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Bergfriedhof (Tübingen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Bergfriedhof Tübingen Waldkapelle.JPG
Waldkapelle des Tübinger Bergfriedhofs
Datei:Bergfriedhof Tübingen - Fluss der Zeit (2010).jpg
Urnengemeinschaftsgrab „Fluß der Zeit“
Datei:Schmetterling WP.JPG
Urnengemeinschaftsgrab „Schmetterling“ für Totgeburten und Kleinkinder
Datei:Bergfriedhof Tübingen Ugge Bärtle.JPG
Kriegsgräbergedächtnis-Stätte von Ugge Bärtle: „Den Toten zur Ehr – Uns zur Mahnung“
Datei:Bergfriedhof Tübingen Theodor Eimer.JPG
Gedenkstein für Theodor Eimer
Datei:Headstone-Ernst-Bloch-Tuebingen-Germany.jpg
Grabstein von Ernst Bloch
Datei:Bergfriedhof-1.jpg
Aus der Luft Blickrichtung Norden

Der Bergfriedhof auf dem Tübinger Galgenberg wurde 1950 offiziell eröffnet und ist seitdem als einer von vierzehn Friedhöfen der Hauptfriedhof der Stadt. Bereits zuvor mussten während des Zweiten Weltkriegs aus Platzmangel auf dem im Käsenbachtal gelegenen Stadtfriedhof erste Bestattungen auf dem Galgenberg in der Nähe der Kalleehöhe vorgenommen werden.<ref name="Stadtfriedhof">Tübinger Stadtfriedhof 2012. Zehn Jahre nach der Wiedereröffnung, Herausgegeben von der Universitätsstadt Tübingen, 2012.</ref>

Geschichte

Im Jahr 1945 wurde das etwa 24 Hektar große Gelände bereitgestellt und sofort mit der Planung und Anlage begonnen. Bereits 14 Tage später fand die erste Beerdigung statt. In einem bestehenden Eichenhain wurden 410 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten und 14 Tübinger Luftkriegstote zur letzten Ruhe gebettet. Im Frühjahr 1948 wurde dieses Gräberfeld unter der Leitung von Gartenarchitekt Hans Koch neu gestaltet.<ref name="Eichenhain"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />60 Jahre – Bergfriedhof – ein entwicklungsgeschichtlicher Rundgang (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Juni 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tuebingen.de, Pressemitteilung der Universitätsstadt Tübingen, Pressestelle der Universitätsstadt Tübingen, 9. Juli 2010.</ref>

Als erstes Gebäude wurde die Waldkapelle in der Nähe des Kriegsgräberfeldes am 16. Juli 1950 unter reger Anteilnahme der Tübinger Bevölkerung eingeweiht. Nach der Eröffnung der großen Trauerhalle mit 250 Sitzplätzen am Totensonntag 1969 geriet die Waldkapelle zunehmend in Vergessenheit. Im Dezember 2006 beschloss der Tübinger Gemeinderat auf Initiative der Friedhofsverwaltung die Renovierung und Wiedereröffnung der denkmalgeschützten Waldkapelle, um dem Wunsch nach kleineren Räumlichkeiten mit bis zu 40 Sitzplätzen nachzukommen. Die denkmalgerecht sanierte Kapelle wurde im Oktober 2007 wiedereröffnet.

Der Bergfriedhof hat auch moderne Anlagen. Es gibt beispielsweise Gemeinschaftsgrabanlagen wie Garten der Zeit, Fluss der Zeit und eine Abteilung für Totgeburten, Schmetterling, deren Planungskonzept auf ein neues Verständnis des Ortes „Friedhof“ schließen lassen. Muslime werden bisher innerhalb der bestehenden Grabfelder und der Kindergemeinschaftsgrabstätte bestattet, da deren Lage eine nach Mekka ausgerichtete Bettung des Leichnams nach den islamischen Vorschriften ermöglicht.<ref name="Muslime"> Berichtsvorlage zur Behandlung im Verwaltungsausschuss der Universitätsstadt Tübingen: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einrichtung eines muslimischen Gräberfeldes und eines sogenannten Friedwaldes (Memento vom 28. Dezember 2013 im Internet Archive; PDF; 20 kB)</ref>

Bestattete Personen

Der Bergfriedhof ist nicht ganz so prominent belegt wie der Stadtfriedhof, hat aber durch die Nähe zur Universität Tübingen einige prominente bestattete Personen:

Die Glocke

Die 400 kg schwere historische b-Glocke der Aussegnungshalle des Bergfriedhofs stammt aus der Werkstatt eines bekannten Rokoko-Meisters trägt die Inschrift: „CHRISTIAN LUDWIG NEUBERT GOSS MICH IN LUDWIGSBURG ANNO 1763.“ Die Gießerei von Christian Ludwig Neubert ist bekannt, weil sich Friedrich Schiller dort die Anregungen für sein Lied von der Glocke geholt haben soll.<ref name="test"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Glocke des Bergfriedhofes wird restauriert (Memento vom 1. November 2011 im Internet Archive), Universitätsstadt Tübingen, 11. September 2008.</ref>

Die Glocke ist mit Girlanden aus Früchten und Fruchtgehängen verziert. Ihr Durchmesser beträgt 86 cm, ihre Höhe 67 cm. Seit 2008 kann die Friedhofsglocke auch von der Waldkapelle aus über eine Funkfernsteuerung geläutet werden.

Bevor die Glocke 1969 auf den Bergfriedhof gebracht wurde, läutete sie im Geläut der evangelischen St. Peterskirche in Dußlingen, die im Dezember 1960 neue Glocken bekommen hatte. Die Glocke wurde 2008 im Glockenschweißwerk Lachenmeyer in Nördlingen ausgebessert, um den ursprünglichen Klang wiederherzustellen, indem die ausgeschlagenen Stellen der Glocke instand gesetzt wurden.

Weblinks

Commons: Bergfriedhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 48° 30′ 18,1″ N, 9° 4′ 14,5″ O

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