Zum Inhalt springen

Bremische Hafeneisenbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Bremische Hafeneisenbahn ist ein nicht näher definierter Markenbegriff für das Eisenbahninfrastrukturunternehmen unter dem die gesamte Eisenbahninfrastruktur in den stadtbremischen Häfen von Bremen und Bremerhaven im Eigentum der Stadtgemeinde Bremen zusammengeführt wird. Vertreten wird die Stadt gemäß Senatsverteilung durch die Behörde für Wirtschaft, Häfen und Transformation.<ref name=":0">Geschäftsverteilung im Senat - Transparenzportal Bremen. In: https://www.transparenz.bremen.de/. 23. September 2024, abgerufen am 3. März 2026 (deutsch).</ref><ref name=":1">Hafeneisenbahn - Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation. In: Portal der Homepage. Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, abgerufen am 3. März 2026 (deutsch).</ref> Planung, Unterhaltung und Neubau werden durch die städtische Managementgesellschaft bremenports GmbH & Co. KG wahrgenommen. Diese stellt auch im Auftrag die Eisenbahnbetriebsleitung. Die Betriebsführung sowie das Notfallmanagement ist per Betriebsführungsvertrag an die DB InfraGO vergeben.<ref name=":1" />

Die zuständige Überwachungsbehörde für die Eisenbahnsicherheit ist die Landeseisenbahnaufsicht, welche im Land Bremen bei der Schwesterbehörde zur Betreiberin der Eisenbahninfrastruktur liegt, ist Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung.<ref name=":0" />

Ursprung

Datei:Weserbahnhof 1892.jpg
Weserbahnhof, 1892

Zur Sicherung des bremischen Handelsstandortes benötigte die Hansestadt Mitte des 19. Jahrhunderts eine Anbindung des Hafens an das stetig wachsende Eisenbahnnetz. Der „Hannoversche Bahnhof“, der sich ungefähr an der Stelle des heutigen Bremer Hauptbahnhofs befand, war rund zwei Kilometer von den Schiffsanlegern an der Schlachte entfernt. Die Idee eines Kanals zum Hauptbahnhof wurde aus Kostengründen verworfen. Trotz der anhaltenden Kritik von Anwohnern und Lagerhausbesitzern, die Lärm bzw. Umsatzeinbußen fürchteten, entschloss sich der Senat zum Bau einer eigenen Eisenbahnstrecke zum Hafengebiet. Am 1. Februar 1860 wurde der Weserbahnhof feierlich eröffnet.

Der nächste Schub beim Ausbau der bremischen Hafeneisenbahn erfolgte 1888 mit der Eröffnung des flussabwärts gelegenen Freihafengebiets. Dessen Planung zeichnete sich durch eine deutlich bessere Verknüpfung von Schiffs- und Eisenbahntransport aus. In den Folgejahren wuchs ein lang gestrecktes Gleisnetz mit großzügigen Rangierbahnhöfen heran, das die bremische Hafeneisenbahn mit eigenen Lokomotiven selbst betrieb. 1930 ging die Betriebsführung allerdings an die Deutsche Reichsbahn über, wodurch Bremen lediglich Eigentümer der Infrastruktur blieb sowie bis heute für deren Erhalt und Ausbau verantwortlich ist.<ref>Mit dem Weserbahnhof sicherte Bremen den Handel, Weser Kurier, 1. Februar 2010</ref>

Eisenbahninfrastruktur

Die Gleisanlagen befinden sich

Die Gleislänge beträgt 229 Kilometer<ref name="BH_Gleise">Eine leistungsstarke Verbindung. bremenports, 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juni 2012; abgerufen am 16. März 2013.</ref>, wovon 86 Kilometer auf die Hafeneisenbahn Bremerhaven entfallen.<ref name ="GB_201301">Andreas Ahlswede, Jan Janssen, Iven Krämer: Wachstum als Herausforderung. Bremens Häfen sind auf leistungsfähige Hinterlandanbindung angewiesen – Zeit für Entscheidungen ist gekommen. In: Güterbahnen, Heft 1/2013, S. 8–14, Alba Fachverlag, Düsseldorf, ISSN 1610-5273</ref> Im Bereich des Europahafens, Straße Auf der Muggenburg, existiert seit 2006 eine gemeinsame Trasse der Hafenbahn mit der Straßenbahn in Form eines Vierschienengleises. Dieses wird jedoch nur noch von der Straßenbahn genutzt. Der Eisenbahnteil ist abgebunden und wird zunehmend zurückgebaut.

