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Breitenbach (Schauenburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Breitenbach
Gemeinde Schauenburg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1505)&title=Breitenbach 51° 17′ N, 9° 19′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1505) 51° 16′ 59″ N, 9° 18′ 45″ O
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Höhe: 363 (356–411) m ü. NHN
Fläche: 6,68 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1505 (31. Dez. 2023)<ref name="Einwo2023" />
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Hoof
Postleitzahl: 34270
Vorwahl: 05601

Breitenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Schauenburg im nordhessischen Landkreis Kassel.

Geografische Lage

Breitenbach liegt im Naturpark Habichtswald, westlich des Hauptortes. Nördlich führt die Bundesautobahn 44 am Dorf vorbei. In Breitenbach trafen die Bundesstraße 520 (seit Juli 2010 herabgestuft zur Landesstraße 3215) und die Landesstraße 3220 aufeinander.

Blick vom Großen Schönberg (482 m ü. NN.) bei Schauenburg-Breitenbach. Blickrichtung Ost-Süd-West. Aufnahmedatum: 16. April 2014.
Schauenburg-Breitenbach von Süden. Blickrichtung West-Nord-Ost. Aufnahmedatum: 18. April 2014.

Beim Emserhof entspringt die Ems, die danach durch den Ort fließt.

Geschichte

Ortsgeschichte

Der Ort wird soweit bekannt erstmals 1408 in einem Sühnebrief der Stadt Wolfhagen als Breydenbach erwähnt.<ref name="lagis" /> Es ist aber anzunehmen, dass das Dorf älter ist, denn der noch stehende Kirchturm mit seinen romanischen Formen könnte aus dem 12. Jahrhundert stammen. Der Name des Ortes wird von Breida (Flur) abgeleitet.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Martinhagen, Breitenbach und Elmshagen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Hoof eingemeindet.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen in Hessen vom 14. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 01, S. 5, Punkt 8; Abs. 67. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,9 MB]).</ref> Zum 1. August 1972 wurden die Gemeinden Elgershausen und Hoof kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Schauenburg zusammengeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen (GVBl. II 330-17) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 225, § 4 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> Für alle ehemaligen Gemeinden wurden je ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Schauenburg, abgerufen im August 2023.</ref>

Vom 22. bis 25. August 2008 luden Bürgermeisterin Ursula Gimmler und Ortsvorsteherin Ursula Barkhof zum Jubiläum „600 Jahre Breitenbach 1408 - 2008“ ein.

Jüdischer Friedhof

Einem Bericht von 1837 zufolge bestand für die jüdischen Gemeinden Hoof-Breitenbach und Elmshagen „seit urvordenklichen Zeiten“<ref>Jüdischer Friedhof Breitenbach, auf alemannia-judaica.de.</ref> ein Friedhof bereit. Das Grundstück war den Gemeinden als Begräbnisplatz von den Herren von Dalwigk zur Verfügung gestellt worden. Ein Jahr später, 1838 wurde der alte Friedhof geschlossen und an einen neuen Ort verlegt, da eine Quelle auf dem Grundstück lag und die Gräber mit Wasser füllte.

Der neue Friedhof mit einer Gesamtfläche von 20,52 ar wurde auf der Gemarkung Breitenbach angelegt, das Grundstück ging 1857 in den Besitz der jüdischen Gemeinde Hoof-Breitenbach über. Die letzte Beisetzung fand vermutlich 1936 mit einem bis 1934 an der israelitischen Volksschule (jüdische Schule der Gemeinde) lehrenden Lehrer statt. Wo sich der alte Friedhof befindet, ist bisher unbekannt.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Breitenbach angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Breitenbach 1590 Einwohner. Darunter waren 42 (2,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 249 Einwohner unter 18 Jahren, 642 zwischen 18 und 49, 369 zwischen 50 und 64 und 333 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 714 Haushalten. Davon waren 207 Singlehaushalte, 264 Paare ohne Kinder und 198 Paare mit Kindern, sowie 39 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 108 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 393 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1585: 80 Haushaltungen
• 1747: 94 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
Breitenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2011
Jahr  Einwohner
1834
  
914
1840
  
963
1846
  
1.052
1852
  
1.068
1858
  
944
1864
  
995
1871
  
851
1875
  
905
1885
  
850
1895
  
832
1905
  
848
1910
  
833
1925
  
928
1939
  
927
1946
  
1.344
1950
  
1.335
1956
  
1.152
1961
  
1.174
1967
  
1.198
1970
  
1.321
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.590
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1885: 0802 evangelische, 2 katholische und 46 jüdische Einwohner
• 1961: 1082 evangelische, 47 römisch-katholische Einwohner

Politik

Für Breitenbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Breitenbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 54,90 %. Dabei wurden gewählt: fünf Mitglieder der SPD und zwei Mitglieder der CDU.<ref>Ortsbeiratswahl Breitenbach. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im August 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Thomas Müller (SPD) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeiräte der Gemeinde Schauenburg. In: Webauftritt. Gemeinde Schauenberg, abgerufen im August 2023.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchengebäude

Im Ort gibt es eine evangelische Kirche, die im 13. Jahrhundert mit spätgotischem Turm errichtet und in späteren Jahren umgestaltet und 1893/94 mit Hilfe von Gustav Schönermark erweitert wurde.

Märchenwache

Zu Ehren von Johann Friedrich Krause und Demoiselle Marie Hassenpflug (beide haben viel zu den Märchen der Brüder Grimm beigetragen) wurde im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms zu Beginn der 1990er Jahre im alten Feuerwehrhaus die „Schauenburger Märchenwache“ errichtet.<ref>Schauenburger Märchenwache</ref>

Gegründet wurde die Märchenwache von dem Künstler Albert Schindehütte, der diese mit Zeichnungen und verschiedenen Holzschnitten gestaltete. Seit 1996 arbeitet er schwerpunktmäßig für und in der Wache. In der Märchenwache finden wechselnde Ausstellungen, Konzerte, Hochzeiten und Lesungen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Datei:Bahnhof Schauenburg-Breitenbach.JPG
Bahnhof Breitenbach

Bildung

  • Der Kindergarten „Sonnenschein“ in Breitenbach besteht aus zwei Gruppen.
  • Die Johann-Friedrich-Krause-Schule (früher Mittelpunktgrundschule) ist die örtliche Grundschule, unter anderem für Schüler aus den Nachbarorten Elmshagen und Martinhagen.

Verkehr

Der Bahnhof Breitenbach liegt an der Bahnstrecke Kassel–Naumburg, die von Museumszügen des Hessencourrier befahren wird.

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) stellt mit der Buslinie 52 den öffentlichen Personennahverkehr sicher.

Breitenbach ist über die Landesstraße L 3220 erreichbar.

Persönlichkeiten

  • Johann Friedrich Krause (1747–1828), Dragonerwachtmeister, Beiträger zur Grimmschen Märchensammlung
  • Wolf Breidenbach (1750–1829), Bankier und Hoffaktor
  • Robert Rieder (1861–1913), auf dem Rittergut Emserhof geborener Chirurg, Hochschullehrer, Reformer der Medizinerausbildung und Militärmedizin in der Türkei.
  • Albert Schindehütte (* 1939), Grafiker, Zeichner, Maler, Illustrator
  • Erhard Hofeditz (1953–2025), Fußballspieler und -trainer

Literatur

Weblinks

Commons: Breitenbach (Schauenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Breitenbach, Landkreis Kassel. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 19. Juni 2023). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 84, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="Einwo2023">Breitenbach. Abgerufen am 28. Juli 2024. </ref> </references>

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