Bund der Pfadfinder*innen
| Bund der Pfadfinder*innen (BdP) | |
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| colspan="2" class="notheme" style="text-align: center; padding:1em 0; background-color:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122;" | BdP Wort-Bildmarke.svg | |
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| Gründung | 1976 |
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| Gründer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Sitz | Immenhausen |
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| Nachfolger | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Zweck | interkonfessioneller Pfadfinderbund |
| Vorsitz | Lukas Schmuck Marina Pyko Wanda Rosmus Alexander Schmidt |
| Geschäftsführung | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Eigentümer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Umsatz | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Stiftungskapital | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Beschäftigte | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Freiwillige | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Mitglieder | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Website | www.pfadfinden.de |
Der Bund der Pfadfinder*innen e. V. (BdP; bis 2025 Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder) ist der größte interkonfessionelle Bund für Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Deutschland und erreicht mit seiner Arbeit etwa 30.000 Kinder und Jugendliche<ref name="BdP MZ2">BdP Bund Zahlen & Fakten. Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e. V., abgerufen am 17. März 2021.</ref>.
Geschichte
Der Bund der Pfadfinder e. V. entstand 1971 aus einer Arbeitsgemeinschaft innerhalb des Bundes Deutscher Pfadfinder (BDP). Anlass war eine knapp verlorene Vorstandswahl innerhalb des BDP. Der neu gegründete Verband verstand sich zunächst als ein „Bund im Bund“<ref>Reinhard Schmoeckel: Strategie einer Unterwanderung. Vom Pfadfinderbund zur revolutionären Zelle. Günter Olzog Verlag, München 1979, S. 70</ref>, entwickelte sich jedoch in den folgenden Jahren zu einem organisatorisch und inhaltlich eigenständigen Bund, der später den Namen Bund der Pfadfinder (BdP) annahm.
Hintergrund der Abspaltung waren grundlegende und als unüberbrückbar empfundene Differenzen über die zunehmende Politisierung des BDP. Diese wurde von Teilen der Mitgliedschaft als sozialistische Unterwanderung wahrgenommen. Der Weltverband der Pfadfinderbewegung WOSM hatte in diesem Zusammenhang signalisiert, einen solchen Verstoß gegen den Grundsatz der politischen Neutralität der internationalen Pfadfinderbewegung nicht länger zu tolerieren.
Infolge dieser Entwicklungen löste sich im Mai 1971 der Ring deutscher Pfadfinderbünde auf. Um die Voraussetzungen für eine weiterhin mögliche Mitgliedschaft deutscher Pfadfinderverbände im Weltverband der Pfadfinderbewegung zu schaffen, wurde der Dachverband am 1. Januar 1973 als Ring deutscher Pfadfinderverbände neu gegründet. Beteiligt waren die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, der vom BDP abgespaltene Bund der Pfadfinder (BdP) sowie der durch den Zusammenschluss der evangelischen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände entstandene Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Dieser Schritt war notwendig, da für einen Ausschluss des BDP aus der internationalen Pfadfinderbewegung die erforderliche Einstimmigkeit der beteiligten Verbände zuvor nicht erreicht worden war.
Im Jahr 1976 fusionierten der Bund der Pfadfinder (BdP) und der Bund Deutscher Pfadfinderinnen (BDP) zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP).
Im Jahr 2025 änderte der Verband seinen Namen in Bund der Pfadfinder*innen.<ref>Die 53. BdP Bundesversammlung. 25. Mai 2025, abgerufen am 26. Mai 2025.</ref>
Im Jahr 2026 begeht der Bund sein 50-jähriges Bestehen.
Profil
Der Bund der Pfadfinder*innen e. V. (BdP) ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die auf den Grundsätzen der weltweiten Pfadfinderbewegung (Pfadfinderversprechen, Pfadfinderregeln, fortschreitende Programme) sowie der bündischen Jugend basiert. Der BdP bietet Kindern und Jugendlichen ein breites Spektrum an Aktivitäten, die auf der Idee des „Learning by Doing“ und der Persönlichkeitsentwicklung aufbauen.
