Brüngsberg
Brüngsberg ist ein Ortsteil von Aegidienberg, einem Stadtbezirk von Bad Honnef im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis.
Geographie
Brüngsberg liegt im Norden der Gemarkung Aegidienberg auf einer Anhöhe (Beuel) nordöstlich der Bundesautobahn 3. Die Ortschaft umfasst Höhenlagen zwischen 230 und {{#ifeq: Vorlage:Höhe/Fmt|Expression error: Unrecognised punctuation character "."||}}{{#if: 260
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| Höhenwert fehlt, siehe Vorlagenbeschreibung
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Geschichte
Urkundlich in Erscheinung trat Brüngsberg bereits im 14. Jahrhundert<ref>Norbert Andernach: Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter. Bd. 12.1, Düsseldorf 1995, ISBN 3-7700-7590-0, S. 297.</ref> und wurde vermutlich erstmals von Siedlern bewohnt, die entlang des Siegtals und Pleisbachs oder der im Bergbereich verlaufenden Straßen zogen. 1610 wurden in dem Protokoll eines „Hofgedinges“ der Siegburger Abtei St. Michael in Honnef fünf Personen erwähnt, die in dem damals Brünßberg genannten Ort ansässig waren. 1803 verzeichnete Brüngsberg 13 Wohnhäuser.<ref>Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde (Hrsg.); Johannes Jansen: Aegidienberger Familienbuch 1666–1875, Köln 2001, ISBN 3-933364-57-4, S. XIV/XV.</ref> Brüngsberg (früher auch Brungsberg) zählt zu den acht Honschaften, aus denen sich das Kirchspiel Aegidienberg spätestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Auflösung des Herzogtums Berg im Jahre 1806 zusammensetzte.<ref>Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 315.</ref><ref name="Heimatblätter">Otmar Falkner: Die Quirrenbacher Mühle. In: Heimatblätter des Rhein-Sieg-Kreises, 75. Jahrgang 2007, S. 140.</ref> 1843 war die Zahl der Wohnhäuser auf 21, 1885 auf 30 angestiegen. 1874 war die Straßenverbindung (heutige L 143) von Himberg über Hövel und Brüngsberg bis nach Niederpleis fertiggestellt worden.
| Grube | Gewonnene Erze |
|---|---|
| Anrep-Zachäus | Blei, Zink, Eisen, Kupfer |
| Flora | Blei |
| Hoffmann<ref name="Nekum">Adolf Nekum: Spurensuche zum historischen Erzbergbau im Siebengebirge (=Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e. V.: Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 16). Bad Honnef 2004, S. 198</ref> | Eisen |
| Emma-Sofie | Kupfer |
| Cäcilie | Blei, Zink, Eisen, Kupfer |
| Bosco | Blei, Zink |
| Rauher Mann<ref name="Nekum" /> | Eisen |
Von wirtschaftlicher Bedeutung für den Ort war der Betrieb zahlreicher Bergwerke, der intensiv gegen Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte. Unterhalb von Brüngsberg und der direkten Umgebung befinden sich einige Mineralgänge, die Kupfer-, Eisen-, Blei- und Zinkerze enthalten.<ref>Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1:25.000. 3., überarbeitete Auflage, Krefeld 1995</ref> Bis 1869 waren zwölf Gruben in Betrieb gegangenen, die sich zum Teil in Richtung Quirrenbach erstreckten; sie gehörten damals noch der Brüngsberger Grubengewerkschaft und ab 1896 der Stolberger Zink AG. Die größte unter ihnen war die Grube Anrep-Zachäus. Spätestens im Juni 1908 wurde sie wegen der Erschöpfung der Vorkommen stillgelegt. Sowohl diese Grube als auch der Arnold-Erbstollen hinterließen umfangreiche Haldenflächen.<ref>Christian Reinhard Kieß, Klemens Dormagen: Bergbau zwischen Schmelztal, Aegidienberg, Brüngsberg, Nonnenberg und Quirrenbach. In: Von Wasserkunst und Pingen. Rheinlandia Verlag, Siegburg 2005, ISBN 3-935005-95-4, S. 15ff</ref>
