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Bernhard von Hülsen

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Datei:Bundesarchiv Bild 183-R27092, Berlin, Gustav Noske beim Freikorps Hülsen.jpg
Reichswehrminister Gustav Noske besichtigt das Freikorps Hülsen, Januar 1919

Bernhard Franz Karl Adolf Gottvertrau von Hülsen (* 20. April 1865 in Cosel; † 21. April 1950 in Potsdam)<ref>Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A. Band XXVII, S. 562, Band 132 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2003, ISBN 3-7980-0832-9, S. 369.</ref> war ein deutscher Generalleutnant der Reichswehr sowie Führer des Freikorps Hülsen in der Weimarer Republik.

Leben

Herkunft

Er entstammte dem norddeutschen Adelsgeschlecht von Hülsen und war der Sohn des preußischen Oberstleutnants Hermann von Hülsen (1816–1867) und dessen zweiten Ehefrau Helene, geborene von Clausewitz. Der spätere General der Infanterie Walter von Hülsen (1863–1947) war sein Bruder.

Militärkarriere

Hülsen trat am 15. April 1884 aus dem Kadettenkorps kommend als Sekondeleutnant in das 2. Garde-Regiment zu Fuß der Preußischen Armee ein. Dort fungierte er 1889/91 als Adjutant des II. Bataillons und anschließend als Regimentsadjutant. Anfang September 1892 avancierte er zum Premierleutnant. Am 17. März 1894 erfolgte mit Wirkung zum 1. April 1894 seine Kommandierung auf ein Jahr zur Dienstleistung beim Großen Generalstab. Dieses Kommando verlängerte sich um ein weiteres Jahr, bis Hülsen Mitte März 1896 unter Belassung beim Großen Generalstab als aggregiert zum Generalstab der Armee versetzt wurde. Er rückte Mitte September 1896 zum überzähligen Hauptmann auf und wurde einen Monat später unter weiterer Belassung beim Großen Generalstab in eine etatsmäßige Hauptmannstelle des Generalstabes der Armee einrangiert. Unter Stellung à la suite des Generalstabes der Armee erfolgte ein Jahr später seine Kommandierung zur Dienstleistung beim Kriegsministerium. Von diesem Kommando trat er am 17. August 1900 zur provisorischen Ostasiatischen Abteilung im Kriegsministerium über. Daran schloss sich ab Mitte Januar 1901 eine Verwendung als Kompaniechef im Infanterie-Regiment „von Courbière“ (2. Posensches) Nr. 19 an. Unter Beförderung zum Major wurde Hülsen am 18. April 1903 in den Großen Generalstab versetzt. Er war dann im Generalstab der 1. Garde-Division sowie des Gardekorps tätig. Am 10. September 1908 wurde Hülsen zum Kommandeur des II. Bataillons im 1. Garde-Regiment zu Fuß ernannt und in dieser Eigenschaft am 22. März 1910 zum Oberstleutnant befördert. Ab dem 20. April 1910 war er beim Stab des 4. Garde-Regiments zu Fuß, wurde am 20. März 1911 unter Versetzung in den Generalstab der Armee zum Chef des Generalstabes des XIV. Armee-Korps ernannt und am 27. Januar 1913 zum Oberst befördert.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Hülsen Kommandeur des 5. Garde-Regiments zu Fuß und im weiteren Kriegsverlauf vom 2. Januar 1917 bis 20. September 1918 als Generalmajor Kommandeur der 231. Infanterie-Division. Hülsen wurde vor dem 25. Juli 1917 leicht verwundet, wobei er bei der Truppe verblieb und nicht in ein Heimatlazarett verlegt wurde.<ref>Deutschen Verlustlisten des Ersten Weltkrieges. In: https://des.genealogy.net/search/show/6344902. Preußisches Kriegsministerium, 25. Juli 1917, abgerufen am 26. März 2024 (deutsch).</ref>

Als ehemaliger Befehlshaber im Ersten Weltkrieg bildete Hülsen in Potsdam am 26. Dezember 1918 unter seinem Kommando das gleichnamige Freikorps,<ref name=":0">Der Kapp-Putsch und Potsdam. In: lernort | garnisonkirche. Abgerufen am 14. April 2026.</ref> welches bald darauf gegen den Spartakusaufstand in Berlin und anschließend in Leipzig eingesetzt wurde. Im Juni 1919 wurde das Freikorps als Reichswehr-Brigade 3 in die Vorläufige Reichswehr eingegliedert<ref></ref> und Hülsen weiterhin als Kommandeur verwendet. Gleichzeitig entwarf er Pläne für einen Militärputsch und schloss sich mit Franz von Stephani dem Umfeld von Erich Ludendorff an.<ref name=":0" />

Während des Kapp-Putsches stellte die Reichswehr-Brigade 3 Soldaten zur Unterstützung des Putsches. Nach dem Zusammenbruch des Putsches blieb Bernhard von Hülsen im Amt, und stachelte auch noch am 21. März ihn unterstellte Soldaten zur Gewalt an. Auch hatte er nach Scheitern des Putsch keine Reue, sondern beklagte mangelnden Durchsetzungswillen: „Hätten Kapp-Lüttwitz Energie gezeigt, ihre Widersacher scharf angepackt, meinetwegen auch mit Brutalität, sie hätten die Lauen und Zögernden mit sich gerissen.“<ref name=":0" /> Am 1. Juli 1920 wurde von Hülsen mit der gesetzlichen Pension und der Berechtigung zum Tragen der Uniform in den Ruhestand versetzt. Am 25. September 1920 erhielt er den Charakter als Generalleutnant.

Während des Dritten Polnischen Aufstandes in Oberschlesien (1921) trat Generalleutnant a. D. von Hülsen zu den Freiwilligen an der Grenze des Reiches und führte die Gruppe Süd des Selbstschutzes Oberschlesien während des Sturms auf den Annaberg unter dem Oberbefehl (seit dem 20. Mai 1921) des Generalleutnants Karl Hoefer.

Im Jahr 1924 trat Hülsen der DNVP bei und wurde 1924 zum Stadtrat in Potsdam gewählt.<ref name=":0" />

Familie

Hülsen verheiratete sich am 31. Juli 1896 in Berlin mit Magdalene von Schaper (1866–1945). Aus der Ehe ging der Sohn Wolf (1899–1973) hervor, der Offizier und Ingenieur wurde. Zuletzt diente er als Oberst der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Schriften

  • Der Kampf um Oberschlesien: Oberschlesien und sein Selbstschutz. Bergers Literar. Büro, Stuttgart 1922, DNB 575498862.
  • Wanderungen über Französische Schlachtfelder des Krieges 1870/71. 1908.

Literatur

  • von Bock: Stammliste des Offizierkorps des 2. Garde-Regiments zu Fuß. 19.6.1813–15.5.1913. Verlag R. Eisenschmidt, Berlin 1913, S. 215.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1906. Justus Perthes, Gotha 1905, S. 338. (Digitalisat)
  • Offizier-Stammliste des Ersten Garde-Regiments zu Fuß. 1869–1913. Mittler & Sohn, Berlin 1913, S. 220.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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