Brandkampfstoff
Bei Brandkampfstoffen handelt es sich um chemische Verbindungen, die militärisch eingesetzt werden und schwer zu löschende Brände auslösen. Die bekanntesten Brandkampfstoffe sind Phosphor und Napalm. In den meisten Fällen werden Brandkampfstoffe durch Brandwaffen in das Zielgebiet gebracht.
Geschichte
Das Prinzip eines Brandkampfstoffes wurde bereits im frühen Mittelalter durch das sogenannte Griechische Feuer angewendet. Im Zweiten Weltkrieg gelangten Phosphorbomben und Stabbrandbomben zu trauriger Berühmtheit. Ebenfalls während des Zweiten Weltkrieges – im Jahr 1942 – wurde von amerikanischen Wissenschaftern Napalm entwickelt. Zum Einsatz kam es primär bei Luftangriffen gegen deutsche und vor allem japanische Städte. Seine heutige Bekanntheit verdankt Napalm aber vor allem seiner Verwendung im Korea- und Vietnamkrieg.
Verschiedene Brandkampfstoffe
Brandkampfstoffe sind heftig brennende, schwer löschbare Verbindungen mit unterschiedlichem Brandverhalten. Dabei handelt es sich um metallische, nichtmetallische oder flüssige Substanzen. Sie werden z. B. in Brandbomben, Flammenwerfern, Artilleriegeschossen, Mörsergranaten und Handgranaten verwendet. Bekannte Brandstoffe sind unter anderem:
- Napalm
- Weißer Phosphor
- Thermit
- Elektron
- Magnesium
- Salpeter
- Schwefel
- Natrium
- Zirconium
- Lithium
- Triethylaluminium
- Isopropylnitrat
- Triethylboran
- Butyllithium
- Chlortrifluorid
Schutzmaßnahmen
Die Hauptgefahr beim Einsatz von Brandkampfstoffen stellen neben schweren Verbrennungen vor allem der Entzug von Sauerstoff und die Entstehung giftiger und/oder erstickender Gase wie z. B.: Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Stickoxide oder gar Cyanide dar. Es gelten die üblichen Feuerschutzmaßnahmen, d. h. sofortiges Entfernen von brennender Kleidung und Material. Löschen ist sehr schwierig, da sich Napalm sehr schnell verteilt. Es ist sogar ein Hochkriechen an Wänden möglich. Abflussrinnen und Erdaufschüttungen können eine Verbreitung des Flammenteppichs verhindern. Brennende Räume sind sofort zu verlassen. Die Löscharbeiten werden häufig von dichtem, beißendem Rauch behindert. Brandwunden sind so schnell wie möglich zu versorgen.
Völkerrechtliche Einordnung
Die Zusatzprotokolle von 1977 zu den Genfer Konventionen von 1949 reglementieren den Einsatz von Brandwaffen. Gemäß diesen ist der Einsatz von Brandwaffen gegen Zivilpersonen bzw. in einer Art und Weise, in der es leicht zu Begleitschäden kommen kann verboten, nicht jedoch ihr Einsatz im Allgemeinen.<ref>Icrc.org: Genfer Abkommen und Kommentare</ref>
Siehe auch
Literatur
- Malvern Lumsden: Incendiary Weapons. Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), Schweden, 1975, ISBN 0-262-19139-3.
Weblinks
- Sven-Felix Kellerhoff: Übertroffen wird ihre Zerstörungskraft bis heute nur von Atombomben bei welt.de (deutsch)
- Information über verschiedene Brandmittel. bei feuerwehr-halle.de (Archivlink)
Einzelnachweise
<references />