Nordöstlich von Brüngsberg befand sich ein Bauernhaus, das von 1922 bis 1937 als Erholungsheim für Kinder der Neuwieder Firma Rasselstein genutzt und nach Beginn des Zweiten Weltkriegs vom nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienst zum Einsatz der weiblichen Jugend<ref>25 Jahre Sportfreunde Aegidienberg 58 e. V. Festschrift 1983, S. 101.</ref> übernommen und ausgebaut wurde. Ab 1948 diente es als Kinderheim des Evangelischen Hilfswerks Rheinland, in dem nach Fertigstellung eines im Jahre 1956 begonnenen Erweiterungsbaus bis zu 75 Kinder unterkamen. Geleitet wurde es bis 1959 von der Schweizerin Ruth von Wild. Ab 1959 unterhielt das Evangelische Hilfswerk in Brüngsberg auch ein Internat, das als Förderschule hauptsächlich von Aussiedlerkindern besucht wurde.<ref>Karl Gast: Aegidienberg im Wandel der Zeiten. Aegidienberg 1964, S. 200/201.</ref> 1982 zog in das Gebäude des ehemaligen Kinderheims ein Alten- und Pflegeheim ein, das bis heute betrieben wird.<ref>Chronik des Seniorenheims „Haus Brüngsberg“</ref>
- Einwohnerentwicklung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1816<ref>A. A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preußischen Staats, Verlag K. A. Kümmel, Halle 1821, Erster Band, S. 189</ref> | 88 |
| 1828<ref>Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1830, S. 291</ref> | 98 |
| 1843<ref>Vorlage:Uebersicht Ortschaften Cöln</ref> | 129 |
| 1885<ref>Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII Provinz Rheinland, Verlag des Königlich statistischen Bureaus (Hrsg.), 1888, Seiten 114 u. 115. (online PDF)</ref> | 135 |
| 1905<ref>Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Heft XII Rheinprovinz. Berlin 1909, S. 148</ref> | 128 |
| 1961<ref>Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Landes Nordrhein-Westfalen, Sonderreihe Volkszählung 1961, Heft 2b, S. 99.</ref> | 178 |
Wappen
2007 wurde durch den Künstler Richard Lenzgen eine Schiefertafel als Ortswappen von Brüngsberg geschaffen. Sie zeigt im mittleren Feld „in einer eingeschweiften maisgelben Spitze eine Grubenlampe in Silber als typische Karbidlampe“ – ein Hinweis auf die frühere Bedeutung des lokalen Bergbaus. In grünem Feld stehen „drei Eichenblätter in Silber mit einer goldenen Eichel“ für die Forstwirtschaft und auf rotem Grund ist „eine goldene Getreideähre“ als Symbol für die Landwirtschaft dargestellt.<ref>Wappen der Ortsteile von Aegidienberg, Rundblick Siebengebirge, 3. November 2007</ref>
Sehenswürdigkeiten
- Die Landesstraße 143 überquert zwischen Hövel und Brüngsberg die A 3 mit einer Steinbrücke, dem sogenannten Westerwälder Tor aus dem Jahre 1938. Als eine der wenigen noch erhaltenen Steinbrücken, die in der Zeit des Baus der Autobahn entstanden sind, gilt sie mit ihrem Mauerwerk aus Grauwacke, ihrem großen Kreissegmentbogen und ihren inneren Rundbögen als Kunstdenkmal.
- Als Baudenkmal in der Denkmalliste der Stadt ausgewiesen ist ein Votivkreuz im Osten der Ortschaft, Bauform: Schaft-/Gliederkreuz, Inschrift verwittert.
Weblinks
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- Luftaufnahme des Evangelischen Kinderheims Brüngsberg um 1957, KVV-Archiv Bad Honnef
Einzelnachweise
<references />
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|
Beuel | Bondorf | Lohfeld | Mülheim | Rhöndorf | Rommersdorf | Selhof mit Menzenberg
Stadtbezirk Aegidienberg: Brüngsberg | Efferoth | Himberg | Höhe | Hövel | Neichen | Orscheid | Retscheid | Rottbitze | Siefenhoven | Wintersberg | Wülscheid
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Beuel | Bondorf | Lohfeld | Mülheim | Rhöndorf | Rommersdorf | Selhof mit Menzenberg
Stadtbezirk Aegidienberg: Brüngsberg | Efferoth | Himberg | Höhe | Hövel | Neichen | Orscheid | Retscheid | Rottbitze | Siefenhoven | Wintersberg | Wülscheid }} Vorlage:Klappleiste/Ende