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Bełtno

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Vorlage:Infobox Ort in Polen Bełtno (deutsch Boltenhagen bei Schivelbein) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Świdwin (Schivelbein) im Powiat Świdwiński.

Geografische Lage

Bełtno liegt neun Kilometer westlich von Świdwin an der Woiwodschaftsstraße Nr. 152 Szczecinek (Neustettin) – Barwice (Bärwalde) – Połczyn-Zdrój (Bad Polzin) – ŚwidwinStarogard (Stargordt) (– Resko (Regenwalde)). Im Ort zweigt eine Nebenstraße nach Lekowo (Leckow) – Ciechnowo (Technow) – Sławoborze (Stolzenberg) ab.

Nächste Bahnstationen sind: Świdwin (9 km) an der Strecke BerlinStettinKöslinDanzig bzw. Starogord (9 km) an der Strecke Łobez (Labes) – Resko (Regenwalde) – Płoty (Plathe).

Geschichte

In Boltenhagen wie auch in Rützenhagen (heute polnisch: Rusinowo) lebten früher die Rütze. 1763 wird Regierungsrat Samuel Gottlieb Loeper (1712–1778)<ref>Siebenter Jahresbericht der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde über das Jahr vom 15. Juni 1831 bis dahin 1832. Selbstverlag, Stettin 1836, S. 22.</ref> als Besitzer des Rittergutes genannt, Nachfahren von ihm wurden geadelt, bewirtschafteten aber andere Güter in Ostelbien.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1918. Zwölfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1917, S. 554 f.</ref> Die Nachfolge im Gutsbesitz trat kurzzeitig der Offizier Johann Carl Ludwig von Seld (1724–1809), Dienstrang Capitän (Hauptmann), erworben hatte es weit nach 1750 dessen Großvater.<ref>Vgl. Rolf Straubel: Grundbesitz und Militärdienst: Kurzbiographien pommerscher Offiziere (1715 bis 1806). 2021, S. 631.</ref>

1821 wurde die Bauernregulierung vorgenommen: fünf Bauern wurden anerkannt. Rittergutsbesitzer war Amtmann Stenigke, danach die Familie von Oppen (1833), Amtmann Dobbert (1836) und andere. Für 1885 ist die Witwe Engelbrecht als Gutsherrin und Besitzerin der Ziegelei ausgewiesen,<ref>Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer etc. etc. Band 12: Pommern. 7. Ausgabe 1885/1888, C. Leuchs & Co., Nürnberg 1885, S. 161.</ref> die auch den Vaterländischen Frauenverein der Region leitete.<ref>Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Beiträge zur Statistik der Gemeindeabgaben in Preussen. IX. Ergänzungsheft, Selbstverlag (Dr. Engel), Berlin 1882, S. 68.</ref> Im Jahr 1928 war das Gut im Besitz von Julius Cleve in Leckow (Lekowo) – bei einer Größe von immerhin 634 Hektar. Das Gut wurde aufgesiedelt, 1939 nennt das Landwirtschaftliche Adressbuch für Pommern nur noch zwei größere Höfe. Bei Kriegsende 1945 waren 34 landwirtschaftliche Betriebe ansässig. Das Handwerk war durch eine Schmiede und eine Stellmacherei vertreten.

Bis 1932 gehörte Boltenhagen zum Landkreis Schivelbein, bis dieser in den Landkreis Belgard (Persante) aufgelöst wurde. 1939 wurden 232 Dorfbewohner in 54 Haushaltungen gezählt. Die Gemeindefläche betrug zu der Zeit 758,5 Hektar.

Boltenhagen gehörte zum Amts- und Standesamtsbezirk Lankow im Amtsgerichtsbereich Schivelbein. Letzter deutscher Bürgermeister war Max Ninmann.

Am 7. März 1945 wurde Boltenhagen durch Truppen der Roten Armee kampflos eingenommen. Im Juli 1945 setzte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung ein. Boltenhagen kam in polnische Hände und ist unter dem Namen Bełtno heute eine Ortschaft der Gmina Świdwin.

Kirche

Boltenhagen hatte keine eigene Kirche. Das Dorf gehörte zum Kirchspiel Rützenhagen innerhalb des Kirchenkreises Schivelbein der Kirchenprovinz Pommern in der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.

Heute liegt Bełtno im Kirchspiel Koszalin (Köslin) in der Diözese Pommern-Großpolen der polnischen Evangelisch-Augsburgischen Kirche.

Literatur

  • Heimatkreisausschuß Belgard-Schivelbein (Hrsg.): Der Kreis Belgard. Aus der Geschichte eines pommerschen Heimatkreises. Heimatkreisausschuß Belgard-Schivelbein, Celle 1989.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Gmina Świdwin