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Barraux

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Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich

Barraux ist eine französische Gemeinde mit Vorlage:Str replace Einwohnern (Stand {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}) im Département Isère in der Region Auvergne-Rhône-Alpes; sie gehört zum Arrondissement Grenoble und zum Kanton Haut-Grésivaudan.

Geografie

Die Gemeinde Barraux liegt an der Isère im Tal des Grésivaudan. Das Ortszentrum liegt drei Kilometer von Pontcharra entfernt, 22 Kilometer von Chambéry und 35 Kilometer von Grenoble. Nachbargemeinden sind: Sainte-Marie-du-Mont, La Buissière, La Flachère, Pontcharra und Chapareillan. Ortsteile von Barraux sind außer dem Ortszentrum, La Cuiller, Beauregard, La Frette, Le Fayet (mit dem Château Le Fayet) und La Gache. Das Gemeindegebiet liegt teilweise im Regionalen Naturpark Chartreuse.

Geschichte

Datei:Map of Fort Barraux (around 1750).tif
Karte von Fort Barraux und Umgebung (um 1750)

Das Fort Barraux<ref>In der französischsprachigen Wikipedia existiert dazu ein eigener Artikel: fr:Fort Barraux</ref> wurde 1598 von Lesdiguières dem Herzog von Savoyen abgenommen, der die Festung im Jahr zuvor errichtet hatte. Vauban ordnete 1692 Baumaßnahmen an, um die Grenze zu Savoyen weiter zu verstärken. Die Arbeiten dauerten bis 1770.<ref>Robert Bornecque, « Par monts et par Vauban », in L’Alpe, Citadelles d’altitude, no 37, juin 2007, p 14</ref> 1793 wurde das Fort in ein Gefängnis umgewandelt.

1914–1918 gab es in Barraux ein Kriegsgefangenenlager für deutsche Offiziere. Dort interniert war unter anderem:

Ab 1939 wurde Fort Barraux für unterschiedliche Zielgruppen als Internierungslager benutzt, in dem sich zeitweilig mehr als 800 Menschen aufhalten mussten.<ref name="FMD">Fondation pour la mémoire de la déportation: Camp d'internement Fort-Barraux</ref>

