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Botokuden

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Datei:Botokudenfrau mit Lippenteller in der Unterlippe.jpg
Botokudenfrau mit Lippenteller (circa 1900)
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Botokuden-Mädchen (1928)
Datei:Botokuden-Hunter.jpg
Botokuden auf der Jagd (die Beute ist ein Hausrind, 1928)

Aymoré oder Botokuden (portugiesisch: botocudos, abgeleitet von botoque = Holzpflock, Faßspund) ist die historische Bezeichnung für Indianer, die in den Wäldern des südöstlichen Brasilien, hauptsächlich auf dem Gebiet des Bundesstaates Minas Gerais, lebten. Die gegenwärtigen Bezeichnungen lauten Krenak (auf Portugiesisch: Crenaques) oder Borun. Ihre Sprache und der Nachname der Mitglieder heißen ebenfalls Krenak. Die Zahl der Mitglieder betrug 2011 nach unterschiedlichen Angaben 600 oder 1000 Personen. Das prominenteste Mitglied war im 19. Jahrhundert Joachim Quäck (eigentlich Nuguäck).

Die Bezeichnung Botokuden leitet sich von dem unter einigen Indianerstämmen verbreiteten Brauch des Tragens von Lippentellern ab. Später wurde der Begriff jedoch generisch für alle Indianer Brasiliens verwandt, die sich der Zentralregierung bzw. den europäischen Kolonisten widersetzten.

Geschichte

Ursprünglich lebten die Botokuden als Jäger und Sammler in Gruppen von 50 bis 200 Mitgliedern. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es zunächst zu schweren kriegerischen Auseinandersetzungen mit vordringenden europäischen Siedlern und später dann zu Verfolgung und Diskriminierung, die praktisch zu ihrer Ausrottung führten.

2007 lebten laut Microsoft Encarta noch etwa 2000 Nachfahren der Botokuden meist als Bauern unter der Landbevölkerung.<ref>Botokuden. In: Microsoft Encarta Online-Enzyklopädie 2009.</ref> Laut Jimmie Durham betrug die Mitgliederzahl im Jahr 2012 nur 600 Personen.<ref>Jimmie Durham: Essay über das indigene Volk der Krenak. Quacks Rückkehr. In: taz.de, 22. April 2011, abgerufen am 25. November 2013.</ref>

Ihre Sprache und Kultur sind fast völlig ausgestorben.<ref>Christopher Moseley: Encyclopedia of the World’s Endangered Languages. Routledge 2007, ISBN 978-0-7007-1197-0, S. 142 (eingeschränkte Online-Version (Google Books))</ref>

Umgangssprachlich wird das Wort Botokuden auch als abwertendes Synonym für eine ungebildete Person mit schlechtem Benehmen verwandt.<ref>Botokude im Duden</ref>

Siehe auch

  • Joachim Quäck: Die Lebensgeschichte des Botokuden Quäck, den Maximilian zu Wied-Neuwied 1818 aus Brasilien nach Neuwied brachte.

Literatur

  • Maximilian zu Wied-Neuwied: Reise nach Brasilien in den Jahren 1815 bis 1817. 2 Bände, Verlag Heinrich Ludwig Brönner, Frankfurt 1820–1821. Band 2. Maximilian zu Wied-Neuwied besuchte 1817 die Botokuden drei Monate lang. Anschließend nahm er den Botokuden Joachim Quäck (eigentlich Nuguäck) als seinen persönlichen Kammerdiener in sein Schloss Neuwied auf. Er beschreibt die Botokuden im 2. Band. Joachim Quäck wird im 2. Band auf den folgenden Seiten erwähnt: 42, 51, 55, 64, 66, 130, 131, 304.
  • J. C. H. King: Family of Botocudos Exhibited on Bond Street 1822. In Christian F. Feest: Indians and Europe: An Interdisciplinary Collection of Essays. University of Nebraska Press, 1999, ISBN 0-8032-6897-1, S. 243–251 ({{#if: teNPu1-uVjQC

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Weblinks

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Einzelnachweise

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