Breitblättrige Hakenlilie
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| Breitblättrige Hakenlilie | ||||||||||||
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| Datei:Crinum natans.jpg
Breitblättrige Hakenlilie (Crinum natans) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Crinum natans | ||||||||||||
| Baker |
Die Breitblättrige Hakenlilie oder Flutende Hakenlilie (Crinum natans) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hakenlilien (Crinum) innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae).<ref name="Bjora2009" /> Diese Wasserpflanze gedeiht in Westafrika.
Beschreibung und Ökologie
Vegetative Merkmale
Die Breitblättrigen Hakenlilie wächst als ausdauernde krautige Pflanze. Als Speicherorgan wird eine Zwiebel gebildet, die Durchmesser von 1 bis zu 4,5 Zentimetern erreicht, und oft ist diese in einen Rhizomabschnitt verlängert.<ref name="Bjora2009" /> Eine vegetative Vermehrung erfolgt über Brutzwiebeln.
Die untergetauchten Laubblätter sind in einer Rosette angeordnet und fluten im Fließgewässer.<ref name="Bjora2009" /> Die einfache, dunkel-grüne, zähe und ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 140 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 5 Zentimetern bandförmig und kann stark gewellt sein.<ref name="Bjora2009" /> Die Mittelrippe kann erhaben sein und die Netznervatur ist kaum erkennbar.<ref name="Bjora2009" /> Der Blattrand ist gezähnt.<ref name="Bjora2009" /> Stomata fehlen.<ref name="Bjora2009" />
Generative Merkmale
Die aufrechten, grünen Blütenstandsschäfte sind 20 bis zu 75 Zentimeter hoch.<ref name="Bjora2009" /> Die grünlichen Tragblätter sind während der Anthese aufrecht und fest. Der Blütenstand enthält ein bis fünf,<ref name="Bjora2009" /> selten bis zu sechs<ref name="Kasselmann2004" /> Blüten, die sich über Wasser öffnen.
Die schwach bis süßlich duftenden, Blüten ragen aus dem Wasser heraus. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch, stieltellerförmig und dreizählig. Die sechs Blütenhüllblätter sind gleichgeformt. Die aufrechte Blütenhüllblattröhre ist grünlich und 11 bis 18 Zentimeter lang. Die freien, ausgebreiteten bis zurückgebogenen Abschnitte der Blütenhüllblätter sind rein-weiß mit einem cremefarben Rückenstreifen und bei einer Länge von 5 bis 9 Zentimetern sowie einer Breite von 0,9 bis 1,6 Zentimetern schmal-lanzettlich.<ref name="Bjora2009" /> Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Die gebogenen, weißen Staubfäden sind mit einer Länge von etwa 2,5 Zentimetern etwas kürzer als die freien Abschnitte der Blütenhüllblätter.<ref name="Bjora2009" /> Die dunkel-braunen Staubbeutel sind etwa 1 Zentimeter lang.<ref name="Bjora2009" /> Drei Fruchtblätter sind zu einem dreikammerigen, unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält anatrope Samenanlagen. Der grünliche Griffel ist bei der Anthese etwa so lang wie die Staubblätter.<ref name="Bjora2009" /> Die Narbe ist klein und kopfigen oder schwach dreilappigen.<ref name="Bjora2009" />
Die bei Reife untergetauchte, grünliche, glänzende Kapselfrucht ist bei einem Durchmesser von 0,5 bis 2 Zentimetern kugelig mit einem in seiner Länge variablen Schnabel und enthält ein bis zwanzig Samen. Die grünen Samen sind je nach Anzahl sehr unterschiedlich groß und bis zu 2 Zentimeter lang mit rauer Oberfläche.<ref name="Bjora2009" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" />
Standortbedingungen
Crinum natans gedeiht in Bächen und Flüssen im Regenwald auf schlammigen, kiesigem oder felsigem Grund. Die Standorte sind schattig bis vollsonnig.
Systematik und Verbreitung
Taxonomie
Die Erstbeschreibung von Crinum natans erfolgte 1898 durch John Gilbert Baker in Flora of Tropical Africa, Band 7, S. 396.<ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton natans stammt aus der lateinischen Sprache und bedeutet „schwimmend“.
Subtaxa und ihre Verbreitung
Seit 2009 gibt es zwei Unterarten:
- Crinum natans <templatestyles src="Person/styles.css" />Baker subsp. natans: Sie ist in Fließgewässern der Waldzone in Westafrika weitverbreitet. Es gibt Fundorte von Guinea im Westen bis Kamerun im Osten und nach Süden bis zur Demokratischen Republik Kongo.<ref name="Bjora2009" />
- Crinum natans subsp. inundatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Kwembeya & Nordal: Sie wurde 2009 erstbeschrieben. Sie ist bisher nur von fünf Fundorten bekannt, die in Fließgewässern im Regenwald in Höhenlagen oberhalb von 250 Metern in Kamerun bekannt.
Nutzung und Inhaltsstoffe
In Nigeria werden die Laubblätter und Zwiebeln von Crinum natans gegen Geisteskrankheiten eingesetzt.<ref name="Iroegbu2010" /> Die Zwiebeln enthalten das Alkaloid Crinatin.<ref name="Refaat2014" />
Die Breitblättrige Hakenlilie ist als Solitärpflanze in der Aquaristik bekannt. Sie wächst recht langsam, benötigt einen nährstoffreichen Bodengrund und bevorzugt Standorte mit etwas Strömung.<ref name="Kasselmann2010" />
Quellen
Literatur
- Charlotte Bjora, Ezekeil Kwembeya, Josef Bogner, Inger Nordal: Geophytes diverging in rivers — a study on the genus Crinum, with two new rheophytic taxa from Cameroon. In: Taxon, Volume 58, 2009, S. 561–571. doi:10.1002/tax.582020
- Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 172.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Tropicos"> Crinum natans bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Crinum natans bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Kasselmann2004"> Christel Kasselmann: Crinum natans. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 287. </ref> <ref name="Kasselmann2010"> Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. 3. Auflage, Ulmer Verlag 2010. </ref> <ref name="Refaat2014"> John Refaat, Mohamed S. Kamel, Mahmoud A. Ramadan, Ahmed A. Ali: Crinum; An endless Source of bioactive principles: A Review, Part II. Crinum Alkaloids: Crinine-Type Alkaloids. 2014. </ref> <ref name="Iroegbu2010">
Patrick E. Iroegbu: Healing Insanity: A Study of Igbo Medicine in Contemporary Nigeria. 2010.
</ref> <ref name="Bjora2009"> Charlotte Bjora, Ezekeil Kwembeya, Josef Bogner, Inger Nordal: Geophytes diverging in rivers — a study on the genus Crinum, with two new rheophytic taxa from Cameroon. In: Taxon, Volume 58, 2009, S. 561–571. doi:10.1002/tax.582020 </ref> </references>
Weblinks
- Crinum natans. In: U. Brunken, M. Schmidt, S. Dressler, T. Janssen, A. Thiombiano, G. Zizka: West African plants – A Photo Guide. Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt am Main 2008.
- Datenblatt bei CABI Compendium - Invasive species.
- Bilder von Herbarbelegen von Crinum natans aus dem Herbarium der Royal Botanic Gardens, Kew.
- Aquarium-Guide - Crinum natans.
- Crinum natans auf Heimbiotop.