Binsenblättrige Segge
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| Binsenblättrige Segge | ||||||||||||
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| Datei:Carex maritima.JPG
Fruchtstand der Binsenblättrigen Segge (Carex maritima) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Carex maritima | ||||||||||||
| Gunn. |
Die Binsenblättrige Segge (Carex maritima), auch Einwärtsgebogene Segge genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Binsenblättrige Segge ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die nur Wuchshöhen von 2 bis 18 Zentimetern erreicht. Sie hat ein langes und unterirdisch kriechendes Rhizom. Die Stängel sind meist seitlich gebogen und sind bei einem Durchmesser von bis zu 2 Millimetern stielrund oder undeutlich dreikantig. Die Blattspreiten sind steif und binsenförmig und meist erheblich länger als der Stängel<ref name="Schultze-Motel1980" /> und nur 1 bis 2 Millimeter breit.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Der blass-rotbraune köpfchenförmige Blütenstand ist bei einer Länge von 5 bis 18 Millimetern sowie einer Breite von 5 bis 13 Millimetern kugelig oder dreieckig und enthält drei bis fünf Ährchen. Die Spelzen der weiblichen Blüten sind braun, stachelspitzig, am Rand weißhäutig und haben einen grünen Mittelnerv. Die Spelzen der männlichen Blüten sind schmaler und mehr spitzig.<ref name="Schultze-Motel1980" /> Die Schläuche sind bei einer Länge von etwa 3,5 Millimetern eiförmig mit zugespitztem oberen Ende, plankonvex, mit einem glatten, schief abgeschnittenen Schnabel und zuerst gelb-braun und reif schwarz-braun. Die weiblichen Blüten besitzen zwei Narben.
Die Frucht ist verkehrt-eiförmig, linsenförmig abgeflacht und glänzend.<ref name="Schultze-Motel1980" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 60.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nordeuropa und Nordafrika bis Sibirien und Nordostasien, nach Grönland und Nordamerika.<ref name="POWO" /> In Europa gibt es Fundorte in Frankreich, Italien, der Schweiz, in Österreich, Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Spitzbergen und im nordwestlichen Russland.<ref name="Euro+Med" /> In Finnland ist Carex maritima ausgestorben.<ref name="POWO" />
In Mitteleuropa ist die Binsenblättrige Segge ein auf die Hochalpen in Höhenlagen von 1200 bis 2900 Metern beschränktes Eiszeitrelikt, nur selten steigt sie bis 700 Meter herab (Inn bei Zams).<ref name="Schultze-Motel1980" /> Sie ist meist selten und fehlt in Deutschland. Bis ins 19. Jahrhundert kam die Binsenblättrige Segge in Dänemark auf einigen Nordseeinseln und auf Jütland vor.
Die Binsenblättrige Segge gedeiht auf sandigen, neutralen bis schwach sauren Urgesteinsböden, auf Gletschermoränen, im Bachschotter und an Felsen. Sie ist eine Charakterart des Caricetum maritima aus dem Verband Caricion bicoloris-atrofuscae.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4fw+ (sehr feucht, stark wechselnd, im Bereich von fließendem Bodenwasser), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Carex maritima erfolgte 1772 durch Johan Ernst Gunnerus in Flora Norvegica ..., Band 2, S. 131. Das Artepitheton maritima heißt "maritim" und bezieht sich auf Vorkommen in Meeresnähe, wie sie im hohen Norden möglich sind. Synonyme für Carex maritima <templatestyles src="Person/styles.css" />Gunn. sind: Carex incurva <templatestyles src="Person/styles.css" />Lightf., Carex juncifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />All., Carex banata <templatestyles src="Person/styles.css" />Sm., Carex melanocystis <templatestyles src="Person/styles.css" />É.Desv., Carex psammogaea <templatestyles src="Person/styles.css" />Steud., Carex misera <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil. nom. illeg., Carex stenophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />L.Thienem. ex Boott nom. illeg., Carex oligantha <templatestyles src="Person/styles.css" />Phil. nom. illeg., Carex melanocystis var. misera <templatestyles src="Person/styles.css" />Kük., Carex bucculenta <templatestyles src="Person/styles.css" />V.I.Krecz., Carex camptotropa <templatestyles src="Person/styles.css" />V.I.Krecz., Carex jucunda <templatestyles src="Person/styles.css" />V.I.Krecz., Carex orthocaula <templatestyles src="Person/styles.css" />V.I.Krecz., Carex psychroluta <templatestyles src="Person/styles.css" />V.I.Krecz., Carex setina <templatestyles src="Person/styles.css" />(Christ) V.I.Krecz., Carex transmarina <templatestyles src="Person/styles.css" />V.I.Krecz., Carex amphilogos <templatestyles src="Person/styles.css" />K.Koch.<ref name="POWO" />
Literatur
- Wolfram Schultze-Motel: Cyperaceae. In:
- Arthur Oliver Chater: Carex. In:
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Carex maritima Gunnerus In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Schultze-Motel1980"> Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1.Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 111–112. </ref> <ref name="Euro+Med"> P.Jiménez-Mejías, M.Luceño (2011+): Cyperaceae. Datenblatt Carex maritima In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Carex maritima bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> </references>
Weblinks
- Verbreitung auf der Nordhalbkugel aus: Eric Hultén, Magnus Fries: Atlas of North European vascular plants 1986, ISBN 3-87429-263-0 bei Den virtuella floran.
- Datenblatt mit Fotos bei FloreAlpe.