Burg Rauenwörth
| Burg Rauenwörth | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
Lageplan von Burg Rauenwörth (oben) und Burg Neuenstein (unten) auf dem Urkataster von Bayern | ||||||
| Alternativname(n) | Castellum Rau(h)enwerde; Rauhenwörth | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Ort | Walting | |||||
| Entstehungszeit | vor dem 14. Jahrhundert | |||||
| Burgentyp | Niederungsburg | |||||
| Erhaltungszustand | Burgstall, kein aufgehendes Mauerwerk mehr | |||||
| Geographische Lage | 48° 55′ N, 11° 22′ O
{{#coordinates:48,921388888889|11,364222222222|primary
|
dim=200 | globe= | name=Burg Rauenwörth | region=DE-BY | type=building
}} |
| Höhenlage | 376 m ü. NN | |||||
|
| ||||||
Die Burg Rauenwörth, auch Rauhenwörth geschrieben, ist eine abgegangene Niederungsburg im Altmühltal auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Walting im oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Sie befindet sich zwischen dem Waltinger Gemeindeteil Gungolding und dem Kipfenberger Gemeindeteil Arnsberg. Die Anlage wird als Bodendenkmal unter der Aktennummer D-1-7034-0215 im Bayernatlas als „mittelalterlicher Wasserburgstall“ geführt.
Geographische Lage
Es handelte sich um eine Wasserburg auf 376 Metern über Normalnull. Sie stand auf einer durch einen Ringgraben gebildeten Insel der Altmühl.
Geschichte
Das „Castellum Rauhenwerde“ war als Eichstätter Lehen im Besitz der Grafen von Grögling-Hirschberg und kam mit deren Aussterben laut testamentarischer Verfügung von Graf Gebhard VII. vom 8. September 1304 und gemäß Gaimersheimer Schiedsspruch von 1305 mitsamt dem Wildbann in den zugehörigen Wäldern an das Hochstift Eichstätt.<ref>Mader, S. 301; auch: Alfred Wendehorst: Das Bistum Eichstätt: Die Bischofsreihe bis 1535, Band 1. Berlin: Walter de Gruyter GmbH, 2006, S. 126 </ref> Sie scheint danach rasch verfallen zu sein; aufgehendes Mauerwerk ist vermutlich seit Jahrhunderten nicht mehr vorhanden.<ref>Mader, S. 302; Zecherle/Murböck, S. 38</ref> 1289 wird die Wasserburg als „einstige kleine Burg Rauenwerde“ erwähnt.<ref>Tillmann, S. 176 </ref> Die Insellage ging durch Verlandung allmählich verloren; zuletzt waren nur noch leichte Vertiefungen der Grabenanlage erkennbar.<ref name="rauenwoerth">Über die Burg und das Feuchtbiotop auf personenschiffahrt.de</ref>
Als der Landkreis Eichstätt 1987 im Zuge von Natur- und Umweltprogrammen die Wiederherstellung der Insel in Angriff nahm, um sie zu einer Ödfläche und zu einem Feuchtbiotop umzugestalten, fanden im Bereich der durch Luftbilder bekannten ehemaligen Burgbrücke archäologische Sondierungen statt,<ref>Tillmann, S. 173, sowie: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zur zeitlichen Einordnung mittelalterlicher Keramik am Beispiel der Ausgrabungen auf dem Burgstall Rauenwörth im Altmühltal (Oberbayern) ( vom 31. Juli 2007 im Internet Archive)</ref> die neben zahlreicher Keramik des 13. Jahrhunderts Reste von Brückenbalken aus Eiche zum Vorschein brachten. Laut dendrochronologischer Untersuchungen wurden diese Eichen im Jahr 1295 gefällt.<ref name="rauenwoerth" />
Das Feuchtbiotop, das seit seiner Anlage nicht bewirtschaftet wird, darf aus Naturschutzgründen nicht betreten werden.<ref name="rauenwoerth" /> Somit ist das Gelände der ehemaligen Wasserburg nicht zugänglich.<ref>Chronik Gungolding auf walting.com</ref>
Sonstiges
Dem Burgstall südwestlich gegenüber stand auf einem Felsen die 1394 angelegte, nicht zu Ende gebaute bayerisch-herzogliche Burg Nunnenstein/Nonnenstein/Neuenstein.<ref>Sammelblatt HV Eichstätt 92/93 (1999/2000), S. 288; Zecherle/Murböck, S. 38</ref>
Literatur
- Rauenwörth. In: Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken. II Bezirksamt Eichstätt. München: R. Oldenbourg Verlag 1928 (Nachdruck 1982), S. 301f.
