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Beblättertes Läusekraut

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Beblättertes Läusekraut
Datei:Beblättertes Läusekraut, Pedicularis foliosa 1.JPG

Beblättertes Läusekraut (Pedicularis foliosa)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Gattung: Läusekräuter (Pedicularis)
Art: Beblättertes Läusekraut
Wissenschaftlicher Name
Pedicularis foliosa
L.

Das Beblättertes Läusekraut (Pedicularis foliosa), auch Durchblättertes Läusekraut, Blattreiches Läusekraut<ref name="InfoFlora" /> oder Reichblättriges Läusekraut<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Läusekräuter (Pedicularis) innerhalb der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Beschreibung

Datei:Atlas der Alpenflora (10192809843).jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora
Datei:Pédiculaire feuillée (massif des Vosges).JPG
Blütenstand
Datei:Neuchâtel Herbarium - Pedicularis foliosa - NEU000100131.jpg
Herbarbeleg aus der Schweiz

Vegetative Merkmale

Das Beblätterte Läusekraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern.<ref name="InfoFlora" /> Der selbstständig aufrechte, einfache, kaum behaarte Stängel ist nur in der oberen Hälfte beblättert.

Die Laubblätter sind breit-lanzettlich, doppelt bis dreifach fiederteilig, oberseits kahl, unterseits behaart. Die größeren Laubblätter sind über 4 Zentimeter breit mit gezähnten Blattzipfeln.<ref name="InfoFlora" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die Blüten stehen dicht in einem ährigen Blütenstand zusammen und werden von den deutlich längeren Hochblättern (Name!) überragt. Die unteren Hochblätter sind laubblattähnlich und länger als die Blüten,<ref name="InfoFlora" /> die oberen sind weniger geteilt.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Der Kelch ist häutig und auf den Nerven und am Rand behaart. Die Kelchzähne sind ungleich, breit dreieckig und ungeteilt. Die Kronblätter sind verwachsen. Die blassgelbe Krone ist stark zweilippig und 20 bis 30 Millimeter lang.<ref name="InfoFlora" /> Die Kronenröhre überragt den Kelch. Die Oberlippe hat keinen Schnabel, sie ist fast gerade, außen meist<ref name="InfoFlora" /> wollig behaart mit offenem Schlund und stumpf.

Die fachspaltige (= lokulizide) Kapselfrucht ist eiförmig mit kurzer Spitze und überragt den Kelch etwas.<ref name="Mayer1972" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="InfoFlora" />

Ökologie

Beim Beblätterten Läusekraut handelt es sich um einen Halbschmarotzer (Halbparasit). Es ist ein Hemikryptophyt.<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" />

Vorkommen und Schutz

Das Beblätterte Läusekraut in den Alpen (vor allem Nordalpen) und insgesamt von den Pyrenäen bis zum Balkan verbreitet. Es gibt Fundortangaben für die Länder nördliches Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, die Schweiz, Österreich und Kroatien.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" />

Diese kalkliebende Art gedeiht am besten auf feuchten Böden, Rasen, Bachränder und Hochstaudenfluren. Das Beblätterte Läusekraut kommt in Höhenlagen von 1000 bis 2400 Metern vor. In den Allgäuer Alpen steigt es am Schochen in Bayern bis zu einer Höhenlage von 2100 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" />

Das Beblätterte Läusekraut ist in Mitteleuropa eine Verbandscharakterart des Caricion-ferrugineae und kommt besonders gern zusammen mit dem Narzissenblütigen Windröschen (Anemone narcissiflora) vor. Man findet es aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Erico-Pinion, Caricion davallianae oder Calamagrostion arundinaceae.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w (sehr feucht mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Pedicularis foliosa gilt in Deutschland als ungefährdet,<ref name="FloraWeb" /> aber sie ist in Deutschland seit 31. August 1980 nach BNatSchG „besonders geschützt“.<ref name="WISIA" /> Pedicularis foliosa gilt in der Schweiz in der nationalen Rote Liste der gefährdeten Artem 2016 nach IUCN-Status als „Least Concern“ = „Nicht gefährdet“.<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Pedicularis foliosa erfolgte 1767 durch Carl von Linné in Mantissa Plantarum, Seite 86.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /> Das Artepitheton foliosa bedeutet blattreich.

Quellen

Literatur

  • E. Mayer: Pedicularis L., S. 269–276. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Band 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press 1972, ISBN 0-521-08489-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Pedicularis foliosa L., Reichblättriges Läusekraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Pedicularis foliosa L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Mayer1972"> E. Mayer: Pedicularis L. S. 269–276. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Band 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press 1972, ISBN 0-521-08489-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 478. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae.: Datenblatt Pedicularis foliosa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="WISIA">Datenblatt bei WISIA. Abgerufen am 31. Dezember 2024.</ref> </references>

Weblinks