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Bruno Gröning

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Bruno Gröning (* 31. Mai 1906 in Oliva, Kreis Danziger Höhe, als Bruno Bernhard Grönkowski;<ref>Standesamt Oliva, Kreis Danziger Höhe, Westpreußen Geburten 1906 Nr. 108 6. Juni 1906.</ref> † 26. Januar 1959 in Paris<ref name="plagge-2005" />) hielt in den 1950er-Jahren in der Bundesrepublik Deutschland zahlreiche Vorträge über Geistheilung und wurde von seinen Anhängern als „Wunderheiler“ angesehen. Er behauptete, einen von Gott gesandten „Heilstrom“ an Kranke weiterzuleiten.

Gröning rief in seinen Vorträgen zur „Großen Umkehr“, einer Abkehr von Wissenschaftlichkeit und der Zuwendung zum Glauben, insbesondere im medizinischen Kontext, auf.<ref>Die große Umkehr: Sich von der Krankheit trennen und an die Gesundheit glauben. In: bruno-groening.org. Abgerufen am 23. Oktober 2019.</ref> Mehrmals geriet Gröning mit dem Heilpraktikergesetz in Konflikt und wurde in diesem Zusammenhang wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Verfahren wurde wegen seines Todes eingestellt.

Die sich auf Gröning berufenden Gruppen werden von Kritikern, insbesondere aus dem Bereich der katholischen und evangelischen Kirchen, als Sekte beurteilt.

Leben

Datei:Bruno Gröning - Grabstätte in Dillenburg.jpg
Grönings Grab in Dillenburg

Bruno Grönkowski kam als viertes von sieben Kindern<ref name="Mildenberger">Florian Mildenberger: Heilstrom durch den Kropf: Leben, Werk und Nachwirkung des Wunderheilers Bruno Gröning (1906–1959), Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte, Sudhoffs Archiv, Band 92, Heft 1 (2008), Seiten 35–64, Franz Steiner Verlag.</ref> zur Welt. Den Namen Gröning nahm er 1936 an.<ref>Standesamt Oliva, Kreis Danziger Höhe, Westpreußen Geburten 1906 Nr. 108 6. Juni 1906, Randvermerk vom 30. März 1936.</ref><ref name="Mildenberger" /> Er stammte aus einfachen Verhältnissen; seine Eltern wurden als „strenggläubig-katholisch“ beschrieben. Nach fünf Jahren Volksschule begann er mehrere Ausbildungen, die er nicht beendete.<ref name="Mildenberger" /><ref name="Relinfo">Georg Otto Schmid: Bruno Gröning-Freundeskreis. In: relinfo.ch. 1998, abgerufen am 31. März 2021.</ref> Er arbeitete dann unter anderem als Bauarbeiter, Tischler und Zimmermann.<ref name="Busse">Thomas Busse: Bruno Gröning. Leben und Lehre. Govinda Verlag, Zürich 2007, ISBN 978-3-906347-82-0.</ref>

1927 heiratete Grönkowski Gertrud Cohn. 1930 wurde sein Sohn Harald geboren. Zum 1. November 1932 trat Gröning der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.392.070).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12011191</ref><ref>Monica Black: A Demon-haunted land. Henry Holt and Co., Kindle-Version, New York 2020, ISBN 978-1-250-22566-5, S. 53.</ref> 1936 änderte die Familie – vermutlich<ref name="Mildenberger" /> aufgrund der steigenden Polenfeindlichkeit in Danzig – ihren Namen von Grönkowski zu Gröning. Grönings erstes Kind Harald starb 1939 wegen eines Herzklappenfehlers. Sein zweites Kind Günther wurde 1940 geboren und starb 1949 an Brustfellentzündung.<ref name="Mildenberger" />

Gröning wurde 1943 in die Wehrmacht eingezogen, in Kolberg zum Panzerjäger ausgebildet und leistete anschließend Kriegsdienst an der Ostfront. Anfang 1945 erhielt er den Einsatzbefehl. Er geriet während der Schlacht um Ostpreußen bei Köslin in sowjetische Kriegsgefangenschaft und wurde nach einem halben Jahr entlassen.<ref name="Mildenberger" />

