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Burg Schwarzenbach (Niederösterreich)

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Burg Schwarzenbach
Datei:Burg Schwarzenbach NÖ no-ecke.jpg
Zugang zur Burg an der nordöstlichen Seite

Zugang zur Burg an der nordöstlichen Seite

Alternativname(n) Schloss Schwarzenbach

Feketevár vára (ungarisch)

Staat Österreich
Ort Schwarzenbach
Entstehungszeit um 1200
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Ruine
Geographische Lage 47° 38′ N, 16° 20′ OKoordinaten: 47° 38′ 22″ N, 16° 20′ 25″ O
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Burg Schwarzenbach (Niederösterreich)
Burg Schwarzenbach (Niederösterreich)

Die Burg Schwarzenbach, (ungarisch: Feketevár vára)<ref>Universität Klagenfurt – Eisentruhe mit Ölbildern esterházyscher Besitzungen, 1688, abgerufen am 15. Jänner 2010.</ref> im Erhaltungszustand einer Ruine befindet sich in der gleichnamigen Marktgemeinde Schwarzenbach im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich. Die Burgruine steht unter Denkmalschutz

Lage

Datei:Schwarzenbach Burgberg.jpg
Schlossberg mit Mauerresten
Datei:Schwarzenbach.jpg
Schwarzenbach mit der Lage der Burgruine (links) nahe der (damaligen) Grenze zwischen Österreich und Ungarn
Datei:Fotothek df tg 0004850 Geometrie ^ Architektur ^ Festungsbau ^ Vermessung.jpg
Schloss Schwarzenbach (von Anton Ernst Burkhard von Birckenstein)
Datei:Burg Schwarzenbach NÖ Burgkapelle Zugang.jpg
Eingang zur ehemaligen Burgkapelle

Die Ruine der Höhenburg steht knapp einen Kilometer nordwestlich vom Markt Schwarzenbach auf dem Schlossberg, am Beginn des Schwarzenbachtals.

Die Ruine ist frei zugänglich, allerdings mit Gebüsch verwachsen, der Innenhof ist meterhoch mit Geröll und Mauerresten verfüllt. Eine Tafel beim Eingang warnt vor Einsturzgefahr.

Geschichte

Die Burg dürfte gegen Ende des 12. Jahrhunderts oder zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut worden sein. Urkundlich wird sie 1254 mit castrum Suarchumpah erstmals erwähnt, als sie im Friedensvertrag von Ofen zwischen Béla IV. von Ungarn und König Ottokar II. von Böhmen dem Ungarn zugesprochen wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Transkription des Friedens zu Ofen (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) – Ungarisches Staatsarchiv (Budapest, 3. April 1254), abgerufen am 9. März 2010.</ref>

Im September des Jahres 1337 hatte ein vom Eisenburger und Ödenburger Gespan Leustachius geführtes ungarisches Heer die am Schwarzenbacher Schlossberg stehende Burg Schwarzenbach (ungarisch: Feketevár vára)<ref>Marktgemeinde Schwarzenbach – Geschichte, abgerufen am 8. Jänner 2011</ref><ref>Burg Schwarzenbach. In: burgen-austria.com. Martin Hammerl;, abgerufen am 8. Jänner 2011.</ref> belagert („… in campo ante castrum Swerczenpach …“<ref name="Weltin2003">Maximilian Weltin, Christina Mochty, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber, Ronald Woldron: Wehrbauten und Adelssitze Niederösterreichs. Das Viertel unter dem Wienerwald. Band 2. 2003.</ref>) und noch vor 4. Oktober 1337 eingenommen. Leustachius wird als „castellanus de Sverczenpach“<ref name="Weltin2003"/> eingesetzt („Et si dominus noster rex predictus in castellania pretacta nos mutare disponeret, antequam predictum castrum ad antedictorum ducum manus perveniret, non debemus predictum castrum Sverczenpach alicui alteri castellano assignare …“<ref name="Weltin2003"/>).

