur
- Jennifer Göbel, Christian Schwabroh: Untersuchungen an der Burg Rosenau. In: Harald Koschik (Hrsg.): Archäologie im Rheinland 1991. Rheinland Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1326-8, S. 124–126.
- Winfried Biesing: Die Rosenau im Siebengebirge. Eine vergessene Burg. In: Rhein-Sieg-Kreis (Hrsg.): Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 1988. Rheinlandia Verlag, Siegburg 1987, ISBN 3-925551-04-2, S. 128–132.
- Angelika Schyma: Stadt Königswinter (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.). Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 181.
- Edmund Renard: Die Kunstdenkmäler des Siegkreises. Druck und Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1907, S. 155. (=Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 5, Abt. 4, S. 855) (Unveränderter Nachdruck Verlag Schwann-Bagel, Düsseldorf 1984, ISBN 3-590-32120-2) (Internet Archive).
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Rosenau im Siebengebirge in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum
- Rosenau in der privaten Datenbank Alle Burgen.Vorlage:Abrufdatum
- Bildergalerie „Auf der Rosenau“ 1899–2009
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