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Berylliumchlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von BeCl2)
Strukturformel
Struktur polymeren Berylliumchlorids
Allgemeines
Name Berylliumchlorid
Andere Namen

Chlorberyllium

Summenformel BeCl2
Kurzbeschreibung

süß schmeckende, farblose, zerfließende Kristalle<ref name="Römpp">Eintrag zu Beryllium-Verbindungen. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 232-116-4
ECHA-InfoCard 100.029.197
PubChem 24588
ChemSpider 22991
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 79,92 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,9 g·cm−3<ref name="Römpp" />

Schmelzpunkt

405 °C<ref name="Römpp" />

Siedepunkt

482 °C<ref name="Römpp" />

Sublimationspunkt

300 °C im Vakuum<ref name="IS5" />

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser, Ethanol und anderen organischen Lösungsmitteln<ref name="Römpp" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.756">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​330​‐​315​‐​317​‐​319​‐​335​‐​350i​‐​372​‐​411
P: 201​‐​260​‐​273​‐​280​‐​284​‐​301+310<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Toxikologische Daten
  • 86 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />
  • 92 mg·kg−1 (LD50Mausoral)<ref>Hygiene and Sanitation. Vol. 30(1–3), S. 169, 1965.</ref>
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−490,4 kJ/mol<ref name="CRC90_5_6">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-6.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Berylliumchlorid ist das Berylliumsalz der Salzsäure mit der Summenformel BeCl2. Das Salz dient unter anderem zur Herstellung von metallischem Beryllium durch Schmelzflusselektrolyse.

Gewinnung und Darstellung

BeCl2 wird technisch aus Berylliumoxid, Kohlenstoff und Chlor bei ca. 800 °C hergestellt:<ref name="Binder">Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.</ref>

<math>\mathrm{ BeO + C + Cl_2 \longrightarrow \ BeCl_2 + CO\uparrow}</math>

Geringe Mengen der reinen Verbindung können im Labor über die direkte Synthese aus den Elementen bei 350 °C und anschließender Sublimation des Chlorides dargestellt werden:<ref name="IS5"></ref>

<chem>Be + Cl2 -> BeCl2</chem>

Physikalische Eigenschaften

Die Be-Cl-Bindung hat stark kovalente Bindungsanteile. Berylliumchlorid bildet daher auch kein Ionengitter wie etwa Magnesium- oder Calciumchlorid, sondern eine kettenförmige polymere Struktur, in der jeder Berylliumkern tetraedrisch von vier Chloratomen umgeben ist. Die Struktur entspricht in ihrem Aufbau der faserigen Form von Siliciumdioxid.

In der Gasphase finden sich monomere und dimere BeCl2-Einheiten, in denen der intrinsische Elektronenmangel am Berylliumatom durch partiellen Doppelbindungscharakter der Be-Cl-Bindung verringert wird. Die Bindungslänge im Monomer beträgt 170 pm.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 1108.</ref>

Datei:BeCl2monomer.png
Struktur monomeren Berylliumchlorids

Chemische Eigenschaften

Berylliumchlorid ist stark hygroskopisch. Es geht in einer stark exothermen Hydrolyse in Lösung, wobei die wässrige Lösung sauer reagiert.

<math>\mathrm{ BeCl_2 + 4\ H_2O\ \rightleftharpoons \ [Be(H_2O)_4]^{2+} + 2\ Cl^-}</math>

<math>\mathrm{ [Be(H_2O)_4]^{2+} + H_2O\ \rightleftharpoons \ H_3O^+ + [Be(H_2O)_3(OH)]^+}</math>

Die Tetraaquaberyllium-Kationen reagieren dabei als Aquasäure und dissoziieren.

Als Lewis-Säure löst sich BeCl2 in Donorlösungsmitteln, wie z. B. Alkoholen oder Ethern, wobei Addukte gebildet werden. BeCl2 kann dementsprechend als Katalysator in einer Friedel-Crafts-Alkylierung eingesetzt werden.

Berylliumchlorid wird beim Schmelzen mit Natrium unter Luftabschluss zu elementarem Beryllium reduziert.<ref name="Nilson">L. F. Nilson, O. Petterssen: Ueber die specifische Wärme des Berylliums. In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft 1878, 11, S. 381–386. (Digitalisat auf Gallica)</ref>

Verwendung

Durch Reaktion von wasserfreiem Berylliumchlorid mit wasserfreier Ameisensäure entsteht unter Entwicklung von Chlorwasserstoff Berylliumformiat.<ref name="Funk">H. Funk, F. Römer: "Über die Reaktion einiger wasserfreier Chloride mit wasserfreier Essigsäure und Ameisensäure" in Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie 1938, 239(3), S. 288–294. doi:10.1002/zaac.19382390308</ref><ref name="Feild">G. B. Feild: "Reactions of Beryllium Chloride. Normal and Basic Organic Salts of Beryllium" in J. Am. Chem. Soc. 1939, 61(7), S. 1817–1820, doi:10.1021/ja01876a050</ref>

<math>\mathrm{BeCl_2 + 2\ HCOOH \longrightarrow Be(HCOO)_2 + 2\ HCl \uparrow}</math>

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Berylliumchlorid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang Berylliumfluorid | Berylliumchlorid | Berylliumbromid | Berylliumiodid Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Klappleiste/Anfang Berylliumchlorid | Magnesiumchlorid | Calciumchlorid | Strontiumchlorid | Bariumchlorid | Radiumchlorid Vorlage:Klappleiste/Ende