Belagerung von Schweidnitz (1762)
Die Belagerung von Schweidnitz war eine militärische Konfrontation während des Siebenjährigen Krieges. Sie dauerte vom 7. August bis zum 9. Oktober 1762. Die von einer kaiserlich-österreichischen Garnison verteidigte Festung Schweidnitz ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in Schlesien wurde dabei von preußischen Verbänden eingeschlossen und musste nach einem Bombardement, einem ausgedehntem Minenkrieg und der Zerstörung mehrerer Außenwerke kapitulieren.
Vorgeschichte
Die Festung Schweidnitz deckte die Grenze zwischen dem preußischen Schlesien und dem habsburgischen Böhmen. Sie konnte deshalb als Barriere wie auch als Ausgangspunkt für Operationen der Kriegsparteien dienen. Die Österreicher hatten die Festung erstmals im Herbst 1757 einnehmen können (→ Belagerung von Schweidnitz (1757)), sie aber im darauf folgenden Frühjahr (→ Belagerung von Schweidnitz (1758)) wieder an die Preußen verloren. Drei Jahre später gelang einer österreichischen Armee die überraschende Eroberung der Festung erneut (→ Erstürmung von Schweidnitz (1761)), womit ihr erstmals Winterquartiere in Schlesien möglich waren. Es war daher absehbar, dass König Friedrich II. im Jahr 1762 versuchen würde, Schweidnitz zurückzuerobern, um den Österreichern bei den anstehenden Friedensverhandlungen keinen Faustpfand zu überlassen.
Belagerung
Zur Rückeroberung wurde General Friedrich Bogislav von Tauentzien mit 21 Bataillonen und 25 Eskadronen durch Oberst von Dieskau als Kommandeur der Artillerie und Major Le Fevre als Kommandeur des Mineurkorps unterstützt. Die Preußen begannen am 21. Juni die Festung einzuschließen und Vorräte herbeizuschaffen. Die Belagerung begann am 7. August 1762. Die österreichische Besatzung bestand aus etwa 12.000 Mann.
Das Hauptangriffsziel der Preußen war das Jauerer Fort (auch Stiegitzer Fort). Am 13. August explodierte ein Blockhaus vor dem Fort. Die Österreicher erkannten die Gefahr und versuchten, durch einen Ausfall in der Nacht vom 15. auf den 16. mit 1500 Mann die Schanzarbeiten zu stören und die Batterien zu zerstören, was aber nicht gelang. Am 16. August wurde ein Entsatzheer in der Schlacht bei Reichenbach geschlagen. Ein preußischer Angriff auf das Fort am 19. schlug ebenfalls fehl. Dafür verstärkten die Österreicher ihre Artillerie dort, so dass die Preußen sich zurückziehen mussten. Am 22. August erfolgte ein weiterer vergeblicher Sturm auf das Fort. Danach wurde ein Minenkrieg gegen die Festung beschlossen. Es dauerte bis zum 31. August, bis die Minenkammer bereit war. Durch den ständigen Beschuss war es immer schwerer geworden, voranzukommen. Am 1. September explodierte die Mine und erzeugte einen 94 Fuß langen und 26 Fuß tiefen Trichter, der schnell besetzt wurde. Um sich gegen den Beschuss aus dem Fort zu schützen, wurde gleich mit dem Ausbau begonnen, jedoch wurde schon am 5. September mit dem Rückzug begonnen. Aber die Österreicher bekamen Probleme, so wurde ab dem 7. September das Pulver rationiert. Zudem ließ stetiger Regen die Laufgräben voll Wasser laufen und die Soldaten mussten zum Teil ungedeckt zu ihren Stellungen, was große Verluste mit sich brachte. Am 10. September explodierte ein weiteres Blockhaus, was man aber nicht nutzen konnte, da kurze Zeit später eine österreichische Mine die Belagerer zurücktrieb. Daher mussten die Preußen ihre Mine neu beginnen. Am 16. September explodierte die preußische Mine und schuf einen zweiten Trichter von 60 × 15 Fuß. Man schuf bis zum Abend eine Verbindung zum ersten Trichter und sicherte die Stellung unter heftigem Beschuss vom Jauerer Fort. Am 21. September beschloss der König, das zweite Fort verstärkt unter Beschuss nehmen zu lassen, um so die Aufmerksamkeit der Österreicher abzulenken. Zugleich wurde der erfolglose Major le Fevre abgelöst. Auch verlegte der König sein Hauptquartier von Peterwalde nach Bogendorf, um der Belagerung näher zu sein. In den nächsten Tagen wurden immer wieder Minen gezündet, um sich näher an die Festung heranzuarbeiten. Am 8. Oktober explodierte eine Pulverkammer im Jauerer Fort. Dabei kamen 200 Mann von den Regimentern von Moltke und Sachsen-Gotha ums Leben. Am gleichen Tag explodierte eine weitere Mine und beschädigte das Fort schwer.
Der österreichische General Franz Guasco ergab sich am 9. Oktober nach diesem Minenkrieg. Mit ihm gingen 9000 Mann in Gefangenschaft; 80 Offiziere und 2947 Mann waren gefallen.
Literatur
- G. R. Schilling: Historische Anthologie für Deutschlands Söhne und Töchter. Band 1. 1835, S. 174; Textarchiv – Internet Archive.
- Streffleurs militärische Zeitschrift, 1836, Band 4, S. 329 ff.; Textarchiv – Internet Archive.
- Louis von Malinowsky, Robert von Bonin: Geschichte der brandenburgisch-preussischen Artillerie. Band 3. 1842, S. 315 ff.; Textarchiv – Internet Archive
- Geschichte des siebenjährigen Krieges. Band II. S. 174 f.; Textarchiv – Internet Archive.
- Die Belagerung der Festung Schweidnitz in Schlesien von den Königl. Preussischen Truppen unter den Befehlen des Generallieutenant Von Tauenzien. staatsbibliothek-berlin.de
- Johann Ludewig Hogrewe: Ausfuehrliche Erzaehlung, nebst Grundrissen der Belagerung der Festung Schweidnitz durch die koenigl.-preußis. Truppen vom 7ten August bis den 9ten October 1762. 1774.
- Gaston Bodart: Militär-historisches Kriegs-Lexikon (1618–1905). S. 221: 1757; S. 223: 1758; S. 248: 1762; Textarchiv – Internet Archive.