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Bezirk Marienbad

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Datei:Siegelmarke Kaiserlich Königliche Bezirkshauptmannschaft - Marienbad W0218094.jpg
Bezirkshauptmannschaft Marienbad – Siegelmarke

Der Bezirk Marienbad ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=cs|SCRIPTING=Latn|SERVICE=tschechisch}}) war ein Politischer Bezirk im Königreich Böhmen. Der Bezirk umfasste Gebiete in Westböhmen (Okres Cheb). Sitz der Bezirkshauptmannschaft ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=cs|SCRIPTING=Latn|SERVICE=tschechisch}}) war die Stadt Marienbad (Mariánské Lázně, heute Český Mariánské Lázně). Das Gebiet gehörte seit 1918 zur neu gegründeten Tschechoslowakei und ist seit 1993 Teil Tschechiens.

Geschichte

Die modernen, politischen Bezirke der Habsburgermonarchie wurden 1868 im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung geschaffen.

Das spätere Gebiet des Bezirks Marienbad gehörte zunächst zum Kreis Eger bzw. Kreis Bunzlau und verteilte sich auf die Gerichtsbezirke Tepl, Petschau und Bad Königswart (anfangs „Königswart“).<ref>Landes-Regierungs-Blatt für das Königreich Böhmen 1854, I. Abtheilung, XLVII. Stück, Nr. 277: „Verordnung der Ministerien des Inneren, der Justiz und der Finanzen vom 9. Oktober 1854, betreffen die politische und gerichtliche Organisirung des Königreichs Böhmen“</ref>

Das Gebiet wurde im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung<ref>Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“</ref> ab 1868 Teil der BezirkeTepl, Karlsbad und Plan.<ref>Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868, die Durchführung des Gesetzes vom 19. Mai 1868 (Reichs-Gesetz-Blatt Nr. 44) in Böhmen, Dalmatien, Oesterreich unter und ob der Enns, Steiermark, Kärnthen, Bukowina, Mähren, Schlesien, Tirol und Vorarlberg, Istrien, Görz und Gradiska betreffend.</ref>

Mit der Errichtung des Gerichtsbezirks Marienbad wurde 1888 die Grundlage für die Schaffung des Bezirks Marienbad festgelegt, wobei der Gerichtsbezirk zehn Gemeinden des Gerichtsbezirks Tepl und der Stadt Sangenberg des Gerichtsbezirks Petschau gebildet wurde. Der Gerichtsbezirk Marienbad blieb jedoch zunächst Teil des Bezirks Tepl.<ref>Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1887, XXVIII. Stück, Nr. 71: „Verordnung des Justizministeriums vom 5. Juni 1887, betreffend die Errichtung des Bezirksgerichtes Marienbad in Böhmen“</ref><ref>Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1887, VI. Stück, Nr. 21: „Verordnung des Justizministeriums vom 12. Februar 1888, betreffend den Beginn der Amtswirksamkeit des Bezirksgerichtes Marienbad in Böhmen“</ref>

Per 1. Oktober 1902 bildete in der Folge die Gerichtsbezirke Marienbad und Bad Königswart den Bezirk Marienbad.<ref>Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1902, XCII. Stück, Nr. 183: „Kundmachung des Ministeriums des Innern vom 11. September 1902, betreffend die Errichtung einer Bezirkshauptmannschaft in Marienbad“</ref>

Der Bezirk Marienbad umfasste 1910 eine Fläche von 322,25 km² und eine Bevölkerung von 31.993 Personen. Von den Einwohnern hatte 1910 31.656 Deutsch als Umgangssprache angegeben. Weiters lebten im Bezirk 14 Tschechischsprachige<ref>In der Volkszählung wurden Personen mit böhmischer, mährischer und slowakischer Umgangssprache zusammengefasst</ref> und 323 Anderssprachige oder Staatsfremde.<ref>C.k. místodržitelství (Hrsg.): Seznam míst v království Českém. Sestaven na základě úředních dat k rozkazu c.k. místodržitelství. Prag 1913, S. 733</ref>

Gemeinden

Der Bezirk Marienbad umfasste Ende 1914 die 39 Gemeinden Zeidlweid (Brtná), Kuttnau (Chotenov), Untersandau (Dolní Žandov), Grafengrün (Háj), Hollowing (Holubín), Obersandau (Horní Žandov), Tannaweg (Jedlová), Klemensdorf (Klimentov), Schönthal (Krásné), Bad Königswart (Lázně Kynžvart), Perlsberg (Lazy), Kleinsichdichfür (Malá Hleďsebe), Kleinschüttüber (Malá Šitboř), Marienbad (Mariánské Lázně), Miltigau (Milíkov), Einsiedl (Mnichov), Krottensee (Mokřina), Habakladrau (Ovesné Kladruby), Pistau (Pístov), Markusgrün (Podlesí), Sangerberg (Prameny), Royau (Rájov), Rauschenbach (Sítiny), Lohhäuser (Slatina), Schönficht (Smrkovec), Altwasser (Stará Voda), Tachauer Schmelzthal (Tachovská Huť), Teschau (Těšov), Königswarter Dreihacken (Tři Sekery), Tachauer Dreihacken (Tři Sekery), Amonsgrün (Úbočí), Auschowitz (Úšovice), Schanz (Valy), Großsichdichfür (Velká Hleďsebe), Wilkowitz (Vlkovice), Maiersgrün (Vysoká), Hohendorf (Zádub), Abaschin (Závišín) und Rockendorf (Žitná Rochlitz).<ref>Statistik Austria|k.k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Böhmen. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1915, S. 239</ref>

Einzelnachweise

<references />

Literatur

Siehe auch

Vorlage:Navigationsleiste Bezirke in Böhmen