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Breitflügelfledermäuse

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Breitflügelfledermäuse
Datei:Eptesicus serotinus.jpg

Breitflügelfledermaus (Cnephaeus serotinus)

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Überfamilie: Glattnasenartige (Vespertilionoidea)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
Unterfamilie: Eigentliche Glattnasen (Vespertilioninae)
Tribus: Eptesicini
Gattung: Breitflügelfledermäuse
Wissenschaftlicher Name
Cnephaeus
Rafinesque, 1820

Die Breitflügelfledermäuse (Cnephaeus) sind eine Fledermausgattung aus der Familie der Glattnasen (Vespertilionidae). Die Gattung umfasst 15 Arten, die nahezu weltweit verbreitet sind, davon leben zwei Arten, die (Eigentliche) Breitflügelfledermaus und die Nordfledermaus auch in Deutschland.

Beschreibung

Ihren Namen verdanken die Tiere den oft breiten, gerundeten Flügeln. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 35 bis 75 Millimetern, eine Schwanzlänge von 34 bis 60 Millimetern und ein Gewicht von 8 bis 35 Gramm. Ihr Fell ist an der Oberseite dunkelbraun oder schwarz gefärbt, die Unterseite ist heller.

Lebensweise

Diese Fledermäuse finden sich in einer Vielzahl von Habitaten, etliche Arten dürften jedoch Wälder bevorzugen. Sie sind hauptsächlich nachtaktiv und verbringen den Tag oft in kleineren Gruppen als andere Fledermäuse. Als Schlafplatz dienen ihnen oft Baumhöhlen, Höhlen oder Gebäude. Ihr Flug gilt als eher langsam, sie bewegen sich dabei näher beim Boden als andere Fledermausgattungen. Die meisten Arten sind sehr ortstreue Arten, in kälteren Regionen halten sie einen Winterschlaf. Die Nahrung der Breitflügelfledermäuse besteht größtenteils aus Insekten.

Fortpflanzung

Weibchen bilden oft Wochenstuben, in denen sie getrennt von den Männchen die Jungen gebären und großziehen. Die ein oder zwei Jungtiere kommen bei den in gemäßigten Breiten lebenden Arten im Frühling oder Sommer zur Welt, die Paarung erfolgt aber oft bereits im Herbst oder Winter, der Samen des Männchens wird danach im Fortpflanzungstrakt des Weibchens aufbewahrt. Wie viele andere Fledermäuse sind sie langlebig, manche Tiere werden über zehn Jahre alt, in Einzelfällen sind sogar 20 Jahre möglich.

Die Arten

Im Jahr 2023 wurden in einer brasilianischen Studie aufgrund von Unterschieden in der Phylogenie, Genetik, Morphologie und der Echoortung die Arten der formaligen Gattung Eptesicus auf drei Gattungen aufgeteilt. Für die Arten der Neotropis wurde eine neue Gattung, Neoeptesicus, beschrieben. Den Arten der Paläarktis und Paläotropis wurde die vormalige Untergattung Cnephaeus als Gattung zugewiesen, während die nordamerikanische Große Braune Fledermaus (Eptesicus fuscus) und die karibische Guadeloupe-Fledermaus (E. dutertreus) den Gattungsnamen Eptesicus behielten.<ref name="Cláudio et al 2023">Vinícius C. Cláudio, Roberto L. M. Novaes, Alfred L. Gardner, Marcelo R. Nogueira, Don E. Wilson, Jesús E. Maldonado, João A. Oliveira, Ricardo Moratelli: Taxonomic re-evaluation of New World Eptesicus and Histiotus (Chiroptera: Vespertilionidae), with the description of a new genus. In: Zoologia (Curitiba). Band 40, 2023, ISSN 1984-4670, S. e22029, doi:10.1590/S1984-4689.v40.e22029 (scielo.br [abgerufen am 27. Januar 2026]).</ref>

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999, ISBN 0-8018-5789-9

Weblinks

Commons: Eptesicus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />