Breitblättriges Hornkraut
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| Breitblättriges Hornkraut | ||||||||||||
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| Datei:Cerastium latifolium (Kalkalpen-Hornkraut) 1128 IMG.JPG
Breitblättriges Hornkraut (Cerastium latifolium) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cerastium latifolium | ||||||||||||
| L. |
Das Breitblättrige Hornkraut (Cerastium latifolium), auch Kalkalpen-Hornkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hornkräuter (Cerastium) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Breitblättrige Hornkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 3 bis 10 Zentimeter erreicht. Sie ist von rasigem Wuchs. Die oberirdischen Pflanzenteile sind bläulich-grün. Der Stängel ist behaart. Je Pflanzenexemplar sind meist niederliegende bis aufsteigende Blütenzweige und wenige beblätterte nichtblühende Sprossachsen vorhanden.<ref name="Friedrich1979" />
Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die einfache, dickliche Blattspreite ist bei einer Länge von 10 bis 35 Millimetern breit-eiförmig bis lanzettlich mit spitzem oberen Ende und mit 0,5 Millimeter langen, weichen Drüsenhaaren besetzt. Nebenblätter fehlen.
Generative Merkmale
Das Breitblättrige Hornkraut blüht von Juli bis August. Die Blütenstände sind behaart. Die Blütenstände sind aufrecht und ein- bis dreiblütig. Die Blütenstiele sind 10 bis 25 Millimeter lang, nach dem Verblühen zur Seite geneigt und zuletzt wieder aufrecht.<ref name="Friedrich1979" /> Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle, sind becherförmig und haben einen Durchmesser von 28 bis 32 Millimetern. Die fünf Kelchblätter sind frei, 5 bis 7 Millimeter lang, häutig berandet und drüsig behaart.<ref name="Friedrich1979" /> Die fünf weißen Kronblätter sind 12 bis 18 Millimeter lang, mehr als doppelt so lang wie dei Kelchblätter, leicht ausgerandet und tief gespalten.<ref name="Friedrich1979" /> Es sind zwei Kreise mit je fünf Staubblättern und fünf Griffel vorhanden.
Die Kapselfrucht ist bis zu 15 Millimeter lang, mehr als doppelt so lang wie der Kelch und besitzt zehn Fruchtzähne. Die Samen sind groß, haben einen Durchmesser von 2 bis 3 Millimetern und eine loose umhüllende Testa.<ref name="Friedrich1979" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Das Breitblättrige Hornkraut ist eine seltene Pflanzenart, ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die Alpen, daneben finden sich einige isolierte Vorkommen in Polen und Rumänien. In Europa hat das Breitblättrige Hornkraut Vorkommen in Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Schweiz, Italien, Polen und Rumänien.<ref name="Euro+Med" />
Das Breitblättrige Hornkraut wächst in Steinschuttfluren der alpinen Höhenstufe, vor allem über der Waldgrenze auf sickerfrischem, kalkreichem Steinschuttböden. Sie ist pflanzensoziologisch eine Charakterart des Verbands Thlaspeion-rotundifolii. Sie ist ein Schuttkriecher.<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie gedeiht in den Allgäuer Alpen vom Thäli am Joch oberhalb des Prinz-Luitpoldhauses in Bayern bis zu einer Höhenlage von 2000 Metern bis zum Gipfel des Großen Krottenkopfs, des höchsten Berges des Allgäus auf einer Höhenlage von 2655 Metern.<ref name="Dörr-Lippert2001" /> Am Piz Üertsch in Graubünden erreicht das Breitblättrige Hornkraut eine Höhenlage von 3130 Meter.<ref name="Friedrich1979" /> Ein tiefes Vorkommen findet sich im Kanton Glarus am Klöntalersee bei 830 Metern.<ref name="Friedrich1979" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 1 (alpin und nival), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Cerastium latifolium erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 439.
Literatur
- Erich Götz: Pflanzen bestimmen mit dem Computer. 2000, ISBN 3-8252-8168-X.
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Cerastium latifolium L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 378. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 501–502. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Caryophyllaceae. Datenblatt Cerastium latifolium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Friedrich1979"> Hans-Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. S. 920–922. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band III, Teil 2, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1979, ISBN 3-489-60020-7. </ref> </references>