- Karl Zecherle und Toni Murböck: Sehenswerte Natur im Kreis Eichstätt. Eichstätt: Landkreis Eichstätt 1982, S. 38
- Andreas Tillmann: Grabungen in der Wasserburg Rauenwörth bei Gungolding: Gemeinde Walting, Landkreis Eichstätt, Oberbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern, 1987, S. 173–176
- Gerd Riedel: Die Ausgrabungen auf dem Burgstall Rauenwörth bei Gungolding, Lkr. Eichstätt. Befunde und Funde. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, 101 (1992), S. 37–133
- Marina Sachenbacher-Palavestra: Tierknochenfunde aus der Wasserburg Rauenwörth bei Gungolding. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, 101 (1992), S. 134–138
Weblinks
- Über die Burg und das Feuchtbiotop auf personenschiffahrt.de
- verschwundene Wasserburg Rauenwörth, Rauhenwört in der privaten Datenbank Alle Burgen.Vorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references />
Schlösser: Schloss Eibwang | Residenz Eichstätt | Sommerresidenz Eichstätt | Schloss Hepberg | Schloss Hexenagger | Schloss Hirschberg | Schloss Hofstetten | Schloss Inching | Schloss Kösching | Schloss Lenting | Schloss Neuenhinzenhausen | Schloss Oberdolling | Schloss Offendorf | Schloss Pfünz | Prandtenhof (Rablbauernhof) | Schloss Sandersdorf | Schloss Schönbrunn | Schloss Titting | Schloss Wackerstein | Schloss Westerhofen
Burgen und Ruinen: Burgruine Adlerstein | Burgruine Altmannstein | Burgruine Arnsberg | Burgruine Brunneck | Burgruine Dollnstein | Burg Erlhof | Burgruine Ettling (Burg Oettling) | Burgruine Hagenhill | Burg Kipfenberg | Burgruine Konstein | Burg Krugsburg (Burg Krußburg) (abgegangen) | Burgruine Mörnsheim | Burg Morsbach (abgegangen) | Burg Nassenfels | Burg Neuenstein (abgegangen) | Burgruine Pfalzpaint | Burg Rauenwörth (abgegangen) | Burgruine Rieshofen | Burgruine Rumburg | Burgruine Rundeck (Burg Stossenberg) | Burgruine Wellheim | Burgruine Wielandstein | Willibaldsburg
Festungen: Fort Prinz Karl
Turmhügelburgen: Burgruine Gensberg | Turmhügel Rothenberg
Herrensitze: Domherrensitz Späthscher Hof
Burgställe (abgegangene unbekannte Burgen): Burgstall Althexenagger | Abschnittsbefestigung Arzberg | Abschnittsbefestigung Auf der Römerburg | Abschnittsbefestigung Brand | Burgstall Bruckhof | Abschnittsbefestigung Burgstall (Altmannstein) | Abschnittsbefestigung Die Kuchel | Burgstall Ettling | Burgstall Harlanden | Burgstall Hubertusfelsen | Abschnittsbefestigung Hünenring | Abschnittsbefestigung Hutsteine | Abschnittsbefestigung Kalkofen | Abschnittsbefestigung Kesselberg | Abschnittsbefestigung Kirchberg | Abschnittsbefestigung Kottingwörth | Burgstall Lenting | Abschnittsbefestigung Mallburg | Burgstall Michaelsberg | Abschnittsbefestigung Mörnsheim | Burgstall Obereichstätt | Burgstall Ottersdorf | Abschnittsbefestigung Pfünz | Burgstall Saufelsen | Ringwall Schellenburg | Abschnittsbefestigung Schneckenberg | Burgstall Torfelsen | Abschnittsbefestigung Walting | Burgstall Wieseck
Wehrkirchen: St. Michael (Biberbach) | St. Martin (Emsing) | Mariä Himmelfahrt (Gungolding) | St. Margaretha (Irfersdorf) | St. Ulrich (Kevenhüll) | Kirchenburg Kinding | St. Vitus (Kottingwörth) | Mariä Himmelfahrt (Möckenlohe) | St. Johannes Baptist (Pfahldorf) | St. Brigida (Preith) | St. Johannes Evangelist (Walting) | St. Quirinus (Wolkertshofen)