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Beratungshilfe

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Vorlage:Hinweisbaustein Die Beratungshilfe (auch Rechtsberatungshilfe) ist in Deutschland eine Sozialleistung für den Rechtsuchenden, der die Kosten für die Beratung oder Vertretung durch einen Rechtsanwalt nicht aufbringen kann und dem keine andere zumutbare Möglichkeit zur Verfügung steht. Maßgeblich ist das Beratungshilfegesetz (BerHG). Beratungshilfe wird gewährt für die Wahrnehmung von Rechten außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens sowie für obligatorische Güteverfahren gemäß {{#switch: juris

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Abkürzung: BerHG

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Art: Bundesgesetz
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Rechtsmaterie: Rechtspflege
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Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Geschichte

Bis zur Einführung der Beratungshilfe war die Beratung in außergerichtlichen Angelegenheiten nicht bundeseinheitlich geregelt, verschiedene landesrechtliche Regelungen bestanden parallel zueinander. Die Bundesregierung wollte dies ändern, dabei aber nicht bereits existierende Angebote zur außergerichtlichen Rechtsberatung ersetzen. Dazu führten einige Bundesländer im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens Modellversuche durch, die zeigten, dass die größten Lücken im außergerichtlichen Rechtsschutz in der Zivil- und in der Verwaltungsgerichtsbarkeit bestehen. In den anderen Rechtsgebieten sah der Gesetzgeber die Rechtsberatung bereits ausreichend durch anderweitige Angebote gedeckt: im Arbeitsrecht durch die Rechtsberatung der Gewerkschaften, im Sozialrecht durch die Sozialverbände wie den Sozialverband Deutschland SoVD, den VdK und im Steuerrecht durch die Lohnsteuerhilfevereine. Einige Bundesländer erweiterten die Beratungshilfe aufgrund landesrechtlicher Regelungen auf das Arbeits- und Sozialrecht, so etwa aufgrund einer Regelung im Einigungsvertrag sämtliche Länder der ehemaligen DDR.

Aufgrund einer Klage eines Rechtssuchenden, der in einem Bundesland lebte, in dem dies nicht der Fall war, entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Ausschluss von Angelegenheiten des Arbeitsrechts gegen den Gleichheitssatz des {{#switch: juris

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Eine Rechtsschutzsuchende, die Rechtsschutz im Kindergeldrecht begehrte, klagte gegen diesen Ausschluss des Steuerrechts von der Beratungshilfe. Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass auch diese Regelung gegen den Gleichheitssatz verstößt, da die alleinige Ausklammerung des Steuerrechts sachlich nicht gerechtfertigt ist.<ref>Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 14. Oktober 2008, Az. 1 BvR 2310/06</ref> Der Gesetzgeber reagierte darauf und strich die abschließende Aufzählung der Rechtsgebiete, für die Beratungshilfe gewährt werden könne, ersatzlos.

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Gewährung von Beratungshilfe ist, dass der Rechtsuchende die erforderlichen Mittel nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht aufbringen kann ({{#switch: juris

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Schließlich darf die Wahrnehmung der Rechte nicht mutwillig sein ({{#switch: juris

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Gewährung von Beratungshilfe

Die Beratung wird durch Rechtsanwälte oder Rechtsbeistände gewährt ({{#switch: juris

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Beratungshilfe wird grundsätzlich für sämtliche Rechtsangelegenheiten gewährt, jedoch für Angelegenheiten des Strafrechts und des Ordnungswidrigkeitenrechts ausschließlich in Form der Beratung ({{#switch: juris

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In den Bundesländern Bremen und Hamburg gibt es keine Beratungshilfe, sondern eine öffentliche Rechtsberatung. Dafür eingerichtete Institutionen (Rechtsauskunfts- und Vergleichsstellen) erteilen rechtliche Beratung. Der Gang zu einem Anwalt wird nicht unterstützt. In Berlin hat der Rechtssuchende ein Wahlrecht zwischen einer öffentlichen Beratung und einer anwaltlichen Beratungshilfe. ({{#switch: juris

|juris={{#switch: berathig
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Verfahren

Antragstellung

Die Beratungshilfe ist beim Amtsgericht am Wohnsitz des Rechtsuchenden zu beantragen. Der Antrag ist durch den Rechtssuchenden selbst zu stellen. Der Rechtsanwalt ist verpflichtet, bei begründetem Anlass auf die Möglichkeiten von Beratungs- und Prozesskostenhilfe hinzuweisen (§ 16 Abs. 1 BORA). Zur Einreichung des Antrags ist der Anwalt nicht verpflichtet, macht er es dennoch, besteht das Risiko, dass er bei einer Ablehnung der Beratungshilfe sein eigenes außergerichtliches Tätigwerden für die Einreichung des Antrages bei dem Mandanten abrechnet. Bei der Beantragung von Beratungshilfe sind Unterlagen vorzulegen, aus denen sich ein konkretes Rechtsproblem ergibt, sowie laufende Einkommens- und Ausgabennachweise zu erbringen. Der Antragsteller muss die Einzelfallumstände, die Beratungsbedarf begründen, substantiiert darlegen, es reicht nicht aus, die Notwendigkeit rechtlicher Beratung lediglich zu behaupten.<ref>Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 25. November 2009, Az. 1 BvR 2464/09, zitiert nach juris</ref>

