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Blauzungenskinke

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Blauzungenskinke
Datei:Blue tongued skink NSW Australia.JPG

Tannenzapfenechse (Tiliqua rugosa) beim Herausstrecken der für die Gruppe namensgebenden blauen Zunge

Systematik
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Skinkartige (Scincoidea)
Familie: Skinke (Scincidae)
Unterfamilie: Egerniinae
Gattung: Blauzungenskinke
Wissenschaftlicher Name
Tiliqua
Gray, 1825

Die Blauzungenskinke oder Blauzungen (Tiliqua) sind eine Gattung aus der Familie der Skinke (Scincidae) innerhalb der Schuppenkriechtiere (Squamata), deren Vertreter sich vor allem durch eine teilweise oder gänzlich blaue Zunge auszeichnen.

Merkmale

Blauzungenskinke sind mittelgroße bis sehr große, kräftig gebaute Skinke.<ref name="wilsonswan2010" /> Die größten Arten erreichen Gesamtlängen von bis zu 55 cm, die Schwanzlänge entspricht bei den meisten Arten ungefähr der Kopf-Rumpf-Länge. Charakteristisches Merkmal der Gattung ist eine große, blaue Zunge. Der Kopf ist kegelförmig, der Körper walzenförmig, die Schuppen bei den meisten Arten glatt.<ref name="rogner1994" /> Sie besitzen vier kurze Beine mit fünf jeweils gleich langen Zehen. Das untere Augenlid ist beweglich. Ohröffnungen sind vorhanden.<ref name="wilsonswan2010" />

Vorkommen

Sechs der sieben Arten bewohnen Australien, eine weitere Art kommt auch auf Neuguinea und einigen südostasiatischen Inseln vor. Zu den von Blauzungenskinken genutzten Lebensräumen gehören Halbwüsten, Buschsteppen, lichte Wälder und seltener auch feuchte Wälder. Blauzungenskinke dringen auch regelmäßig in urbane Räume vor.<ref name="rogner1994" /><ref name="wilsonswan2010" />

Lebensweise

Blauzungenskinke sind tagaktive Bodenbewohner, die sich recht langsam fortbewegen. Als Verstecke nutzen sie unter anderem Hohlräume unter umgefallen Baumstämmen, dichte Vegetation und Baue. Sie fressen Blüten, Früchte, Samen, Blätter, Gliederfüßer, Schnecken, Eier und kleine Wirbeltiere. Wenn sich Blauzungenskinke bedroht fühlen, drohen sie mit aufgeblähtem Körper, hissen und zeigen ihre blaue Zunge.<ref name="wilsonswan2010" />

Fortpflanzung

Blauzungenskinke sind ovovivipar, gebären also lebende Jungtiere.<ref name="wilsonswan2010" /> Bei einigen Arten trägt das Weibchen bis zu 25 Junge aus.<ref name="rogner1994" />

Systematik

Aktuell werden in der Gattung Tiliqua 7 Arten unterschieden,<ref name="reptiledatabase" /><ref name="wilsonswan2010" /> die sich sowohl in Färbung, Beschuppung als auch (zum Teil) durch ihr Verbreitungsgebiet voneinander abgrenzen.

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Verbreitung Gefährdungsstufe
Rote Liste der IUCN
Anmerkungen Bild
Zwergblauzungenskink Tiliqua adelaidensis
(<templatestyles src="Person/styles.css" />Peters, 1863)
Mid North in South Australia Datei:EN IUCN 3 1.svg (Endangered – stark gefährdet) monotypisch
Riesenblauzungenskink Tiliqua gigas
(<templatestyles src="Person/styles.css" />Schneider, 1801)
Neuguinea und östliches Indonesien Datei:NE IUCN 3 1.svg (Not Evaluated – nicht beurteilt) 3 Unterarten Riesenblauzungenskink (Tiliqua gigas)
Zentralaustralischer Blauzungenskink Tiliqua multifasciata
<templatestyles src="Person/styles.css" />Sternfeld, 1919
New South Wales, Northern Territory, Queensland, South Australia und Western Australia Datei:LC IUCN 3 1.svg (Least Concern – nicht gefährdet) monotypisch Zentralaustralischer Blauzungenskink (Tiliqua multifasciata)
Schwarzgelber Blauzungenskink Tiliqua nigrolutea
(<templatestyles src="Person/styles.css" />Quoy & <templatestyles src="Person/styles.css" />Gaimard, 1824)
Südöstliches Australien, Tasmanien und Inseln der Bass-Straße Datei:NE IUCN 3 1.svg (Not Evaluated – nicht beurteilt) monotypisch Schwarzgelber Blauzungenskink (Tiliqua nigrolutea)
Westlicher Blauzungenskink Tiliqua occipitalis
(<templatestyles src="Person/styles.css" />Peters, 1863)
W- und S-Western Australia, große Teile von South Australia, S-Northern Territory sowie NW-Victoria und SW-New South Wales Datei:LC IUCN 3 1.svg (Least Concern – nicht gefährdet) monotypisch Westlicher Blauzungenskink (Tiliqua occipitalis)
Tannenzapfenechse Tiliqua rugosa
(<templatestyles src="Person/styles.css" />J. E. Gray, 1825)
Südliches und Westliches Australien Datei:LC IUCN 3 1.svg (Least Concern – nicht gefährdet) 4 Unterarten Tannenzapfenechse (Tiliqua rugosa)
Gemeiner Blauzungenskink Tiliqua scincoides
(<templatestyles src="Person/styles.css" />White, 1790)
weite Landesteile Australiens Datei:LC IUCN 3 1.svg (Least Concern – nicht gefährdet) 3 Unterarten Gemeiner Blauzungenskink (Tiliqua scincoides)

Fossiler Beleg

Die größte bekannte Art der Blauzungenskinke wurde 2009 fossil aus dem Pliozän und Pleistozän beschrieben. Sie erhielt den Namen Tiliqua frangens und war mit 2,4 kg doppelt so schwer wie die rezenten Blauzungenskinke und - wie die Tannenzapfenechse - stark gepanzert.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Belege

<references> <ref name="reptiledatabase"> https://reptile-database.reptarium.cz/search.php?genus=Tiliqua&exact%5B%5D=genus&submit=Search </ref> <ref name="rogner1994"> M. Rogner: Echsen. Band 2, Eugen Ulmer Verlag, 1994, ISBN 3-8001-7253-4. </ref> <ref name="wilsonswan2010"> S. Wilson, G. Swan: A complete guide to reptiles of Australia. New Holland Publishers, 2010, ISBN 978-1-877069-76-5. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Tiliqua – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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