  • Vom 11. September bis zum 9. Oktober 1939 wurden hier spanische Bürgerkriegsflüchtlinge untergebracht.<ref name="FMD" />
  • Unter dem Vichy-Regime wurde Fort Barraux am 24. Juli 1940 offiziell ein Centre de séjour surveillé (CSS, Zentrum für überwachten Aufenthalt).<ref name="Ilag-Isère">Camps d'Internement en Isère: Le Centre de Séjour Surveillé de Fort-Barraux</ref> Während dieser bis zum Dezember 1942 dauernden Periode waren nach der Fondation pour la mémoire de la déportation (FMD) nur Politiker im Fort interniert (Kommunisten, Gewerkschafter). Andere Quellen sprechen dagegen auch von Straffälligen<ref name="Ilag-Isère" />, und Peschanski beschreibt das Fort-Barraux dank seiner Insassen gar als ein Schwarzmarktzentrum. „Es [waren] die Internierten, die einen riesigen Schwarzhandel leiteten. Sie verfügten über die nötige Kompetenz, denn das Lager beherbergte zur Hälfte Strafgefangene und zur Hälfte Schwarzmarktspezialisten.“<ref name="D-Peschanski">Denis Peschanski: Les camps français d’internement (1938-1946), S. 497 - Doctorat d’Etat. Histoire. Univer-sité Panthéon-Sorbonne - Paris I, 2000. (Online1 oder Online2)</ref><ref>Peschanski, S. 497: „À Fort-Barraux (Isère), ce furent les internés qui dirigèrent un vaste trafic. Il est vrai qu'ils avaient pour eux la compétence puisque le camp accueillait pour moitié des repris de justice et pour moitié des spécialistes du marché noir.“</ref> Das rührte vermutlich daher, dass in dem „zu einem der ersten für Franzosen reservierten Internierungslager“ gewordenen Fort<ref name="C-Eggers">Christian Eggers: Unerwünschte Ausländer. Juden aus Deutschland und Mitteleuropa in französischen Internierungslagern 1940 – 1942, Metropol Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-932482-62-X, S. 62 f.</ref> von Beginn an eine spezielle Gruppe von Männern interniert wurde, nämlich Angehörige der Compagnies spéciales de travailleurs exclus, „in denen mehrfach vorbestrafte Wehrpflichtige zusammengefasst“ waren.<ref name="C-Eggers" /> Diese Kompanien existierten noch bis zum 30. Oktober 1940, ihre Angehörigen blieben aber danach ohne offizielle Anordnung weiterhin interniert. Für die meisten war der 1. November 1940 „der Beginn eines langjährigen Lageraufenthalts.“<ref name="C-Eggers" />
    Peschanski beschreibt ausführlich, wie sehr das Bewachungspersonal des Forts von den Schwarzmarktgeschäften seiner Insassen profitierte<ref name="D-Peschanski" />, und darüber hinaus war das Lager aufgrund der legalen und illegalen Geschäfte in seinem Umfeld auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde Barraux. „Das Lager mit maximal etwa 850 Internierten unterstützte buchstäblich Dutzende von Händlern, Handwerkern und Ärzten, die offizielle oder inoffizielle Versorger von Fort-Barraux wurden.<ref>„Le camp, fort d’un effectif d’environ 850 internés à son maximum, a littéralement fait vivre des dizaines de commerçants, artisans, médecins, devenus prestataires officiels ou officieux de Fort-Barraux.“</ref>“<ref name="Ilag-Isère" />
  • Das Zahlenverhältnis zwischen politischen Internierten und gewöhnlichen Straftätern scheint sich 1942 immer mehr in Richtung der Internierung von Kriminellen verschoben zu haben, und vom 31. Oktober 1942 an wurde Fort Barraux von der Verwaltung als Lager für „Sträflinge und Zuhälter“ eingestuft.<ref name="Fiche">Fort-Barraux, camps et prisons de Vichy, 1940-1944 (Chronologie) (Fiche Pédagogique - extraite des livrets pédagogiques de la Conservation du Patrimoine de l'Isère)</ref> Ob das Fort darüber hinaus bis zum 19. August 1944 weiterhin Lager für aus politischen Gründen Internierte blieb<ref name="FMD" />, ist unklar. Sicher ist dagegen, dass vom 16. bis 27. August 1942 nach Razzien in der freien Zone Frankreichs ausländische Juden im Fort Barraux interniert wurden. 119 von ihnen wurden am 28. August nach Lyon gebracht und dann nach Auschwitz deportiert.<ref name="AJPN">AJPN - anonymes, Justes et persécutés durant la période nazie dans les communes de France (AJPN - Namenlose, Gerechte und Verfolgte während der NS-Zeit in den Gemeinden Frankreichs): Fort-Barraux durant la Seconde Guerre mondiale</ref>
  • Ende 1943 verließen 210 Internierte das Fort, die von der Organisation Todt angeworbenen worden waren.<ref name="FMD" />
  • Am 22. Juni 1944 wurden etwa 400 Internierte aus dem Fort Barraux von den Deutschen deportiert.<ref name="AJPN" /> Unter den Deportierten befanden sich auch mehrere Nomaden (nomades).<ref>Mémorial des Nomades de France: Camp de Fort-Barraux (Isère) 1940-1944. Nomades, Tsiganes und Manouches sind im Französischen auch aktuell benutzte Begriffe für Menschen, die im Deutschen zumeist als Sinti und Roma bezeichnet werden.</ref> Am 6. August 1944 gab es einen Angriff des Maquis auf das Fort Barraux.
  • Nach der Befreiung Frankreichs durch die Alliierten wurde das Fort Barraux von den Franzosen zur Internierung von Deutschen genutzt. Der 15. Dezember 1944 in Internierungshaft genommene Wilhelm Scheuermann kam zunächst in das Lager Natzweiler-Struthof und dann ins Fort Barraux, wo er am 13. August 1945 an Unterernährung starb.

Auf der offiziellen Webseite über das Fort, in der die Geschichte des Internierungslagers nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt, heißt es: „Das Fort diente während der beiden Weltkriege als Gefängnis und wurde 1947 in ein Munitionslager umgewandelt. Das Fort wurde 1988 stillgelegt und die Gemeinde Barraux kaufte es. Es wird 1990 als historisches Monument eingestuft.“<ref>Histoire du Fort-Barraux. „Le Fort servira de prison pendant les 2 guerres mondiales, puis en 1947, il sera reconverti en dépôt de munitions. Le Fort est désaffecté en 1988 et la commune de Barraux l’achète. Il sera classé au titre des Monuments Historiques en 1990.“</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2010 2017
Einwohner 800 800 871 939 1214 1474 1862 1918
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Martin
  • Fort Barraux
  • Schloss Le Fayet
Datei:Barraux aout2017 abc48 Fayet.jpg
Schloss Le Fayet

Persönlichkeiten

Gemeindepartnerschaft

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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