Altersstufen
Die Mitglieder des BdP sind in drei Altersgruppen oder „Stufen“ organisiert:
- Wölflinge: (ca. 7 bis 11 Jahre): Die jüngsten Mitglieder, die spielerisch Gemeinschaft und Natur erleben.
- Pfadfinderinnen und Pfadfinder: (ca. 11 bis 15 Jahre): Jugendliche, die eigenständig in kleinen Gruppen (Sippen) agieren und Abenteuer auf Fahrten und bei Zeltlagern erleben.
- Ranger und Rover: (ca. 16 bis 25 Jahre): Junge Erwachsene, die eigenverantwortlich Projekte, Workshops, Wanderungen und internationale Begegnungen organisieren.
Die Treffen der Gruppen finden regelmäßig in Form von Meutenstunden (Wölflinge), Sippenstunden (Pfadfinderinnen und Pfadfinder) und Rundentreffen (Ranger und Rover) statt. Dabei stehen Naturerfahrungen, gemeinschaftliches Handeln und die Förderung individueller Fähigkeiten im Mittelpunkt.<ref name="bundesordnung">Bundesordnung. (PDF; 564 kB) Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e. V. (BdP), 4. November 2021, S. 3–5; 14, abgerufen am 5. April 2023.</ref>
Arbeitsweise und Werte
Der BdP ist parteipolitisch und weltanschaulich unabhängig. Seine Arbeit wird ehrenamtlich geleistet und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und öffentlichen Zuschüssen. Die koedukative Ausrichtung des BdP zeigt sich auch im Bundeszeichen, das sowohl das Kleeblatt der Pfadfinderinnenbewegung als auch die Lilie der Pfadfinderbewegung kombiniert.
Die Angebote des BdP umfassen: - Abenteuerreisen und internationale Begegnungen, - Förderung von Eigenverantwortung und sozialen Kompetenzen, - Nachhaltige Erlebnisse in der Natur und Umweltbildung.
Mitgliedschaften
Der BdP ist Mitglied im Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände (rdp) und damit Teil der internationalen Dachverbände World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) und World Organization of the Scout Movement (WOSM). Diese Mitgliedschaften ermöglichen weltweite Kooperationen und den Austausch mit anderen Pfadfinderorganisationen.
Durch diese enge Verknüpfung mit den Weltverbänden trägt der BdP zur internationalen Verständigung und zur Förderung der globalen Pfadfinderbewegung bei.
Struktur
Landesverbände
Der BdP ist in verschiedene Landesverbände aufgeteilt, die sich in der Regel an den Grenzen der Bundesländer orientieren.
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Berlin/Brandenburg
- Bremen
- Hessen
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz/Saar
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein/Hamburg (auch Mecklenburg-Vorpommern)
angeschlossen ist das Dansk Spejderkorps Sydslesvig - Thüringen
Die Landesverbände sind in unterschiedlicher Weise in den BdP integriert. Teilweise sind sie nur eine unselbstständige Untergliederung des BdP. In diesem Fall sind sie rechtlich nicht selbständig, der gewählte Landesvorsitzende ist nur Erfüllungsgehilfe des Bundesvorsitzenden. Andere Landesverbände sind eingetragene Vereine. In diesem Fall liegen alle Rechte und Pflichten beim Vorsitzenden des als e. V. eingetragenen Landesverbandes.