Anschließend lebte er mit seiner Familie in Westdeutschland (zunächst im hessischen Dillenburg). Er versuchte sich dort in verschiedenen Berufen erneut vergeblich und begann ab Ende der 1940er Jahre, öffentlich als „Heiler“ aufzutreten. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau heiratete er am 25. Juni 1955 in Plochingen seine Sekretärin Josette<ref>laut dem Nachruf im Spiegel hieß sie Juliette</ref> Dufossé.<ref name="Mildenberger" /> Seitdem lebte er im Stadtteil Stumpenhof in Plochingen.<ref>über seine Plochinger Zeit siehe: Dagmar Bluthardt, Joachim Hahn, Susanne Martin: Stumpenhof - ein Plochinger Stadtteil. 300 Jahre - 1722 bis 2022. Plochingen 2022 S. 248f mit mehreren Fotos</ref> Hier hatte ein Bekannter ihm ein Haus überlassen. Er lebte dort mit seiner Frau bis zum November 1958. Der Spiegel schrieb im Nachruf: „Er kurpfuschte monatelang an sich selber herum, fuhr im November 1958 nach Paris und stellte sich den Ärzten. Er starb am 25. Januar 1959 unter dem Skalpell eines französischen Chirurgen.“<ref>Nachruf: Bruno Gröning. In: Der Spiegel. 3. Februar 1959;.</ref> Nach der Einäscherung wurde seine Urne auf einem Friedhof in Dillenburg beigesetzt.<ref>Eine umstrittene esoterische Geistheiler-Gruppe: Der „Bruno Gröning-Freundeskreis“. In: bistum-trier.de. 19. Januar 2017, abgerufen am 9. April 2023.</ref>

Öffentliches Auftreten

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gaben etliche Personen an, durch Gröning geheilt worden zu sein. Nach einem Pressebericht über einen angeblichen Erfolg im März 1949 strömten tausende Heilungssuchende zum „Heiler“ nach Herford in Westfalen.

Gröning behauptete stets, es gäbe einen „Heilstrom“; eine „durch ihn strömende göttliche Kraft“. Er behauptete, sein unübersehbarer Kropf sei eine „Schwellung durch ebendiese Kraft“.<ref name="Busse" /> Die Betroffenen (überwiegend Frauen, viele ältere Menschen) suchten Heilung durch persönlichen Kontakt zu Gröning, durch Teilnahme an dessen Massenversammlungen und/oder durch Anwendung eines von Gröning übersandten Gegenstandes (meist eine Kugel aus Stanniol-Papier, s. u.). Seine Anhänger sagten der Anwesenheit an einer zuvor bekanntgemachten Örtlichkeit, auf die Gröning angeblich aus der Ferne gezielte „Heilwellen“ richtete, helfende Wirkungen nach oder einfach der gedanklichen Konzentration des Kranken auf Gröning.<ref name="Geupel">Ingrid Geupel: Bruno Gröning – das Phänomen eines Wunderheilers. Dissertation Med. Fakultät der TU München, 1988.</ref>

Die „Gröningkugeln“, eigroße Kugeln aus Stanniolpapier, die auf Versammlungen verteilt<ref name="videointerview">Bruno Gröning Original – Entrevista por TV. (Video auf YouTube; 29,5 MB; 10:49 Minuten) 1955, abgerufen am 31. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Interview mit Gröning zum Gerichtsprozess).</ref> oder verkauft<ref name="Spiegel1959" /> wurden, handelte man in München zeitweise auf dem Schwarzmarkt. Grönings zeitweiliger Manager Otto Meckelburg sagte, die Kugeln enthielten Haare, Blutstropfen oder Fußnägel von Gröning; laut einer anderen Quelle hatte Gröning sie „besprochen“.<ref name="Spiegel1959" /><ref name="plagge-2005" /><ref name="Geupel" />

Ab 1949 gab es eine große Anhängerschaft, die Gröning als Wunderheiler ansah. In den Ermittlungsakten der bayerischen Landesregierung sind Grönings Fallberichte zu Heilungen oder Besserungen von chronischen Schmerzen, wie etwa Neuralgien und Asthma, zu finden.

