Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
| Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
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|---|---|
| Beschreibung | Fach- und Familienzeitschrift |
| Verlag | dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH |
| Hauptsitz | Lothstraße 29, 80797 München |
| Erstausgabe | 1810 |
| Erscheinungsweise | wöchentlich |
| Verbreitete Auflage | 72.659 Exemplare |
| (IVW 4/2025) | |
| Chefredakteure | Claudia Bockholt |
| Weblink | www.wochenblatt-dlv.de |
| ISSN (Print) | 0005-7169 |
Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt ist eine wöchentlich erscheinende landwirtschaftliche Fach- und Familienzeitschrift.<ref>Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt. Abgerufen am 19. März 2026.</ref> Die verbreitete Auflage liegt bei ca. 72.659 Exemplaren (IVW 4/2025), die Auflage ist IVW-geprüft.<ref name=":0">Mediadaten 2025. (PDF) Deutscher Landwirtschaftsverlag, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. März 2026. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref><ref>Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW). Abgerufen am 19. März 2026.</ref><ref>BLW Mediadaten 2026.</ref> Die Zeitschrift wird vom Deutschen Landwirtschaftsverlag in München herausgegeben und erscheint mit fünf Regionalausgabe in Bayern (Oberbayern, Schwaben, Franken und Ostbayern) und Österreich; für das Allgäu erscheint die Beilage „Unser Allgäu“.<ref name=":0" /> Seit 2022 ist Claudia Bockholt Chefredakteurin des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblattes.<ref>Claudia Bockholt verstärkt Chefredaktion des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblattes. 18. Januar 2022, abgerufen am 19. März 2026.</ref>
Die Wurzeln des Blattes reichen auf den 1810 gegründeten Landwirtschaftlichen Verein in Bayern zurück. Das erste Heft des Vorgängertitels erschien am 1. Januar 1811.<ref name=":7">Deutschlands älteste Agrarfachzeitschrift feiert 200. Geburtstag. In: proplanta - Das Informationszentrum für die Landwirtschaft. 26. Februar 2010, abgerufen am 3. April 2017.</ref><ref name=":8">210 Jahre: Das Erfolgsgeheimnis einer der ältesten Zeitschriften Deutschlands. 18. November 2020, abgerufen am 30. Dezember 2020.</ref><ref>Deutschlands älteste Agrarfachzeitschrift feiert 200. Geburtstag — Presseunterlage, 10. Februar 2010.</ref> Damit ist die Zeitung eine der ältesten landwirtschaftlichen Fachzeitschriften in Deutschland. Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt erreicht den Großteil aller landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern,<ref>Pressemitteilung. Abgerufen am 19. März 2026.</ref> was rund einem Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland entspricht.<ref>Landwirtschaftliche Betriebe. Abgerufen am 19. März 2026.</ref>
Profil und Ausrichtung
Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt richtet sich vor allem an landwirtschaftliche Betriebe in Bayern und im angrenzenden Österreich. Weitere Zielgruppen sind Leser im ländlichen Raum sowie Angehörige agrarischer Berufsgruppen, darunter der Land- und Landtechnikhandel, landwirtschaftliche Schulen und Lehranstalten, Berater und Wissenschaftler. Inhaltliche Schwerpunkte sind Agrarpolitik, Pflanzenbau, Tierproduktion, Landtechnik, Forstwirtschaft und Bioenergie sowie Themen der Betriebsführung, Vermarktung, Recht, Finanzen und Steuern. Hinzu kommt der Thementeil „Dorf und Familie“ mit Beiträgen zu Gesundheit, Garten, Ernährung und Erziehung. Ergänzt wird das redaktionelle Angebot durch Sonderbeilagen wie beispielsweise der „Landtechnikführer“, ein Service- und Händlerverzeichnis, im Jahr 2026.
Digitale Angebote
Seit Ende 2001 hat das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt unter Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt einen Internetauftritt. Nach IVW-Angaben verzeichnete die Website im Juni 2025 1.957.979 Page Impressions; der Newsletter hatte 41.158 Abonnenten. Zum digitalen Angebot gehören außerdem ein E-Paper sowie Social-Media-Kanäle auf Facebook, Instagram und YouTube.
