Bensulid
Bensulid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfonsäureamide und Thiophosphorsäureester.
Geschichte
Bensulid wurde 1964 in den USA zur Eindämmung von Fingerhirsen und einjährigem Rispengras auf Rasen durch die Gowan Company auf den Markt gebracht. 1968 erfolgte dann die Patentierung zur Bekämpfung von Gräsern in der Landwirtschaft. In den USA werden jährlich etwa 250 Tonnen eingesetzt.<ref name="EPA">Environmental Protection Agency: Interim reregistration eligibility decision (IRED) Bensulide (Vorlage:Google Buch).</ref>
Gewinnung und Darstellung
Bensulid kann durch eine mehrstufige Reaktion aus Phenylsulfonylchlorid (wird mit Ethanolamin und Thionylchlorid zur Reaktion gebracht) und Phosphor(V)-sulfid (wird mit Isopropanol und Ammoniumhydroxid zur Reaktion gebracht) gewonnen werden.<ref>Thomas A. Unger; Pesticide synthesis handbook, S. 343; ISBN 978-0-81551401-5 (Vorlage:Google Buch).</ref>
Eigenschaften
Bensulid ist ein farbloser Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist. Er zersetzt sich ab einer Temperatur von 200 °C.<ref name="GESTIS" /> Das technische Produkt ist ab einer Temperatur von 34 °C eine viskose bernsteinfarbene Flüssigkeit.<ref name="EPA" /> Bensulid wirkt als Cholinesterasehemmer und hat damit negative Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem.<ref>Extension Toxicology Network: Bensulid</ref>
Verwendung
Bensulid wird als Herbizid bei einer Reihe von Früchten und Gemüsen eingesetzt. Handelsnamen sind Betamec, Betasan, Disan, Exporsan, Prefar und Pre-san.<ref>Larry Turner, Environmental Field Branch Office of Pesticide Programs, Bensulide - Analysis of Risks to Endangered and Threatened Salmon and Steelhead.</ref>
Zulassung
In den EU-Staaten wie Deutschland und Österreich sowie in der Schweiz ist kein Pflanzenschutzmittel zugelassen, das Bensulid enthält.<ref name="PSM">Vorlage:PSM-Verz</ref>
Weblinks
- Office of Pesticide Programs: Bensulide - Analysis of Risks to Endangered and Threatened Salmon and Steelhead
Einzelnachweise
<references />