Bezirke
Größere Landesverbände sind in Bezirke unterteilt. So ist der LV Niedersachsen in drei Bezirke unterteilt<ref name=":0">BdP Landesverband Niedersachsen – Stämme und Bezirke. Abgerufen am 27. März 2021.</ref>: Harz Heide, Weser-Ems und Mitte, der LV Bayern sogar in vier<ref>BdP Bayern – Landesleitung. Abgerufen am 27. März 2021.</ref>. Diese werden durch sogenannte Bezirkssprecher im Landesverband repräsentiert. Die Mitgliedschaft einer Ortsgruppe in einem Bezirk ist nicht zwingend notwendig, so gibt es bspw. in Niedersachsen auch einen bezirkslosen Stamm.<ref name=":0" />
Einrichtungen
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Das Bundeszentrum „Zentrum Pfadfinden“ des BdP befindet sich in Immenhausen. Es bietet Übernachtungsplätze in Gruppenhäusern sowie einen großen Zeltplatz mit mehreren Waschhäusern. Unterstützt wird es vom Freundeskreis Immenhausen. Ansässig ist dort auch die Geschäftsstelle des BdP, genannt Bundesamt.<ref>Geschichte: Vom Pfadfinderinnenheim zum Zentrum Pfadfinden Immenhausen. Zentrum Pfadfinden Immenhausen, 9. Juni 2019, abgerufen am 5. April 2023.</ref>
Die einzelnen Landesverbände haben teilweise Bildungszentren bzw. Jugendbildungsstätten.<ref>Fritz-Emmel-Haus. Hausverein Fritz Emmel e. V., abgerufen am 12. Dezember 2018.</ref><ref>Pfadfinderzentrum Raumünzach: Freizeit- und Bildungsstätte. Abgerufen am 12. Dezember 2018.</ref>
Der BdP hatte bis zum Oktober 2016 mit der Bundeskämmerei einen eigenständigen Ausrüster. Die Aufgabe wurde an ein externes Unternehmen abgegeben.<ref>BdP Bundeskämmerei setzt auf "Der Ausrüster". In: Spurbuchverlag Baunach (Hrsg.): Scouting. 23. September 2016 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />scouting.de ( vom 23. Januar 2022 im Internet Archive) [abgerufen am 12. Oktober 2016]).</ref>
Zur Unterstützung und Absicherung der Arbeit wurde 1998 die Stiftung Pfadfinden gegründet.<ref>Factsheet. (PDF; 419 kB) Stiftung Pfadfinden, 16. Februar 2023, abgerufen am 5. April 2023.</ref>
Aufarbeitung sexualisierter Gewalt
Nach eigenen Angaben sei es dem Bund „in seiner Vergangenheit nicht immer gelungen, seine Mitglieder vor sexualisierter Gewalt zu schützen“.<ref name=":1">BdP – Aufarbeitung. Abgerufen am 27. März 2021.</ref> Der Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt im Zeitraum 1976 bis 2006 wurde in der Studie Grenzenlose Orte des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung untersucht, die am 29. Februar 2024 vorgestellt wurde. Im Rahmen der Studie wurden 103 Betroffene und 36 Beschuldigte innerhalb des Bundes ermittelt.<ref>Sarah Pache: Pfadfinder: Studie zeigt Ausmaß sexualisierter Gewalt. BR24, 29. Februar 2024, abgerufen am 4. März 2024.</ref> Die Studie zeigt viele Probleme in der Struktur des BdP auf und formuliert konkrete Empfehlungen.<ref>Peter Caspari, Helga Dill, Tinka Schubert, Bernard Könnecke, Nicolas Reising: Grenzenlose Orte – Sexualisierter Gewalt im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) 1976 bis 2006. München Februar 2023, S. 18 (ipp-muenchen.de).</ref> Nach Angaben der Forscher ist der BdP der erste Jugendverband, der sich „durch diese wissenschaftlicher Aufarbeitungsstudie seiner Vergangenheit“ stellt.<ref>Studie zu sexualisierter Gewalt beim Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder. WDR, 29. Februar 2024, abgerufen am 4. März 2024.</ref>
Literatur
- Reinhard Schmoeckel: Strategie einer Unterwanderung. Vom Pfadfinderbund zur revolutionären Zelle. Günter Olzog Verlag, München 1979, ISBN 3-7892-7141-1.
Weblinks
Einzelnachweise
<references/>