Historie
Anfänge (1809–1811)
Die Zeitschrift geht auf den 1810 gegründeten Landwirtschaftlichen Verein in Bayern zurück. Im Jahr 1809 richteten rund 60 Personen, überwiegend Adlige und Akademiker, ein Gesuch an den bayerischen König Max I für die Gründung eines Landwirtschaftlichen Vereins. Ende 1809 wurde die Gründung des Vereins genehmigt; in der Satzung war als eine zentrale Aufgabe die Herausgabe einer Zeitschrift für die Landwirtschaft vorgesehen. Am 19. Dezember 1810 wurde die Herausgabe des Wochenblatts beschlossen; das erste Heft erschien am 1. Januar 1811.<ref>Landwirtschaftlicher Verein in Bayern: Wochenblatt des Landwirtschaftlichen Vereins in Bayern. na, 1811 (google.de [abgerufen am 27. April 2026]).</ref><ref>Landwirtschaftlicher Verein in Bayern. In: Agrarhistorische Bibliothek. Abgerufen am 27. April 2026.</ref><ref>Wochenblatt des Landwirtschaftlichen Vereins in Bayern. 1. 1811 ## 01.01.1811. 1. Januar 1811, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Das Wochenblatt sollte Vereinsnachrichten und Versammlungsberichte mit fachlichen Beiträgen verbinden, darunter Berichte über landwirtschaftliche sowie naturwissenschaftliche Versuche, Hinweise auf Neuerungen im Landbau und ein Frage-Antwort-Teil zu landwirtschaftlichen Themen. Erster verantwortlicher Redakteur war Franz Paula von Schrank, Professor an der Universität in Ingolstadt und später erster Direktor des Botanischen Gartens in München.<ref>Geschichte. In: Agrarhistorische Bibliothek. Abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Entwicklung bis 1933
Nach einer zunehmenden Zersplitterung erschien die Fachzeitschrift 1896 wieder als gemeines Wochenblatt unter dem Titel „Wochenblatt des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern“. Schon bald stiegen die Auflagenzahlen auf über 100.000 Exemplare pro Woche; 1910 lag die Auflage bei 108.000 Exemplare.<ref name=":3">Ulrike Cleve: 200 Jahre Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt. Hrsg.: Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH. Hannover 10. Februar 2010, S. 4 f. (repro-mayr.de [PDF; 838 kB]).</ref><ref name=":5">Ulrike Cleve: 200 Jahre Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt. Hrsg.: Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH. Hannover 10. Februar 2010, S. 5 f. (repro-mayr.de [PDF; 838 kB]).</ref> Das Wochenblatt entwickelte sich zu einer modernen Fachzeitschrift und berichtete Belange der bayerischen Staatsregierung. An Aufmachung und Verbreitungsgebiet ergaben sich bis 1933 trotz des Ersten Weltkrieges und den politischen Entwicklungen in der Zeit des Nationalsozialismus keine Veränderungen.<ref name=":3" /> 1933 wurde der „Landwirtschaftliche Verein“ aufgelöst und damit die Gleichschaltung eingeleitet.<ref name=":3" />
Neustart nach 1945
Am 5. Januar 1946 erschien die erste Ausgabe des Nachkriegs-Wochenblatts. Dr. Alois Schlögl und Max Österreicher erhielten eine Presselizenz; 1948 gründeten sie den Bayerischen Landwirtschaftsverlag (später BLV Verlagsgesellschaft) und leiteten die Wiedergeburt des Wochenblattes unter dem Titel „Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt“ ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Auflage des Bayerischen Landwirtschaftliches Wochenblattes auf knapp 120.000 Stück.<ref name=":5" /> 1951 wird die Wiedererlangung voller redaktioneller Souveränität angegeben; zugleich wurde im Titelkopf die Verbundenheit zum Bayerischen Bauernverband (BBV) und zum Bayerischen Raiffeisenverband (Genossenschaftsverband) ausgewiesen.<ref name=":5" />
Regionalisierung und Österreich-Ausgabe
Ab 1990 wurde die regionale Berichterstattung ausgebaut; später wurden Regionalteile für Oberbayern, Schwaben, Franken und Ostbayern eingeführt und das Korrespondentennetz erweitert. Seit dem 27. August 1994 erscheint zudem eine Ausgabe für Österreich. Für das Allgäu wird eine Beilage unter dem Titel „Unser Allgäu“ veröffentlicht.<ref name=":0" /><ref name=":4">Mediadaten 2021 - Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt. Abgerufen am 14. Januar 2021.</ref>
Chefredakteure
- 1810: Professor Franz Paula von Schrank, Botaniker und Insektenforscher, erster Direktor des Botanischen Gartens
- 1860er: Adam Müller, General-Sekretär des Landwirthschaftlichen Vereins
- 1946: Dr. Alois Schlögl
- 1946–1956: Xaver Ragl
- 1957–1981: Anton Burghardt
- 1981–1994: Ludwig Gaul
- 1993–2012: Johannes Urban
- 2012–2022: Sepp Kellerer<ref>Autor Sepp Kellerer. Abgerufen am 19. Februar 2021.</ref>
- Seit 2022: Claudia Bockholt<ref name=":9">Claudia Bockholt wechselt als Chefredakteurin zum Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt. Abgerufen am 24. Mai 2022.</ref>
Auszeichnungen
Die Redaktion des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblattes hat bereits eine Reihe an Preisen gewonnen. So erhielt die Fachzeitschrift unter anderem bei einem Staatsempfang den Medienpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ überreicht.<ref>Medienpreis 2008 verliehen – Stiftung Nachwachsende Rohstoffe. Abgerufen am 15. Januar 2021.</ref> Auch eine Reihe an Mitarbeitenden des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts sind preisgekrönt. Unter anderem erhielt Helmut Süß in der Kategorie Fachbeitrag den Journalistenpreis „Grüne Reportage“ des Verbandes Deutscher Agrarjournalisten in den Jahren 2018 und 2020.<ref>VDAJ vergibt Journalistenpreise „Grüne Reportage 2018“ – VDAJ. Abgerufen am 15. Januar 2021.</ref><ref>Preise für VDAJ-Journalistenwettbewerb „Grüne Reportage“ vergeben – VDAJ. Abgerufen am 15. Januar 2021.</ref> Johanna Kallert wurde 2005 von der Deutschen Diabetes-Stiftung mit deren Medienpreis ausgezeichnet.<ref>Journalisten für Beiträge zum Diabetes ausgezeichnet. Abgerufen am 15. Januar 2021.</ref> 2025 wurde zudem Artur Riegler, Redakteur der Österreich-Ausgabe, mit der Josef-Steininger-Urkunde des Verbandes der Agrarjournalisten und -publizisten in Österreich ausgezeichnet.<ref>VAÖ vergibt Auszeichnungen für Agrarjournalismus. 5. Dezember 2025, abgerufen am 30. März 2026.</ref>
Weiterführende Literatur
- Stefanie Harrecker: Der Landwirtschaftliche Verein in Bayern. 1810–1870/71, C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-10741-2.
- Barbara Fürbeth: Findbuch zum Bestand Landwirtschaftlicher Verein (Laufzeit: 1810–1937), Herrsching 1989; online über die Agrarhistorische Bibliothek.
Weblinks
Einzelnachweise
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