Andererseits wurden gesundheitliche Schäden berichtet, nämlich bei einer Patientin, die im Vertrauen auf Gröning ihr Insulin abgesetzt hatte.<ref name="Geupel" />

Noch 1949 verbot die Stadtverwaltung von Herford Gröning seine Tätigkeit, kurz darauf auch die nordrhein-westfälische Landesregierung. Er wich daraufhin ins Gestüt Traberhof bei Rosenheim und später nach Mittenwald aus, wo man ihn zunächst gewähren ließ. Bis zu 15.000 Menschen suchten den Traberhof auf.<ref>Schenk mir ein Pferdchen. In: Der Spiegel. 40/1949, 29. September 1949, S. 7, abgerufen am 31. März 2021.</ref> Die Münchner Illustrierte Revue veröffentlichte damals eine sensationell aufgemachte Reportageserie, was die Auflage von 100.000 auf fast 400.000 Stück wöchentlich ansteigen ließ.<ref>Ich rieche Nazis: Anny Winter weiß auch noch was. In: Der Spiegel. 15. September 1949, abgerufen am 31. März 2021.</ref>

Gröning lehnte es zeitweise ab, sich für seine Tätigkeit bezahlen zu lassen. Er erhielt zahlreiche und in der Summe erhebliche Geldspenden.<ref name="Relinfo" /> Laut einem Medienbericht öffneten zeitweise mehrere Helfer die täglich per Brief ankommenden Geldsendungen.<ref name="Spiegel1959" /><ref name="WDR_Panorama">Kai Toss: „Heilung“ aus dem Jenseits: Sektenexperte warnt: Gruppierung sei gefährlich und zynisch. In: WDR Panorama. 27. März 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Dezember 2007; abgerufen am 31. März 2021.</ref>
Spätestens ab 1950 musste für Grönings Anwesenheit bezahlt werden. Im Juni 1950 wurde in einem Polizeiprotokoll festgehalten, Heilungssuchende hätten an den Verband zur Erforschung Gröningscher Heilmethoden zwischen 25 und 2500 DM pro Kopf zahlen müssen. Bei zwei Massenveranstaltungen habe jeder Teilnehmer bis zu 300 DM zahlen müssen. Ein Journalist berichtete 1950 über kurze Gruppensitzungen mit Gröning und bis zu 100 Teilnehmern, die je 10 DM Eintritt zahlten.<ref>Hannes Obermaier: Die seltsame Sprechstunde des Heilpraktikers Enderlin. Abendzeitung München, Okt. 1950, Faksimile bei Geupel 1988.</ref> Der Verbleib des Geldes ist unbekannt. Gröning und seine damaligen Geschäftspartner bezichtigten später einander eines ausschweifenden Lebensstils; man habe „richtige Orgien gefeiert“ (Meckelburg). Bis 1950 seien ohne geregelte Buchführung mehr als 100.000 DM eingenommen worden.<ref name="Geupel" /> Gröning behauptete stets, davon nichts gewusst zu haben.<ref name="Busse" />

Gerichtliche Verfahren

Durch seine Tätigkeit geriet Gröning mehrfach mit dem Heilpraktikergesetz in Konflikt, da er keine entsprechende Zulassung hatte (als Heilpraktiker verstand er sich nie). Beim ersten Prozess 1951/52 wurde er vom Vorwurf freigesprochen, schuldhaft gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen zu haben, die weitere Tätigkeit als Heiler wurde ihm jedoch untersagt.<ref>Landgericht München II, Urteil vom 8. Juli 1952, Az. 2 Ns 324 ab/52, Staatsarchiv München, Akte der Staatsanwaltschaft 3178</ref> Gröning beantragte daraufhin die Zulassung als Heilpraktiker, was am 12. August 1953 „wegen fehlender Eignung“ abgelehnt wurde.<ref name="Busse" />

Gröning verlegte sich danach auf „Vortragsreisen“ durch bayerische und süddeutsche Orte und berief sich auf die im Artikel 4 des Grundgesetzes garantierte Religionsfreiheit: Seine Vorträge seien keine „Behandlung“ im Sinne des Heilpraktikergesetzes.<ref>Erwiderung Grönings am 4. November 1953 zu einer Anzeige aus Hameln; Vernehmung Grönings bei der Bayerischen Landpolizei Grafrath am 23. April 1954, Staatsarchiv München, Akte der Staatsanwaltschaft 3178a; Schreiben Grönings an die Regierung von Oberbayern vom 27. September 1954, Staatsarchiv München, bay. Staatsm. Band III, 1954.</ref> Tatsächlich wurden aber laut Ankündigungstext „Heilwellen“ an das Auditorium gesendet und Abbildungen, Kugeln und Stanniolplättchen verteilt oder verkauft.<ref name="Spiegel1959" /><ref name="Geupel" /> Veranstalter waren meist niedergelassene Heilpraktiker oder neu gegründete örtliche Gemeinschaften.