1337 sollte Schwarzenbach laut Frieden von Pressburg<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Transkription des Friedens zu Preßburg; Bratislava, am 11. September 1337 (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive), abgerufen am 8. Jänner 2011.</ref> gegen die Burg Anchenstein (bei Pettau) in der Untersteiermark im heutigen Slowenien ausgetauscht werden. Anchenstein kam von Österreich nach Ungarn – aber Schwarzenbach nicht von Ungarn nach Österreich. Erst 1362 wurde Schwarzenbach durch den Frieden von Ofen<ref>Transkription des Friedens zu Ofen; Budaörs, am 10. März 1362. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. Januar 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.arcanum.hu (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> an Österreich übergeben.

Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts wurde die Kapelle im Burghof errichtet. Die Fassade dieses Baus zum Hof besitzt spitzbogige Fensteröffnungen (später teilweise vermauert) für Maßwerkfenster. Der Zugang zur Empore führte über Treppentürmchen, das noch auf 12 Meter Höhe erkennbar ist. Im Kapelleninneren finden sich Ansätze des Kreuzgratgewölbes. Ende des 16. Jahrhunderts erfolgte ein großangelegter Umbau der Burg zum Schloss unter beibehalten der alten Grundmauern. Im Jahr 1680 wurde die Burg von den Esterházys käuflich erworben, in deren Besitz sie sich noch immer befindet.<ref>Marktgemeinde Schwarzenbach – Burgruine Schwarzenbach, abgerufen am 3. Okt. 2009.</ref> Um 1800 wurde die Burganlage als Amtssitz der Esterházys aufgegeben und das einst prächtige Bauwerk verfiel nach und nach.<ref>Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar. Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2, M bis Z. Verlag Berger, Horn/Wien 2003. ISBN 3-85028-365-8. Seiten 2164–2165.</ref>

Weil Steine der Ruine ins Tal rollten, schrieb die Marktgemeinde 2014 der Esterházy-Stiftung eine Sanierung vor, welche wegen voraussichtlichen Kosten von 130.000 Euro beeinsprucht wurde. In der Folge stimmte das Bundesdenkmalamt einem teilweisen Abbruch zu. Die Esterházy-Stiftung hat auch der Marktgemeinde angeboten, ein Hektar Grund mit Ruine gegen zehn Hektar Wald abzutauschen, was die Marktgemeinde ablehnte.<ref>Christoph Weisgram: Abriss in der Ruine Schwarzenbach. Im Ort befürchtet man, dass dadurch der ganze Bau instabil wird. Kronen Zeitung Niederösterreich, 22. Oktober 2016.</ref> 2016 wurde eine Mauer mit einem desolaten Torbogen abgerissen.<ref>orf.at - Ruine Schwarzenbach: Abbruch hat begonnen. Artikel vom 21. Oktober 2016, abgerufen am 21. Oktober 2016.</ref>

Besitzer (sowohl als Lehen als auch privat)

Literatur

  • Felix Halmer: Burgen und Schlösser Bucklige Welt, Semmering, Rax. 1969.
  • Wilfried Bahnmüller: Burgen und Schlösser in Niederösterreich, 2005.
  • Dehio. Niederösterreich südlich der Donau. Verlag Berger, Horn 2003, ISBN 978-3-85028-364-9.
  • Felix Halmer: Niederösterreichs Burgen, 1956.
  • Ilse Schöndorfer: Steine und Sagen – Burgruinen in Niederösterreich, 1999.
  • Gerhard Stenzel: Von Burg zu Burg in Österreich, 1973.
  • Maximilian Weltin, Christina Mochty, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber, Ronald Woldron: Wehrbauten und Adelssitze Niederösterreichs. Das Viertel unter dem Wienerwald. Band 2. 2003.

Weblinks

Commons: Burgruine Schwarzenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Burgen und Schlösser im Industrieviertel