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Burg Körse

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Burg Körse
Datei:Körse2.jpg
Reste der Hauptburg

Reste der Hauptburg

Staat Deutschland
Ort Kirschau
Entstehungszeit um 1000
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Ringmauern der Hauptburg, Torbogen der Vorburg
Bauweise Granit, Basalt
Geographische Lage 51° 5′ N, 14° 26′ OKoordinaten: 51° 5′ 20″ N, 14° 25′ 48″ O
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Höhenlage Vorlage:Höhe/Fmt m ü. NN
Datei:Burg Körse Geländemodell.jpg
3D-Ansicht des digitalen Geländemodells

Die Burg Körse ist die Ruine einer Höhenburg auf einem von der Spree umflossenen Felssporn auf Vorlage:Höhe/Fmt m ü. NN bei Kirschau im Landkreis Bautzen in Sachsen.

Geschichte

Im 10. Jahrhundert dehnte sich der sorbische Siedlungsbereich bis in die Region des heutigen Kirschau aus. In der Folge wurde der Felssporn über der Spreeschleife durch einen Abschnittswall befestigt und zu einem Burgwall ausgebaut, dessen Zweck in der Absicherung des Siedlungsgebiets vor feindlichen Angriffen lag.<ref name="Histor-Führer" details="S. 210" /> Die Siedlung wurde nach ihrem Gründer oder Anführer Korzym (Besitztum des Korz) genannt.

Um 1100 begann die Einwanderung deutschsprachiger Siedler, in deren Zug die Burg Korzym zerstört wurde. In der Zeit zwischen 1200 und 1250 wurde an dieser Stelle eine deutsche Burganlage errichtet, die sich aus Hauptburg, Vorburg und mindestens drei Toren zusammensetzte. Sie zählte zu den stärksten und größten Burgen in der Oberlausitz.

An dieser Stelle stießen seit dem Jahr 1200 das Land Budissin (die spätere Oberlausitz), das Königreich Böhmen und das Bistum Meißen aneinander, woran noch heute der Dreiländerstein erinnert (siehe Liste der Kulturdenkmale in Schirgiswalde-Kirschau#Kirschau).<ref name="Histor-Führer" details="S. 210" /> Die Burg diente außerdem dem Schutz des hier verlaufenden Böhmischen Steigs, einer alten Verkehrsverbindung zwischen Bautzen und Prag, die auf böhmischem Gebiet in die Alte Prager Straße überging. Die Route führte von Bautzen über Obergurig, Kirschau, Schirgiswalde, Sohland, Schluckenau, Böhmisch Leipa und weiter bis nach Prag. Bei der Burg Körse kreuzte der Böhmische Steig die in west-östlicher Richtung verlaufende Salzstraße. Diese führte von Halle kommend über Bischofswerda, Neukirch/Lausitz, Wilthen, die Spree-Furt bei Kirschau und Oppach nach Zittau.<ref name="Gerth" details="S. 40" />

In der schriftlichen Überlieferung findet sich lediglich eine einzige Erwähnung der Burg Körse, die auf die Zerstörung durch den Oberlausitzer Sechsstädtebund im Jahr 1352 zurückgeht.<ref name="Billig-Burgen" /> Johannes von Guben, 1363–1387 Ratsschreiber in Zittau, berichtete in den Ratsannalen: „Vorlage:Str trimVorlage:": Ungültiger Wert: ref= Die Zerstörung erfolgte auf Befehl Kaiser Karls IV.<ref name="HB-Sachsen" details="S. 163 /> Eine Zerstörung im Jahr 1358, wie manchmal noch zu lesen ist, wird von der neueren Forschung nicht anerkannt. Hermann Knothe nennt es irrig, als Grund für die Zerstörung anzunehmen, der Besitzer der Burg hätte sich nicht dem böhmischen Regiment unterwerfen wollen. Wahrscheinlich hatte er Straßenraub begangen, und die Sechsstädte vollstreckten die gegen Landesschädiger ausgesprochene Acht.<ref name="Knothe-Kirschau" /> Nach der Zerstörung der Burg erfolgte kein Wiederaufbau.

Aufbau

Die Burg bestand aus der Hauptburg mit Bergfried, einer Vorburg, einer Zugbrücke sowie vier Toren und Bastionen.

Zum Bau wurde der anstehende Granit benutzt, jedoch auch Basalt vom Horken bei Halbendorf. Als Bindemittel diente Sandmörtel, der mit gewaschenem und humussäurefreiem Flusssand gemischt wurde. Die den ehemaligen Burghof umgebende Ringmauer ist noch ca. drei Meter hoch. Sie soll einst sechs bis sieben Meter hoch gewesen sein.

Gegenwart

Datei:Körse1.jpg
Reste der Vorburg

Erhalten geblieben ist von der einst stolzen Burg eine halbrunde ca. 3 Meter hohe und ca. 100 Meter lange Ringmauer als Reste der Hauptburg. Außerdem steht noch der Torbogen der Vorburg.

Die Granitsteine im Inneren des Ringwalles lassen auf Brandeinwirkung bei Belagerung und Erstürmung der Burg schließen.

Erste Ausgrabungsarbeiten begannen 1922, die in der Folgezeit zutage geförderten Fundstücke sind im 1995 eröffneten Burgmuseum zu sehen.

Literatur

  • Christian August Peschek: Bruchstück einer kleinen Reise an der böhmischen Gränze von Bauzen aus. In: Lausizische Monatsschrift oder Beyträge zur natürlichen ökonomischen und politischen Geschichte der Ober- und Niederlausitz. Zweytes Stück, Februar 1791, Zittau 1791, S. 52–56.
  • Hermann Knothe: Geschichte der Burg und des Dorfes Kirschau, südlich von Budissin. In: Neues Lausitzisches Magazin. Band 47, Görlitz 1870, S. 293–295 Digitalisat SLUB Dresden
  • Gerhard Steude: Führer durch die Burg Körse und das Burgmuseum in Kirschau. 1936.
  • Theodor Schütze (Hrsg.): Das schöne Bautzener Land. Heft 2: Burg Körse, Rat des Kreises Bautzen, Bautzen 1954.

Weblinks

Commons: Burg Körse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise

<references> <ref name="Histor-Führer">Lutz Heydick et al. (Hrsg.): Historischer Führer Bezirke Dresden, Cottbus. Urania, Leipzig 1981</ref> <ref name="Gerth">Andreas Gerth: Der Böhmische Steig, Auf den Spuren eines alten Handelsweges von Bautzen nach Prag. Oberlausitzer Verlag Frank Nürnberger, Spitzkunnersdorf 2008, ISBN 978-3-933827-87-6.</ref> <ref name="Knothe-Kirschau">Hermann Knothe: Geschichte der Burg und des Dorfes Kirschau, südlich von Budissin. In: Neues Lausitzisches Magazin. Band 47, Görlitz 1870, S. 293–295 Digitalisat SLUB Dresden</ref> <ref name="Billig-Burgen">Gerhard Billig: Burgen in der gegliederten Kulturlandschaft Sachsens, 2020, S. 61. PDF SLUB Dresden</ref> <ref name="HB-Sachsen">Walter Schlesinger (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Bd. 8: Sachsen (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 312). Kröner, Stuttgart 1965. ISBN 3-520-31201-8, S. 163–164. Stichwort "Kirschau".</ref> </references>