Wendet sich der Rechtssuchende zuerst an eine Beratungsperson und soll sodann nachträglich die Bewilligung von Beratungshilfe beantragt werden, so gilt gem. {{#switch: juris

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Entscheidung

Über den Antrag auf Gewährung von Beratungshilfe entscheidet der Rechtspfleger. Wenn der Rechtspfleger den Antrag auf Gewährung von Beratungshilfe ablehnt, ist hiergegen die Erinnerung gem. {{#switch: juris

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Nachträgliche Aufhebung der Bewilligung

Das Beratungshilfegericht kann gem. {{#switch: juris

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}}{{#if: 6a||[Paragraf fehlt]}}{{#if: berathig||[Gesetz fehlt]}} BerHG die Beratungshilfe wieder aufheben, wenn

  • die Voraussetzungen für die Bewilligung zum Zeitpunkt der Bewilligung nicht vorlagen und seit der Bewilligung nicht mehr als ein Jahr vergangen ist oder
  • der Beratungshilfeberechtigte auf Grund der Beratung oder Vertretung etwas erlangt hat und auf Grund des Erlangten die persönlichen oder wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Bewilligung nicht mehr erfüllt sind. Die Aufhebung aus diesem Grunde erfordert einen Antrag des Beratenden sowie die Erfüllung weiterer Voraussetzungen durch den Beratenden.

Kosten und Gebühren

Kosten für den Beratungshilfeberechtigten

Der Rechtsanwalt erhält Gebühren für seine Tätigkeit ausschließlich aus der Staatskasse, daneben kann er aber vom Rechtssuchenden eine zusätzliche Gebühr in Höhe von 15,00 € inkl. Umsatzsteuer (vor dem 1. August 2013 10,00 € inkl. Umsatzsteuer) gemäß Nr. 2500 VV verlangen ({{#switch: juris

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Vergütungsvereinbarungen zwischen dem Rechtssuchenden und dem Rechtsanwalt waren bis zum 31. Dezember 2013 in dem Umfang, in dem Beratungshilfe bewilligt wurde, nichtig. Mit der Reform des Beratungshilferechts zum 1. Januar 2014 kommt es hingegen nicht mehr zur Nichtigkeit von Vergütungsvereinbarungen, vielmehr hindert {{#switch: juris

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Gebühren des Rechtsanwalts

Der Rechtsanwalt erhält für seine Tätigkeit aus der Staatskasse unabhängig von einem Streitwert, Bedeutung oder Schwierigkeit der Angelegenheit gem. Nr. 2500ff. VV RVG pauschale Vergütungen zwischen 38,50 und 93,50 EUR. Führt die anwaltliche Tätigkeit zu einer außergerichtlichen Einigung- oder Erledigung der Sache, wird eine zusätzliche Gebühr von 165,00 EUR fällig.

Für die Tätigkeit in Insolvenzverfahren erfolgt eine nach der Anzahl der Gläubiger gestaffelte Gebühr bis zu 743,00 EUR (bei mehr als 15 Gläubigern). Zu den Gebühren kommt ein Anspruch auf Erstattung der notwendigen Auslagen inkl. der Mehrwertsteuer, sowie der bereits oben genannte Anspruch gegen den Beratungshilfeberechtigten unmittelbar in Höhe von 15,00 EUR brutto.

Siehe auch

Literatur

  • Horst-Reiner Enders: Prozesskostenhilfe. In: Hans-Ulrich Büchting, Benno Heussen (Hrsg.): Beck’sches Rechtsanwaltshandbuch. 9. Auflage. München 2007, ISBN 978-3-406-55076-8, S. 1511 ff. (=L. Prozesskosten- und Beratungshilfe, Rn. 1-91=I. Prozesskostenhilfe).
  • Armin Schoreit, Jürgen Dehn, Ingo Michael Groß: Beratungshilfe, Prozesskostenhilfe, Verfahrenskostenhilfe – BerH/PKH/VKH –. 10. Auflage. C.F. Müller, Heidelberg u. a. 2010, ISBN 978-3-8114-4432-4, S. 3–107.

Weblinks

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Einzelnachweise

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