1955 wurde Gröning erneut wegen Verstößen gegen das Heilpraktikergesetz angeklagt; außerdem wurde ihm die fahrlässige Tötung eines 17-jährigen lungenkranken Mädchens im Jahr 1949 zur Last gelegt.<ref name="videointerview" /><ref>Anklageschrift des Oberstaatsanwalts zum Schöffengericht München-Land vom 4. März 1955, Aktenzeichen 7 Js 214 a-f/55, Staatsarchiv München, Akte der Staatsanwaltschaft 3178a</ref> Die erste Instanz verurteilte ihn wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz zu 2000 DM Geldstrafe, sprach ihn aber vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei.<ref>Schöffengericht München-Land, Urteil vom 30. Juli–1. August 1957, Az. 2 Ms 42/57, Staatsarchiv München, Akte der Staatsanwaltschaft 3178a</ref> Das Landgericht München II verurteilte ihn im Januar 1958 zweitinstanzlich wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz und wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gesamtstrafe von acht Monaten auf Bewährung sowie 5000 DM Geldstrafe.<ref>Landgericht München II, Urteil vom 14.–16. Januar 1958, Az. 7 Ns 498/57, Staatsarchiv München, Akte der Staatsanwaltschaft 3178a</ref>

In einem Vortrag am 30. August 1958 beschrieb Gröning, dass er sich missverstanden fühle, er nie Krankheiten behandle und auch nie davon abrate, einen Arzt zu konsultieren. Vielmehr sei das Urteil zu seinen Ungunsten ausgefallen, damit er daran gehindert werde, die Wahrheit zu verbreiten, dass nur Menschen sich selbst „zu ihrem Heil“ bewegen könnten.<ref>Zitat:

„[…] was ich jetzt gleich vorausschicke, dass ich [Ihnen] keineswegs abrate, zu ihrem Arzt auch weiter zu gehen, aber, wie sie’s gewohnt sind, diesem Arzt alle ihre Beschwerden aufzuzählen, so dass er da dann dazu übergehen kann, um diese zu behandeln.

Ich selbst unterscheide mich ganz krass von einem Arzt, von einem Heilpraktiker. Kurz gesagt: Ich habe mit dem Übel, was Sie Krankheit nennen, auch nicht das Geringste zu tun. Ich behandle auch nicht die Krankheit, wie Ärzte, bzw. Heilpraktiker diese behandeln, denn ich sehe von vorne herein, dass dieses grund-, grundfalsch ist. Das Böse zu behandeln: Mit dieser Behandlung wird es meines Wissens gefördert. Und daher lasse ich das Übel, was Sie Krankheit nennen, ganz bei Seite.

Was behandle ich, was will ich?

Unter diesem Worte ‚Behandlung‘ kann man sehr viel verstehen; und wie oft ist mir dieses Wort ‚Behandlung‘ von Seiten der Justiz so weit vorgehalten [worden], dass man sich in den Glauben versetzte, ich hätte durch dieses eine Wort ‚Behandlung‘ schon gegen das Heilpraktikergesetz verstossen, und somit auch strafbar gemacht.

[…] Grundsätzlich bin ich von Seiten, wie auch von ihrer Seite zum grössten Teil verkannt worden, wie Sie sich selbst in den Glauben versetzten, Sie müssen mir die Krankheit schildern, sonst könnten Sie nicht geheilt werden. Sonst wäre es nicht möglich, dass Sie überhaupt an die Gesundheit glauben können. Sie, wie auch die Herren der Wissenschaft, wie auch die Herren der Justiz und Medizin wissen wohl, dass nicht das zutrifft, was man mir zudiktiert hat – was man mir angerichtet hat. Man hat hier nur eines erkannt: Es steckt hier durch Gröning eine gewisse Gefahr, dass ja nicht Menschen die Wahrheit erfahren, dass sie selbst es sind, die sich zu ihrem Heil bewegen können.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Bruno Gröning: Tonband-Vortrag, Wien, 30. August 1958, Audio-Aufnahme auf YouTube ab 1m21s.

