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Bocks-Gänsefuß

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Bocks-Gänsefuß
Datei:Neuchâtel Herbarium - Chenopodium hircinum - NEU000004560.jpg

Bocks-Gänsefuß (Chenopodium hircinum), Herbarexemplar

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Tribus: Chenopodieae
Gattung: Gänsefüße (Chenopodium)
Art: Bocks-Gänsefuß
Wissenschaftlicher Name
Chenopodium hircinum
Schrad.

Der Bocks-Gänsefuß (Chenopodium hircinum) ist eine Pflanzenart in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Er stammt aus Südamerika und kommt unbeständig auch in Mitteleuropa vor.

Beschreibung

Der Bocks-Gänsefuß ist eine einjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 20 bis 100 cm. Er ist stark bemehlt und riecht intensiv unangenehm nach verderbendem Fisch.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Die wechselständigen Laubblätter sind (zumindest anfangs) beidseitig bemehlt und matt. Die Spreite der unteren Blätter ist deutlich dreilappig mit einem fast rechteckigen Mittellappen und nach vorne gerichteten Seitenlappen, die etwa bis zur Mitte der Spreitenlänge reichen. Der Spreitengrund verschmälert sich keilförmig. Der Blattrand ist mehr oder weniger gezähnt.

Der langästige Blütenstand besitzt im oberen Teil keine Tragblätter. Blütenstandsachsen und die grüne Blütenhülle sind mehlig bestäubt. Die reife Frucht bleibt in der Blütenhülle eingeschlossen. Der horizontale, längs abgeflachte Same ist glänzend und stumpfrandig. Die Samenschale ist mit wabenartigen Gruben und radialen Rillen bedeckt.

Die Blütezeit reicht von August bis Oktober.<ref name="Rothmaler" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=36.<ref name="Rothmaler" />

Vorkommen und Gefährdung

Der Bocks-Gänsefuß ist in Südamerika in Argentinien, Bolivien, Chile, Paraguay und Uruguay heimisch.<ref name="POWO" /> Seine Bestände gelten als global gefährdet.<ref name ="Tropicos" /> Als eingeführte Art kommt er auch in Südafrika<ref name ="Tropicos" /> sowie in Nordwesteuropa, Mitteleuropa und Teilen von Osteuropa vor.<ref name="Uotila" />

In Deutschland ist der Bocks-Gänsefuß ein Neophyt, der selten und unbeständig in kurzlebiger Ruderalvegetation (Chenopodietea-Gesellschaften), besonders an Umschlagplätzen wie Bahnhöfen oder Hafenanlagen oder auf Wollabfällen auftaucht. Er bevorzugt trockene, nährstoffreiche, oft rohe Kies- oder Sandböden.<ref name="Rothmaler" /><ref name="Oberdorfer" /> Die wärmeliebende Art ist auf Tieflagen in Süd- und Mitteldeutschland beschränkt.<ref name="Oberdorfer" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 5 (überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Chenopodium hircinum erfolgte 1833 durch Heinrich Adolph Schrader in Index Seminum (Göttingen), S. 2.<ref name ="Tropicos" /> Synonyme von Chenopodium hircinum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrad. sind Chenopodium hircinum fo. genuinum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schrad.) Aellen, Chenopodium bonariense <templatestyles src="Person/styles.css" />Ten., Chenopodium ficifolium f. angustifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(A. Ludw.) Aellen, Chenopodium ficifolium f. deminutum <templatestyles src="Person/styles.css" />(A. Ludw.) Aellen und Chenopodium ficifolium f. multidentatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(A. Ludw.) Aellen.<ref name ="Tropicos" />

Belege

  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora, Band 4, Berlin, Volk und Wissen, 1982, S. 169 (Abschnitt Beschreibung)

Einzelnachweise

<references> <ref name="POWO">Chenopodium hircinum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Chenopodiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 600.</ref> <ref name="Oberdorfer"></ref> <ref name="Rothmaler">Werner Rothmaler: Exkursionsflora, Band 4, Berlin, Volk und Wissen, 1982, S. 169</ref> <ref name="Tropicos">Eintrag bei Tropicos, abgerufen am 12. Februar 2012.</ref> <ref name="Uotila">Pertti Uotila, 2011: Chenopodiaceae (pro parte majore): Chenopodium hircinum – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity, abgerufen am 12. Februar 2012.</ref> <ref name="InfoFlora">Chenopodium hircinum Schrad. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks