Berylliumchlorid
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Struktur polymeren Berylliumchlorids | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Berylliumchlorid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
Chlorberyllium | ||||||||||||||||||
| Summenformel | BeCl2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
süß schmeckende, farblose, zerfließende Kristalle<ref name="Römpp">Eintrag zu Beryllium-Verbindungen. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 79,92 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Dichte |
1,9 g·cm−3<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
405 °C<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
482 °C<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Sublimationspunkt |
300 °C im Vakuum<ref name="IS5" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
leicht löslich in Wasser, Ethanol und anderen organischen Lösungsmitteln<ref name="Römpp" /> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | |||||||||||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−490,4 kJ/mol<ref name="CRC90_5_6">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-6.</ref> | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Berylliumchlorid ist das Berylliumsalz der Salzsäure mit der Summenformel BeCl2. Das Salz dient unter anderem zur Herstellung von metallischem Beryllium durch Schmelzflusselektrolyse.
Gewinnung und Darstellung
BeCl2 wird technisch aus Berylliumoxid, Kohlenstoff und Chlor bei ca. 800 °C hergestellt:<ref name="Binder">Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.</ref>
- <math>\mathrm{ BeO + C + Cl_2 \longrightarrow \ BeCl_2 + CO\uparrow}</math>
Geringe Mengen der reinen Verbindung können im Labor über die direkte Synthese aus den Elementen bei 350 °C und anschließender Sublimation des Chlorides dargestellt werden:<ref name="IS5"></ref>
- <chem>Be + Cl2 -> BeCl2</chem>
Physikalische Eigenschaften
Die Be-Cl-Bindung hat stark kovalente Bindungsanteile. Berylliumchlorid bildet daher auch kein Ionengitter wie etwa Magnesium- oder Calciumchlorid, sondern eine kettenförmige polymere Struktur, in der jeder Berylliumkern tetraedrisch von vier Chloratomen umgeben ist. Die Struktur entspricht in ihrem Aufbau der faserigen Form von Siliciumdioxid.
In der Gasphase finden sich monomere und dimere BeCl2-Einheiten, in denen der intrinsische Elektronenmangel am Berylliumatom durch partiellen Doppelbindungscharakter der Be-Cl-Bindung verringert wird. Die Bindungslänge im Monomer beträgt 170 pm.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1108.</ref>
Chemische Eigenschaften
Berylliumchlorid ist stark hygroskopisch. Es geht in einer stark exothermen Hydrolyse in Lösung, wobei die wässrige Lösung sauer reagiert.
- <math>\mathrm{ BeCl_2 + 4\ H_2O\ \rightleftharpoons \ [Be(H_2O)_4]^{2+} + 2\ Cl^-}</math>
<math>\mathrm{ [Be(H_2O)_4]^{2+} + H_2O\ \rightleftharpoons \ H_3O^+ + [Be(H_2O)_3(OH)]^+}</math>
Die Tetraaquaberyllium-Kationen reagieren dabei als Aquasäure und dissoziieren.
Als Lewis-Säure löst sich BeCl2 in Donorlösungsmitteln, wie z. B. Alkoholen oder Ethern, wobei Addukte gebildet werden. BeCl2 kann dementsprechend als Katalysator in einer Friedel-Crafts-Alkylierung eingesetzt werden.
Berylliumchlorid wird beim Schmelzen mit Natrium unter Luftabschluss zu elementarem Beryllium reduziert.<ref name="Nilson">L. F. Nilson, O. Petterssen: Ueber die specifische Wärme des Berylliums. In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft 1878, 11, S. 381–386. (Digitalisat auf Gallica)</ref>
Verwendung
Durch Reaktion von wasserfreiem Berylliumchlorid mit wasserfreier Ameisensäure entsteht unter Entwicklung von Chlorwasserstoff Berylliumformiat.<ref name="Funk">H. Funk, F. Römer: "Über die Reaktion einiger wasserfreier Chloride mit wasserfreier Essigsäure und Ameisensäure" in Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie 1938, 239(3), S. 288–294. doi:10.1002/zaac.19382390308</ref><ref name="Feild">G. B. Feild: "Reactions of Beryllium Chloride. Normal and Basic Organic Salts of Beryllium" in J. Am. Chem. Soc. 1939, 61(7), S. 1817–1820, doi:10.1021/ja01876a050</ref>
- <math>\mathrm{BeCl_2 + 2\ HCOOH \longrightarrow Be(HCOO)_2 + 2\ HCl \uparrow}</math>
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
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- Berylliumverbindung
- Chlorverbindung