</ref>

Über die von Gröning eingelegte Revision wurde ein Urteil nicht mehr verkündet, weil er am Tag der Verkündung morgens in Paris verstorben war.<ref>Verfahrenseinstellung durch das Bayerische Oberste Landesgericht am 18. Februar 1959 – Az. 4 St 168/58, Staatsarchiv München, Akte der Staatsanwaltschaft 3178a</ref>

Gemeinschaften um Gröning

Rezeption als Sekte

Grönings Auftreten und die sich auf ihn berufenden Gruppen, die sich nach seinem Tod etablierten, werden von Kirchenvertretern als esoterisch eingestuft und als Sekte beurteilt.<ref>Harald Baer, Judith Löllgen: Bruno Gröning-Freundeskreis: Eine problematische Heilungsbewegung. (pdf; 217 kB) In: bistum-augsburg.de. März 2000, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Oktober 2013; abgerufen am 31. März 2021.
Xenix im Clinch mit einer Sekte. In: Tages-Anzeiger, 18. Oktober 2003, S. 14.</ref> Ihre Empfehlungen an Schwerkranke würden diese in Lebensgefahr bringen.<ref>Alexander Kauschanski: Eine Sekte, die zum Tode führen kann. In: Der Spiegel. 12. August 2023, abgerufen am 14. August 2023.</ref>

Der Religionspsychologe Michael Utsch von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen sieht in der Krankheitsbehandlung der Gröningbewegung „gefährliche Irreführung“, die lebensgefährlich werden könne.<ref>Michael Utsch: Bruno Gröning-Freundeskreis. In: ezw-berlin.de. Dezember 2015, abgerufen am 31. März 2021.</ref>

„Kritiker kreiden der Sekte an, dass medizinische Argumente für die so genannte ‚Ärztegruppe des Freundeskreises‘ nicht relevant sind, was im Einzelfall Leib und Leben des Erkrankten gefährden könne. Gröning-Anhänger sagen, dass der Kranke seinen Kampf um die Gesundheit auf einer rein geistigen Ebene führe. […] Ebenfalls bedenklich stimmen die Kritiker der Sekte die ständigen Ermahnungen, dass negative Einstellungen, Kritik und Zweifel, ja sogar der Kontakt mit anders Denkenden für den Heilungsprozess schädlich seien. Das führe in der Praxis oft zu einer oft gefährlichen Isolation des Erkrankten, zerstöre ganze Familien.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Axel Vogel: Der Heilstrahl wirkt über den Tod hinaus. in: Bonner General-Anzeiger. 25. Juni 2005.<ref>Axel Vogel: Der Heilstrahl wirkt über den Tod hinaus. In: Bonner Generalanzeiger. 25. Juni 2005, S. 7, abgerufen am 31. März 2021.</ref>

Literatur

  • Kim Björn Becker: Sekte um Bruno Gröning: Wer solche Freunde hat. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. Oktober 2018.
  • Andreas Plagge: Gröning, Bruno. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 24, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9, Sp. 736–739.
  • Florian Georg Mildenberger: „Im Gewand des Geistlichen.“ Bruno Gröning als Ersatzpriester. In: Michael Teut, Martin Dinges, Robert Jütte (Hrsg.): Religiöse Heiler im medizinischen Pluralismus in Deutschland (= Medizin, Gesellschaft und Geschichte, Beiheft; 71). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-515-12423-2, S. 35–50.
  • Florian Georg Mildenberger: Heilstrom durch den Kropf: Leben, Werk und Nachwirkung des Wunderheilers Bruno Gröning (1906-1959). In: Sudhoffs Archiv, (2008): S. 35-64.
  • Monica Black: Deutsche Dämonen. Hexen, Wunderheiler und die Geister der Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland. Übersetzung Werner Roller. Klett-Cotta, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-608-11698-4.<ref>Burkhard Müller: Rezension von Monica Blacks Buch „Deutsche Dämonen“. Abgerufen am 22. Januar 2022.</ref> Mit mehreren ausführlichen Kapiteln über Bruno Grönings Auftreten in der Nachkriegszeit.
  • Dagmar Bluthardt, Joachim Hahn, Susanne Martin: Stumpenhof - ein Plochinger Stadtteil. 300 Jahre – 1722 bis 2022. Plochingen 2022, S. 248f: Bruno Gröning – 'Wunderheiler' in Plochingen.
  • Ehler Voss: Mediales Heilen in Deutschland: Eine Ethnographie. Herausgegeben von Rainer Dietrich. 2011, ISBN 978-3-4960-2843-7, S. 242 ff.

Filme

Weblinks

Informationen und Bewertung von kirchlicher Seite

Einzelnachweise

<references> <ref name="plagge-2005"> Andreas Plagge: Gröning, Bruno. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 24, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9, Sp. 736–739. </ref> <ref name="Spiegel1959"> Nachruf – Bruno Gröning. In: Der Spiegel. Band 6, 4. Februar 1959, S. 61 (spiegel.de). </ref> </references>

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