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Biologische Heilmittel Heel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Biologische Heilmittel Heel GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1936
Sitz Baden-Baden
Mitarbeiterzahl 1300
Umsatz > 200 Mio. Euro<ref>Zahlen und Fakten In: heel.de, abgerufen am 25. März 2022.</ref>
Branche Homöopathika
Website www.heel.de
Stand: 31. Dezember 2020
Datei:Heel, Baden-Baden.jpg
Bürogebäude in Baden-Baden

Die Biologische Heilmittel Heel GmbH ist einer der weltweit größten Hersteller von Homöopathika mit Sitz in Baden-Baden und ist eine Tochtergesellschaft der Delton AG, Bad Homburg.

Unternehmen

Das Unternehmen wurde 1936 in Berlin von Hans-Heinrich Reckeweg (1905–1985) gegründet. „Heel“ setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des lateinischen Satzes: „Herba est ex luce“ („die Heilpflanze bezieht ihre Kraft aus dem Sonnenlicht“) zusammen. Das Unternehmen hatte einen Sitz in Triberg im Schwarzwald und vertrieb das bei Schwindelanfällen eingesetzte Präparat Vertigo-Heel.<ref>Münchener Medizinische Wochenschrift. Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. CXXXII.</ref> Neben Deutschland verfügt Heel über weitere Standorte in Belgien, Brasilien, Chile, Kanada, Kolumbien, Niederlande, Polen, Spanien, Südafrika und den USA. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt weltweit 1300, davon rund 800 in Deutschland.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Heel Facts and Figures (Stand: 5. April 2012) (Memento vom 3. März 2012 im Internet Archive)</ref> Über die Delton AG ist Stefan Quandt zu 100 % Eigentümer des Unternehmens.

Der Fokus von Heel liegt auf homöopathischen Kombinationspräparaten. Die Präparate von Heel unterstützen die Homotoxikologie. Das homotoxikologische System liefert wie auch die Homöopathie ein wissenschaftlich nicht anerkanntes alternativmedizinisches Modell<ref>Stiftung Warentest (Hrsg.): Die andere Medizin. Nutzen und Risiken sanfter Heilmethoden. Berlin, 2. Auflage. 1992, S. 184–185.</ref> der Entstehung von Erkrankungen.

Kritik

Das Unternehmen finanzierte die Stiftungsprofessur von Harald Walach als Leiter des wissenschaftlich umstrittenen, mittlerweile geschlossenen Institutes für transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder.<ref>Esoterik-Institut vor dem Aus? (18. Juni 2012).</ref>

Heel finanzierte ferner Claus Fritzsche, der sich selbst als Journalist bezeichnete und mehrere Websites betrieb, auf denen er sich der Diffamierung von Kritikern komplementärmedizinischer Praktiken widmete. Dabei verwendete Fritzsche verschiedene Server, die sich gegenseitig verlinkten, um die Suchergebnisse u. a. von Google zu manipulieren und so seine Diffamierungen in den Vordergrund zu rücken. Claus Fritzsche wurden journalistisch unlautere Praktiken, Schmähungen und Drohungen vorgeworfen.<ref name=":0">Jens Lubbadeh: Schmutzige Methoden der sanften Medizin. Hrsg.: Süddeutsche Zeitung. 30. Juni 2012 (sueddeutsche.de).</ref> Ein Opfer dieser Praxis war z. B. der britische Forscher Edzard Ernst.<ref name=":0" /> Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung im Jahr 2012 gingen Geldgeber auf Distanz zu Fritzsche. Er beging im Januar 2014 Suizid.<ref>Ulrich Berger: Claus Fritzsche 1964 – 2014. In: ScienceBlogs. 25. Februar 2014, abgerufen am 25. Januar 2025.</ref>

Für eine pharmakologische Wirksamkeit homöopathischer Arzneien existiert kein wissenschaftlicher Nachweis. Homöopathie ist eine pseudowissenschaftliche Behandlungsmethode.<ref>Nikil Mukerji, Edzard Ernst: Why homoeopathy is pseudoscience. In: Synthese, Band 200. 2022, abgerufen am 22. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es lässt sich keine therapeutische Wirkung nachweisen, die über Placebo-Effekte hinausgeht.<ref>Aijing Shang, Karin Huwiler-Müntener, Linda Nartey, Peter Jüni, Stephan Dörig, Jonathan A. C. Sterne, Daniel Pewsner, Matthias Egger: Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. In: The Lancet. Band 366, Nr. 9487, 27. August 2005, ISSN 1474-547X, S. 726–732, doi:10.1016/S0140-6736(05)67177-2, PMID 16125589.</ref> Von der wissenschaftlichen Medizin wird die Homöopathie als pharmakologisch wirkungslose, in einigen Fällen riskante Behandlung abgelehnt.<ref>Otto Prokop: Homöopathie. Was leistet sie wirklich? Ullstein Taschenbuch Auflage. Ullstein, Berlin 1995, ISBN 3-548-35521-8, S. 28.</ref>

Weblinks

Koordinaten: 48° 46′ 52,5″ N, 8° 10′ 56″ O

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Einzelnachweise

<references />