Bertha von Burgund
Bertha von Burgund war die Tochter des Königs Konrad III. von Burgund und der Mathilde, Tochter des westfränkischen Königs Ludwig IV.
In der Literatur werden ihre Lebensdaten allgemein mit * um 965; † nach 1010<ref>Carsten Woll: Die Königinnen des hochmittelalterlichen Frankreich 987-1237/38, Franz Steiner Verlag 2002, ISBN 3-515-08113-5, S. 62f</ref> angegeben.
Sie heiratete in erster Ehe Odo I. Graf von Blois und Chartres<ref>Joseph Landsberger: „Graf Odo I. von der Champagne: (Odo II. v. Blois, Tours u. Chartres), 995-1037“; Inaugural - Dissertation zur Erlangung der philosophischen Doctorwürde an der Georgia Augusta zu Göttingen von Jos. Landsberger aus Posen. Berlin 1878. Druck von Franz Jahncke, Blumenstr. 79: S. 15</ref>, mit dem sie drei Kinder hatte.
Der spätere König Robert II. der Fromme verstieß seine erste Ehefrau Rozala-Susanna von Italien, die, einst aus politischen Gründen geheiratet, keine Kinder gebar. Um den Fortbestand der königlichen Dynastie zu sichern, war die Eheschließung mit Bertha erwogen worden. In manchen Darstellungen findet sich die Annahme, die Ehe wäre als Auflehnung gegen seinen Vater Hugo Capet zu vermuten und erst dessen Tod im Oktober 996 hätte den Weg für die Heirat frei gemacht. Die Darstellung zeitgenössischer Chronisten lässt dies inzwischen nicht mehr annehmen, zumal Verwandtschaftsehen zur damaligen Zeit nicht ungewöhnlich waren<ref>Hrsg.: Joachim Ehlers, Heribert Müller und Bernd Schneidmüller; „Die französischen Könige des Mittelalters 888 - 1498: Von Odo bis Karl VIII“, C. H. Beck Verlag 2006, ISBN 3-406-54739-7, S. 79–89</ref>.
Vielmehr wegen der Verletzung der kirchlichen Heiratsschranken, Bertha war nicht nur seine Cousine, Robert II. war auch Taufpate ihres Sohnes, so dass ein Fall von „cognatio spiritualis“ vorlag, erregten beide den Unwillen der Kirche. Papst Gregor V. drohte beiden 997 mit der Exkommunikation. Da sein Spruch keine Wirkung zeigte, folgte 999 der Beschluss, das Robert II. seine Gemahlin zu verlassen habe und beide eine siebenjährige Buße zu leisten hätten. Das Paar blieb zusammen, bis Bertha 1003/04 verstoßen wurde. Die Trennung änderte jedoch nichts am Verhältnis zwischen Robert und Bertha. Er versuchte sogar, Papst Sergius IV. um 1010 dazu zu bewegen, die Ehe der beiden anzuerkennen.<ref>Stefan Chr. Saar: Ehe - Scheidung - Wiederheirat. Zur Geschichte des Ehe- und des Ehescheidungsrechts im Frühmittelalter (6.–10. Jahrhundert), Lit Verlag 2002, ISBN 3-8258-3081-0, S. 436f</ref>
Robert heiratete um 1003 Konstanze von der Provence, die mit der Geburt von Söhnen die Stammfolge sicherte.
Einzelnachweise
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Weblinks
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