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Bozner Tagblatt

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Datei:Landeszeitung Bozner Tagblatt Nr 1 13 Sept 1943.png
Erste Ausgabe als „Landeszeitung“ vom 13. Sept. 1943, mit NS-Propaganda nach der Okkupation Italiens durch die Wehrmacht am 8./9. September 1943
Datei:BZT 1945 05 02 1 Heldentod.png
Eine der letzten Ausgaben des „Bozner Tagblatts“ gibt am 2. Mai 1945 den angeblichen Heldentod Hitlers bekannt.

Das nationalsozialistische Bozner Tagblatt war während der deutschen Besatzung Südtirols (siehe Operationszone Alpenvorland) die dort einzige zugelassene Zeitung. Es erschien ausschließlich in deutscher Sprache. Das Blatt erschien vom 13. September 1943 bis zum 14. Mai 1945 und erreichte eine maximale Auflagenhöhe von 30.000 Exemplaren.<ref>Erwin Brunner: Die deutschsprachige Presse in Südtirol von 1918 bis 1945. Phil. Diss., Universität Wien 1979, S. 358, Anm. 1.</ref><ref name="kugler">Dorothea Kugler: Die Südtiroler Periodika bis 1945. Standortnachweis und statistische Auswertungen. Hausarbeit, Landesbibliothek Dr. Friedrich Teßmann, Bozen 1988, S. 25.</ref>

Ursprünglicher Herausgeber 1943 war die Arbeitsgemeinschaft der Optanten unter der Schriftleitung von Gunther Langes, Bozen.<ref>Landeszeitung, Ausgabe vom 13. September 1943, S. 2.</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Die Ausgaben der ersten Woche erschienen unter dem Namen Landeszeitung. Politisches Tagblatt, ab dem 20. September 1943 wurde die Bezeichnung Bozner Tagblatt verwendet.<ref name="kugler"/> Langes wurde als „Hauptschriftleiter“ im September 1944 durch Alfred Strobel (bzw. Strobl), den bisherigen Leiter der Innsbrucker Wagner’schen Universitätsbuchhandlung bzw. des NS-Gauverlags und Mitglied des Hauptvorstandes des VDA, ersetzt.<ref>Bozner Tagblatt, Ausgabe vom 1. September 1944, S. 2.</ref><ref>Michael Wedekind: Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945. Die Operationszonen „Alpenvorland“ und „Adriatisches Küstenland“ (= Militärgeschichtliche Studien. Band 38), hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. R. Oldenbourg Verlag: München 2003, ISBN 3-486-56650-4, S. 40, Anm. 108.</ref>

Laut seinem Impressum 1944 wurde das Bozner Tagblatt herausgegeben und gedruckt von der Bozner Verlag und Druckerei G.m.b.H. Als Verlagsleiter fungierte SA-Standartenführer Kurt Schönwitz (Direktor), als Chefredakteur Alfred Strobel („Hauptschriftleiter“), als „Chef vom Dienst“ Herrmann Fink, als Leiter der Anzeigenabteilung Hans Mohnes.<ref>Bozner Tagblatt, Ausgabe vom 16. September 1944, S. 2 (PDF).</ref>

Kulturelle Beiträge, häufig mit völkischem Einschlag, lieferten in unregelmäßiger Folge u. a. die Historiker Rudolf Granichstaedten-Czerva, Adolf Helbok<ref>Vgl. etwa dessen Beitrag Deutsche Schicksalsfragen an die Zukunft in der Ausgabe vom 23. Dezember 1944, S. 5 (Digitalisat).</ref> und Franz Huter, der Geograph Raimund von Klebelsberg<ref>Vgl. etwa dessen Beitrag Der Alpenverein und unsere Heimat 1869–1944 in der Ausgabe vom 29. Juli 1944, S. 5 (Digitalisat).</ref>, die Heimatkundler Bruno Pokorny, Karl Theodor Hoeniger, Richard Staffler und Georg Innerebner, der Ahnenforscher Franz Sylvester Weber, der Prähistoriker Leonhard Franz<ref>Vgl. etwa dessen Beitrag Illyrische Funde im Alpenvorland in der Ausgabe vom 25. November 1944, S. 3 (Digitalisat).</ref>, die Schriftsteller Erich Kofler, Lore von Klebelsberg, Hans Matscher, Hubert Mumelter<ref>Vgl. etwa dessen Beitrag Der ewige Glanz in der Ausgabe vom 2. Dezember 1944, S. 4 (Digitalisat).</ref>, Joseph Georg Oberkofler, Oswald Sailer, Heinrich von Schullern zu Schrattenhofen, Karl Springenschmid und Josef Wenter sowie die Volkskundler Hans Fink und Karl Felix Wolff. Auch der Kriegsberichterstatter Erich Kernmayr und der NS-Pressefunktionär Kurt Maßmann schrieben für das Blatt. Illustrationen wurden u. a. von Lieselotte Plangger-Popp zur Verfügung gestellt.<ref>Vgl. etwa die Illustration Der Pseirer Schildhof in St. Martin in Passeier in der Ausgabe vom 23. Dezember 1944, S. 5 (Digitalisat).</ref>

Wenige Tage nach Erscheinen der letzten Ausgabe des Tagblatts (14. Mai 1945) wurde die am 19. Mai 1945 wieder zugelassene Dolomiten die einzige deutschsprachige Zeitung in Südtirol.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks