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Breitblättrige Glockenblume

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Breitblättrige Glockenblume
Datei:Campanula latifolia (51351371029).jpg

Breitblättrige Glockenblume (Campanula latifolia)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Gattung: Glockenblumen (Campanula)
Art: Breitblättrige Glockenblume
Wissenschaftlicher Name
Campanula latifolia
L.

Die Breitblättrige Glockenblume (Campanula latifolia) oder Breitblatt-Glockenblume ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Glockenblumen (Campanula) in der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).

Beschreibung

Datei:Campanula latifolia Sturm61.jpg
Illustration von Jacob Sturm
Datei:Campanula latifolia Large Campanula, Giant bellflower on way from Gangria to Valley of Flowers National Park - during LGFC - VOF 2019 (13).jpg
Blüte von der Seite
Datei:Campanula latifolia Large Campanula, Giant bellflower on way from Gangria to Valley of Flowers National Park - during LGFC - VOF 2019 (14).jpg
Blüte von vorne

Vegetative Merkmale

Die Breitblättrige Glockenblume ist eine 60 bis 120 cm hoch werdende mehrjährige Pflanze mit kräftigen Rhizom und spindelförmig verdickten Seitenwurzeln. Der Stängel ist stielrund oder stumpf gerillt und nahezu kahl. Die Grundblätter sind kurz gestielt, eiförmig-langgestreckt und von beiden Seiten weich behaart.

Generative Merkmale

Die Blütenstände sind mehr oder weniger einseitswendig und relativ stark durchblättert. An den Blütenstielen stehen mittig zwei Vorblätter. Die Blüten sind hell blauviolett und besitzen in der Regel eine Länge von vier bis sechs Zentimeter, der Kelchzipfel ist eilanzettlich.

Die Blütezeit liegt zwischen Juni und August.

Die Früchte sind Kapseln, die sich am Grund mit Poren öffnen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Breitblättrige Glockenblume kommt von Europa bis zum südwestlichen Sibirien und vom westlichen Asien bis zum zentralen Himalaja vor. In Europa fehlt sie in Portugal, Irland, Island und Griechenland sowie auf Korsika, Sardinien und Sizilien.<ref name="POWO" /> In Belgien, den Niederlanden und den US-Staaten Connecticut, Maine, Vermont, Pennsylvania und Utah ist sie ein Neophyt.<ref name="POWO" />

In den Alpen ist sie verbreitet bis zerstreut, seltener ist sie im Alpenvorland, jedoch ist sie in Mitteleuropa nach Osten auch bis nach Thüringen, Sachsen-Anhalt und im böhmischen Randgebirge zu finden.

Sie bevorzugt Hochstaudenfluren, krautreiche Laubmischwälder, ist in tieferen Lagen auch in der Nähe von Bächen zu finden. Sie wächst auf sickerfrischen, feuchten, basen- und nährstoffreichen Lehmböden niederschlagsreicher Lagen in Höhen bis 1500 m. Sie kommt hauptsächlich vor in Gesellschaften des Ulmo-Aceretum aus dem Verband Tilio-Acerion und im Aegopodio-Anthriscetum nitidae aus dem Verband Aegopodion podagrariae.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 2 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Zeigerwerte nach Ellenberg:<ref name="BIB" />

  • Lichtzahl L: 4 = Halbschatten- bis Schattenpflanze
  • Temperaturzahl T: 5 = Mäßigwärmezeiger
  • Kontinentalitätszahl K: 5 = subozeanisch bis subkontinental
  • Feuchtezahl F: 6 = Frische- bis Feuchtezeiger
  • Reaktionszahl R: 8 = Schwachbasen- bis Basenzeiger
  • Stickstoffzahl N: 8 = ausgesprochener Stickstoffzeiger
  • Salzzahl S: 0 = nicht salzertragend

Taxonomie und Systematik

Die Breitblättrige Glockenblume wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 165 erstbeschrieben.

Man kann folgende Unterarten unterscheiden<ref name="POWO" />:

  • Campanula latifolia subsp. latifolia (Syn.: Campanula eriocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />M.Bieb., Campanula macrantha <templatestyles src="Person/styles.css" />Fisch. ex Hornem.): Sie kommt vor von Europa bis zum westlichen Sibirien und von Westasien bis zum mittleren Himalaja.<ref name="POWO-supsp-latifolia" />
  • Campanula latifolia subsp. megrelica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Manden. & Kuth.) Ogan.: Sie kommt im Kaukasus vor.<ref name="POWO-supsp-megrelica" />

Weitere Illustrationen

Literatur

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder, 93. Auflage, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiebelsheim 2003, ISBN 3-494-01413-2.
  • Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch und Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Weissdorn-Verlag, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="POWO">Datenblatt mit weltweiter Verbreitungskarte für Campanula latifolia L. In: Plants of the World Online</ref> <ref name="POWO-supsp-latifolia">Datenblatt mit weltweiter Verbreitungskarte für Campanula latifolia subsp. latifolia In: Plants of the World Online</ref> <ref name="POWO-supsp-megrelica">Datenblatt mit weltweiter Verbreitungskarte für Campanula latifolia subsp. megrelica (Manden. & Kuth.) Ogan In: Plants of the World Online</ref> <ref name="BIB">Steckbriefe zu den Gefäßpflanzen Bayerns: Campanula latifolia L. In: Botanischer Informationsknoten Bayern</ref> <ref name="InfoFlora">Campanula latifolia L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Breitblättrige Glockenblume – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien