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Bis daß der Tod euch scheidet (1979)

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Vorlage:Medienbox/Kopf
Produktionsland DDR
Erscheinungsjahr 1979
Länge 96 Minuten
Produktions­unternehmen DEFA-Studio für Spielfilme, Gruppe „Babelsberg“
Stab
Regie Heiner Carow
Drehbuch Heiner Carow, Günther Rücker
Musik Peter Gotthardt
Kamera Jürgen Brauer
Schnitt Evelyn Carow
Besetzung

Bis daß der Tod euch scheidet ist ein Spielfilm von Heiner Carow aus dem Jahr 1979 über die Entwicklung einer jungen Ehe im sozialistischen Deutschland . Er wurde von über 850.000 Kinobesuchern gesehen<ref name="mdr">vgl. Bis dass der Tod euch scheidet. In: mdr.de. 26. September 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Oktober 2006; abgerufen am 3. November 2014., in anderen Informationen wurden über eine Million Zuschauer genannt</ref> und gilt als einer der wichtigsten DEFA-Filme dieser Zeit über Paarbeziehungen.

Handlung

Sonja und Jens sind ein junges Paar. Die verliebten Zwanzigjährigen heiraten schnell und genießen ihr junges Glück. Alles verläuft planmäßig. Sonja wird schwanger und mit dem Kind beginnt ihre Ehe zu kriseln.

Jens verdient als Bauarbeiter ausreichend Geld, um die kleine Familie über die Runden zu bringen, möchte aber nicht, dass Sonja das Kind in die Krippe gibt und mitverdient. Er sieht die junge Frau als treusorgende Mutter, die sich ausschließlich um das Kind kümmert, hat er doch selbst als Kind wegen seiner arbeitenden Mutter zu wenig Zuneigung erfahren. Sonja verweigert sich diesen Vorstellungen und beginnt, sich heimlich zur Facharbeiterin fortzubilden. Als sie Jens nach sechs Monaten ihre Abschlussurkunde mit der Note „sehr gut“ zeigt, wird er gegenüber Sonja gewalttätig. Die Ehe entwickelt sich zu einem Horrorszenario für Sonja und Jens, der auch anfängt zu trinken. Jens fällt durch die Meisterprüfung durch.

Als Jens versehentlich aus einer Mineralwasserflasche trinkt, die Putzmittel enthält, hindert Sonja, die um den Inhalt der Flasche weiß, ihn nicht. Ihr Gewissen belastet sie jedoch sehr und sie will sich der Polizei stellen, was ihre Freundin Tilli verhindert. Auf Tillis Hochzeit hält sie den Druck endlich nicht mehr aus und gesteht den anwesenden Gästen, dass sie Jens’ Vergiftung wissentlich zugelassen hat. Die Gäste reagieren mit Entsetzen, doch Jens stellt sich schützend vor seine Frau. Eine zweite Chance scheint möglich.

Hintergrund

Bis daß der Tod euch scheidet war der nächste Film von Heiner Carow nach dessen großem Erfolg Die Legende von Paul und Paula. Es war der Debütfilm der jungen Hauptdarstellerin Katrin Saß, ihr Partner war Martin Seifert, weitere wichtige Rollen spielten Angelica Domröse und Renate Krößner.

Als Hauptdrehort hatte der Szenenbildner Harry Leupold einen Eckladen in der Dimitroff-Straße (heute Danziger Straße)/Lychener Straße in Berlin-Prenzlauer Berg vorgeschlagen, auch um die optisch-spieltechnische Verbindung zum Straßenverkehr herzustellen. Das Lied Am Fenster der Gruppe City ist im Film mehrmals zu hören, es wurde später eines der meistgespielten DDR-Rocksongs.

Der Film wurde von über einer Million Zuschauern gesehen und führte zu intensiven Diskussionen über das Rollenverständnis in Paarbeziehungen.

Der Film wurde auch später vereinzelt noch gezeigt, so 2016 im Berliner Zeughauskino, 2017 bei der Berlinale<ref>Bis daß der Tod euch scheidet Berlinale 2017, Retrospektive</ref>, 2020 im Filmmuseum Potsdam und 2026 im Kleinen Kino in Frankfurt (Oder). Er ist auf DVD erhältlich.

Würdigungen

Das Lexikon des internationalen Films schrieb

„Ein streckenweise grell inszenierter, dramaturgisch jedoch geschickt aufgebauter Ehekonflikt-Film der DEFA, der die offiziellen Phrasen vom allgemeinen Glücklichsein in der sozialistischen Gesellschaft ad absurdum führt.“<ref>Bis daß der Tod euch scheidet. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 23. Januar 2018.</ref>

Der Tagesspiegel aus Berlin befand 1979

„Hier wird ein DDR-Gegenwartsthema kompromisslos behandelt, werden Konflikte voll ausgespielt und sind auch polemische Züge unverkennbar.'“<ref name="dt Filmhaus">Bis daß der Tod euch scheidet. In: film.at. Abgerufen am 3. November 2014., mit diesem Zitat</ref>

Das Programmkino Kleines Kino in Frankfurt (Oder) lobte 2026

Bis dass der Tod euch scheidet ist eines der eindringlichsten Beziehungsdramen des DEFA-Kinos. (...) Ohne moralischen Zeigefinger zeigt der Film die schleichende Eskalation einer Beziehung – präzise beobachtet, erschütternd ehrlich und bis heute von großer Intensität. (...) Der Film wirkt erschreckend zeitlos. Themen wie toxische Beziehungen, Machtstrukturen und psychische Gewalt sind heute aktueller denn je. Gerade im Kino entfaltet Carows Werk eine nachhaltige Wirkung und lädt zur Auseinandersetzung und zum Gespräch ein. (...) Der Film gehört zu den wichtigsten Werken des späten DEFA-Kinos. Seine klare gesellschaftliche Haltung und die kompromisslose Darstellung machten ihn zu einem Meilenstein des deutschen Films.“<ref>Bis daß der Tod euch scheidet Kleines Kino</ref>

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

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