Bettina Schöne-Seifert
Bettina Schöne-Seifert (* 5. September 1956<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bettina Schöne-Seifert auf der Website der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen ( vom 12. März 2016 im Internet Archive)</ref> in Göttingen<ref name="leo2009">Leopoldina: Neugewählte Mitglieder 2009 (PDF; 2,4 MB)</ref>) ist Expertin für Medizinethik. Sie war 2001 bis 2010 Mitglied im Deutschen Ethikrat.
Leben
Bettina Schöne-Seifert ist die Tochter des Göttinger Germanisten Albrecht Schöne.<ref>Erinnerungen von Albrecht Schöne (Leseprobe). In: solon-buch.ciando-shop.com. Solon-Buch, abgerufen am 4. September 2023.</ref> Sie studierte Humanmedizin an den Universitäten in Freiburg im Breisgau, in Göttingen und in Wien und erreichte ihre ärztliche Approbation sowie die medizinische Promotion in Göttingen. Ihre Postdoc-Zeit und ein Aufbaustudium der Philosophie und Medizinethik absolvierte sie an der Georgetown University in Washington, D.C. Sie erhielt ein Ausbildungsstipendium Medizinethik des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und arbeitete von 1990 bis 1996 als Assistentin am Philosophischen Seminar der Universität Göttingen am Lehrstuhl von Lorenz Krüger. Von 1994 bis 1995 war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und von 1997 bis 2000 Mitarbeiterin an der Arbeits- und Forschungsstelle Ethik der Universität Zürich bei Anton Leist im Rahmen eines Nationalfonds-Projekts zur Psychiatrischen Ethik. Im Jahr 2000 habilitierte sie sich an der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen. Von 2001 bis 2003 war sie Gastprofessorin an der Zentralen Einrichtung für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik der Universität Hannover bei Paul Hoyningen-Huene.
Seit 2003 ist Bettina Schöne-Seifert Inhaberin des C4-Lehrstuhls für Ethik in der Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.
2001 wurde sie in den Nationalen Ethikrat berufen (seit 2008 Deutscher Ethikrat), dem sie bis 2010 angehörte.<ref>Deutscher Ethikrat: Bettina Schöne-Seifert. In: ethikrat.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2011; abgerufen am 14. November 2011.</ref> 2008 wurde sie ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Im Jahr 2008 wurde Schöne-Seifert zum „Max-Planck-Fellow“ am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster ernannt.<ref>Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert zum „Max Planck Fellow“ berufen. Meldung des MPI für molekulare Biomedizin vom 10. März 2008</ref> Im Jahr 2009 wurde sie zum Mitglied der Leopoldina in der Sektion Wissenschaftstheorie gewählt.<ref>Mitgliedseintrag von Bettina Schöne-Seifert bei der Deutschen Akademie der Naturforscher LeopoldinaVorlage:Abrufdatum</ref> 2011 erhielt sie den Arthur-Burkhardt-Preis. Für 2020 wurde Schöne-Seifert der Bielefelder Wissenschaftspreis zugesprochen, 2021 wurde sie in die Academia Europaea gewählt.<ref>Eintrag auf der Internetseite der Academia Europaea</ref> Im Sommersemester 2024 hatte sie die Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne.<ref>https://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/link-zur-stiftungsprofessorin-2024-prof-dr-bettina-schoene-seifert/</ref>
2016 gründete sie den Münsteraner Kreis; dieser legte im August 2017 das Münsteraner Memorandum Heilpraktiker vor, ein kritisches Positionspapier zum Heilpraktikerberuf.<ref>Ute Eppinger: Ärzte fordern: Heilpraktiker abschaffen oder besser ausbilden (Transcript). In: medscape.com. 21. August 2017, abgerufen am 13. Juni 2023.</ref><ref>Matthias Wallenfels: Ruf nach konsequentem Patientenschutz. In: aerztezeitung.de. 21. August 2017, abgerufen am 13. Juni 2023.</ref><ref name="SPON-1163792">Ärzte und Wissenschaftler fordern Abschaffung des Heilpraktiker-Berufs. In: Spiegel Online. 21. August 2017, abgerufen am 9. Juni 2018.</ref><ref>Kathrin Zinkant: Geregelte Ausbildung. In: sueddeutsche.de. 21. August 2017, abgerufen am 8. Juli 2018.</ref>
Wissenschaftliche Arbeiten
In ihren medizinethischen Arbeiten, die sie zum Großteil in Fachzeitschriften und Sammelwerken publiziert hat, beschäftigt sich Schöne-Seifert mit Fragen der Patientenautonomie, der Sterbeassistenz und -hilfe, des Suizids, der selektiven Abtreibung, der medizinischen Versuche an Menschen, der Transplantationsmedizin, der Stammzellenforschung, der Priorisierung medizinischer Leistungen, der Gerechtigkeit im Gesundheitswesen sowie der Leistungskürzungen im Gesundheitssystem.<ref>Liste der Veröffentlichungen auf der Seite der Universität Münster abgerufen am 21. April 2026.</ref>
Ihr 2025 erschienenes Buch Leben. Körper. Tod. wurde für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert.<ref>Liste der Nominierten; abgerufen am 21. April 2026.</ref>
Werk (Auswahl)
Als Alleinautorin
- Grundlagen der Medizinethik. Alfred Kröner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-520-50301-5.
- Nutzen und Schaden aus klinischer Forschung am Menschen - ethische, rechtliche und empirische Untersuchungen. Teilprojekt 1: Ethische Probleme bei Randomisierten Klinischen Studien; Teilprojekt 2: Untersuchungen zur Realität der Equipoise in Randomisierten Klinischen Studien. Abschlussbericht Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Centrum für Bioethik. Münster 2007, ohne ISBN.
- Beim Sterben helfen - dürfen wir das? Metzler, Berlin 2020, ISBN 978-3-476-05653-5.
- Leben, Körper, Tod. Zwölf Aktuelle Kontroversen der Medizinethik, Wallstein, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8353-5961-1.
Als Herausgeberin
- Humangenetik - ethische Probleme der Beratung, Diagnostik und Forschung. Dokumentation der Jahresversammlung des Arbeitskreises Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland, Köln 1991 (Medizin-Ethik, 4), G. Fischer, Stuttgart 1993, ISBN 3-437-11471-9.
- zus. mit Davinia Talbot: Enhancement : die ethische Debatte. mentis, Paderborn 2009, ISBN 978-3-89785-604-2.
- Münsteraner Memoranden : eine kritische Auseinandersetzung mit komplementärer und alternativer Medizin. jmb-Verlag, Hannover 2023, ISBN 978-3-95945-600-5.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schöne-Seifert, Bettina |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Expertin für Medizinethik, Mitglied im Deutschen Ethikrat |
| GEBURTSDATUM | 5. September 1956 |
| GEBURTSORT | Göttingen |
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- Medizinethiker
- Mitglied des Deutschen Ethikrates
- Mediziner (20. Jahrhundert)
- Mediziner (21. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Universität Münster)
- Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert)
- Mitglied der Academia Europaea
- Absolvent der Georg-August-Universität Göttingen
- Deutscher
- Geboren 1956
- Frau