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Bartholomäus Steinle

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Geburtshaus von Bartholomäus Steinle in Kirnberg (Böbing)

Bartholomäus Steinle, auch Bartlme Steinle, Bartholomäus Stainl und Bartholomäus Steindl (* um 1580 im Steinlehof (Hinterkirnberg) in Böbing; † 1628 in Weilheim in Oberbayern) war ein deutscher Bildhauer und -schnitzer.

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Der Christus am Kreuz an der Friedhofskirche in Rottenbuch gilt als erste wichtige Arbeit von Bartholomäus Steinle. Der Bildhauer hat im Kloster Rottenbuch seine Schulzeit absolviert.
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Beweinung Christi in Habach.
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Ölbergszene in Habach
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Hochaltar der Stiftskirche Stams

Leben und Werk

Bartholomäus Steinle stammte aus einem Weiler bei Böbing. In Rottenbuch besuchte er die Klosterschule. Anschließend absolvierte er sechs Jahre lang eine Lehre als Bildhauer bei Hans Degler in Weilheim. Die an wichtigen Handelsrouten gelegene Kleinstadt avancierte damals zu einem bedeutenden Zentrum frühbarocker Bildhauerkunst. Förderlich wirkte dabei die gute Auftragslage durch die zahlreichen Kirchen und Klöster der Umgebung, später mit Pfaffenwinkel bezeichnet. Nach Steinles Lehrzeit führten ihn Wanderjahre vermutlich nach Oberschwaben, an den Bodensee und in die Schweiz. Zurückgekehrt arbeitete Steinle 1603 im Auftrag von Herzog Maximilian von Bayern gemeinsam mit Hans Degler an der plastischen Ausgestaltung des Bennobogens der Münchner Frauenkirche. 1604–07 wird Steinles Mitarbeit an Deglers Altarwerken für die Benediktiner-Abteikirche St. Ulrich und Afra in Augsburg als sicher angenommen.

Im Jahr 1605 erwarb Bartholomäus Steinle das Bürgerrecht in Weilheim, ließ sich dort nieder und ging eine Ehe ein. 1609–11 schuf er für die Stiftskirche Stams nahe Imst in Tirol einen neuen Hochaltar mit filigranem Rankenwerk und 84 Einzelfiguren. Der monstranzartige Lebensbaum-Altar gilt als größte noch erhaltene Arbeit Steinles und als dessen Hauptwerk. 1617–21 arbeitete Steinle an der von Kurfürst Maximilian I. von Bayern und seiner Familie gestifteten Altarausstattung für die Wallfahrtskirche auf dem Hohenpeißenberg.

Steinle gelangte zu Wohlstand und Ansehen. In seiner Werkstatt entstanden Großaufträge. Er war Vormund und wohl auch Lehrmeister des später als Bildhauer, Elfenbeinschnitzer und Bronzeplastiker berühmten und mit Peter Paul Rubens befreundeten Georg Petel, der bereits mit 10 Jahren seine Eltern verloren hatte.

Im Auftrag des Augustiner-Chorherrenstifts Polling schuf Steinle 1623 bis 1628 einen neuen Hochaltar, neun Nebenaltäre und einen Ölberg. Drei dieser Altäre haben sich bis heute mit Veränderungen der Rokokozeit erhalten. Der imposante Hochaltar entstand wohl nach dem Entwurf Steinles. Die Ausführung erfolgte zusammen mit dem Pollinger Tischlermeister Benedikt Meggas. 1625 wurden in der Wessobrunner Klosterkirche an der Mitte der Nordseite eine kleinere Orgel für die Begleitung des Chorgesangs sowie eine große Orgel mit Rückpositiv über dem Portal errichtet. Die Prospekte dieser beiden Orgeln gestalteten „Bartholomäus Steinle aus Weilheim für 150 Gulden und Johann Stelzer aus Schongau mit reichem Figurenschmuck“.<ref>Irmtraud Freifrau von Andrian-Werburg: Die Benediktinerabtei Wessobrunn (= Max-Planck-Institut für Geschichte [Hrsg.]: Germania Sacra. Historisch-statistische Beschreibung der Kirche des Alten Reiches. Neue Folge, Band 39: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Augsburg. Teil 2). Verlag Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 3-11-016912-6, S. 38 (doi:10.26015/adwdocs-107).</ref>

Am 16. September 1624 legte der Wessobrunner Abt Gregor Prugger zusammen mit dem Pfarrer Johannes Weiss den Grundstein für den Bau der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Weilheim. Zeitgleich wurde Bartholomäus Steinle zum „Director über den Kirchenbau zu Weilheim“ ernannt und in den Stadtrat gewählt. Unter seiner Leitung entstand der Neubau der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, wobei der durch die Münchner Michaelskirche angeregten frühen Kuppel in der süddeutschen Sakralarchitektur eine hervorgehobene Stellung zukommt.

Auf Steinle gehen auch Stuckdekorationen – wie etwa in der ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stiftskirche von Beuerberg – zurück, wobei er die hölzernen Model schuf. Daneben führte Steinle kleinere Arbeiten aus, wie etwa „drei ungefaßte Kruzifixe“, die Abt Gregor Prugger 1619 für das Kloster Wessobrunn anfertigen ließ.<ref>Irmtraud Freifrau von Andrian-Werburg: Die Benediktinerabtei Wessobrunn (= Max-Planck-Institut für Geschichte [Hrsg.]: Germania Sacra. Historisch-statistische Beschreibung der Kirche des Alten Reiches. Neue Folge, Band 39: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Augsburg. Teil 2). Verlag Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 3-11-016912-6, S. 45 (doi:10.26015/adwdocs-107).</ref>

1628 wütete die Pest in der Umgebung von Weilheim. Bartholomäus Steinle starb Ende 1628 oder Anfang 1629, wahrscheinlich an der Seuche. Er hinterließ keine Nachkommen.

Würdigung

Ausgehend von Renaissance und Manierismus einerseits sowie weiterwirkenden gotischen Formvorstellungen andererseits, steht sein Werk im Spannungsfeld dieser beiden künstlerischen Strömungen. Steinle verschmolz sie in seinem frühbarocken Stil und ist einer der Hauptvertreter der „Weilheimer Bildhauerschule“.<ref>Wilhelm Zohner: Steinle (auch Stainl[e], Steindl), Bartholomäus (Bartlme). In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 25. Duncker & Humblot, Berlin 2013, ISBN 978-3-428-11206-7, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref><ref>Heinz-Jürgen Sauermost: Die Weilheimer. Große Künstler aus dem Zentrum des Pfaffenwinkels. Süddeutscher Verlag, München 1988, ISBN 3-7991-6392-1, S. 93–102.</ref>

Werke (Auswahl)

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Literatur

Weblinks

Commons: Bartholomäus Steinle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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