Ab 2026 wird im Bahnhofsteil Bremerhaven Speckenbüttel der Betriebsstelle Bremerhaven Seehafen die Bestandsanlage modernisiert und die Kapazität um sieben 740 m lange Gleise erweitert. Hierzu investiert das Land 56,1 Mio. Euro.<ref>Hafeneisenbahn wird für 56,1 Millionen Euro erweitert und modernisiert - Pressestelle des Senats. Abgerufen am 1. April 2026.</ref>

Verkehrszahlen

Im Jahr 2015 wurden die Gleisanlagen der Bremischen Hafeneisenbahn von insgesamt 38.230 Zügen befahren, davon fuhren 77 % in Bremerhaven.<ref name="vz2015" /> Im Jahr 2012 waren es noch 45.000 Züge gewesen, davon 64 % in Bremerhaven.<ref name="vz2012">Bremische Hafeneisenbahn – Verkehrszahlen 2012. bremenports, 13. Februar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. April 2013; abgerufen am 16. März 2013.</ref> Das bedeutet einen deutlichen Rückgang von 44 % in nur drei Jahren für die Stadt Bremen bei gleichbleibenden Werten für Bremerhaven.

In Bremerhaven lag 2015 die Spitzenauslastung bei 641 Zügen pro Woche, der Durchschnitt bei 569 Zügen pro Woche.<ref name="vz2015"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bremische Hafeneisenbahn - Verkehrszahlen 2015 auf Homepage bremenports.de (Memento vom 25. November 2016 im Internet Archive)</ref> Dienstags bis freitags sind die Gleise der Hafenbahn stärker als an anderen Tagen ausgelastet, der aufkommenstärkste Tag ist Donnerstag (Stand 2013)<ref>Frank Binder: Bremer Hafenbahn: Mehr Güter · Allerdings vier Prozent weniger Container – Pro Woche bis zu 670 Züge in Bremerhaven. In: Täglicher Hafenbericht vom 25. April 2014, S. 3</ref>.

Die Gleisanlagen in Bremerhaven werden fast ausschließlich von Zügen genutzt, die Container (55 %) und Automobile (42 %) transportieren (Stand: 2015)<ref name="vz2015" />. Dabei konnte die Eisenbahn im Seehafenhinterlandverkehr mit Containern ihren Anteil an allen Verkehrsträgern in den acht Jahren von 2004 bis 2012 von 35,9 % auf 46,4 % steigern. Im Jahr 2012 wurden 2,1 Millionen Standardcontainer (TEU) mit Ziel oder Quelle im Überseehafengebiet Bremerhaven transportiert.<ref name ="GB_201301"/>

Im Bereich des Industriestammgleises Fischereihafen in Bremerhaven findet zustandsbedingt seit 2018 kein Eisenbahnverkehr mehr statt.<ref>Elena Eden, Jan Janssen: Masterplan für das Industriestammgleis im Fischereihafen in Bremerhaven. Hrsg.: bremenports GmbH & Co. KG. Version 2 Auflage. 3. März 2021.</ref> Das rund 6,9 km lange Stammgleis wird aktuell durch die bremenports saniert.<ref>Hafeneisenbahn. 17. März 2026, abgerufen am 1. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Auf die verschiedenen Standorte in der Stadt Bremen entfielen 2015:<ref name="vz2015" />

  • Bahnhof Bremen Grolland 61 %
  • Bahnhof Bremen Inlandshafen 31 %
  • Industriestammgleis Hemelingen 8 %

Stilllegungen

Bereits im Juli 1989 wurde der Weserbahnhof geschlossen, 2005 die dortigen Gleisanlagen im Zuge des Umbaus des Europahafens zur Marina weitgehend zurückgebaut. Auch der ehemals sehr betriebsame Bahnhof „Zollausschluss“ ist 1996 stillgelegt worden, die Gleise wurden kurz darauf abgebaut. Als 1998 der Überseehafen zugeschüttet wurde, erfolgte ein weitestgehender Abriss der dortigen Gleisanlagen der Hafenbahn.

Weblinks

Literatur

  • bremenports GmbH & Co. KG: Masterplan für das Industriestammgleis im Fischereihafen in Bremerhaven. Stand: 3. März 2021. https://www.haefen.bremen.de/sixcms/media.php/13/Fischereihafen-Masterplan.pdf
  • Stefan Färber: Port railway masterplan for Bremerhaven. In: Hansa, Heft 10/2013, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2013, ISSN 0017-7504, S. 102–105 (in englischer Sprache)
  • Andreas Mausolf: Im Wandel – Hafenbahn Stadt Bremen. In: Lok-Magazin, Ausgabe 4/2015, S. 108ff.
  • Timo Jann: 160 Jahre Hafenbahn Bremerhaven · Bremenports plant weitere Stärkung der schienengebundenen Hinterlandanbindung der Bremischen Häfen. In: Täglicher Hafenbericht vom 31. Januar 2020, S. 4

Einzelnachweise

<references />