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Barnekow (Adelsgeschlecht)

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Datei:Wappen Barnekow.png
Stammwappen der rügischen von Barnekow.

Barnekow ist der Name zweier, dem Uradel Mecklenburgs († 16. Jh.) und Pommerns bzw. dem Rügens zugehöriger Familien, die miteinander nicht stammverwandt waren.

Das mecklenburgische Geschlecht von Barnekow

Die mecklenburgischen Barnekows waren niederdeutscher Herkunft.<ref>Wilhelm Biereye: Über die Personen im Ratzeburger Zehntenlehnregister von 1230. In: Mecklenburg-Strelitzer Geschichtsblätter. 9 (1933), S. 1–160.</ref> Ihren Familiennamen entlehnten sie vom Dorf Barnekow bei Wismar.

Zuerst urkundlich wird die Familie mit dem Stammvater Alverich Barnekow (1230/1271) erwähnt. Das Ratzeburger Zehntregister von 1230 listete ihn unter seinem Vornamen auf.<ref>MUB, Schwerin, 375. (?)</ref> Als Mitglied der Burgbesatzung der Mecklenburg und darauf der neuen Landesburg in Wismar zählte Alverich Barnekow zu den Räten Johanns I. und Heinrichs I. von Mecklenburg. Seine Nachkommen begründeten vier Linien. Davon war die Ende des 14. Jahrhunderts ausgestorbene Linie Roggenstorf mit den landesherrlichen Räten Ulrich Barnekow (1303/1318), Heinrich Barnekow (1318/1337) und Raven Barnekow (1333/1378) am bedeutendsten. Diese drei Räte zählten zum engsten Umfeld Heinrichs II. und Albrechts II. von Mecklenburg und erwarben als Kriegsunternehmer in deren Diensten verschiedene Pfandvogteien in Mecklenburg. Weitere Pfandgüter erwarb die Familie in Schweden unter Albrecht III.

Demgegenüber trat die vom landesherrlichen Rat Reimar Barnekow (1279/1306) begründete Linie Gustävel in der landespolitischen Bedeutung weit zurück. Mit dem Verkauf des verschuldeten Guts Gustävel bei Schwerin verschwand die Familie Barnekow am Ende des 16. Jahrhunderts endgültig aus der mecklenburgischen Ritterschaft.

Wappen

Die mecklenburgischen Barnekows und die mit ihnen stammverwandte Familie Rütz führten als Wappen eine Stierstirn über einem Flug.<ref>Friedrich Crull: Die Wappen der bis 1360 in den heutigen Grenzen Meklenburgs vorkommenden Geschlechter der Mannschaft. In: Jahrbücher des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde. 52 (1887), Schwerin 1887, S. 34–182, hier: S. 67 f.</ref> Zufolge der farbigen Abbildung im Armorial Bellenville vom Ende des 14. Jahrhunderts besaß das Wappen folgende Tingierung: Auf silbernem Grund eine rote Stierstirn über einem schwarzen Adlerflug.<ref>Armorial Bellenville, Ancien armorial colorié, où sont figurés les blasons de différents princes et seigneurs de France, Allemagne, Flandre, Angleterre, Espagne, Italie, etc. Cet armorial est vraisemblablement. S. 34r.</ref> In Siebmachers Wappenbuch von 1902 ist blasoniert: in Rot zwei nebeneinander gestellte goldene Flüge mit herabhängenden Federn, darüber ein Stirngehörn mit goldenen Hörnern. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken eine Kugel besteckt mit Pfauenfedern.<ref>George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, VI. Band, 10. Abteilung: Ausgestorbener Mecklenburgischer Adel, Bauer & Raspe E. Küster, Nürnberg 1902, S. 7, Tfl. 3.</ref>

Das rügische Geschlecht von Barnekow

Die rügischen Barnekows waren slawischer Herkunft. Ort und Gut Klein Kubbelkow gehörten seit dem 14. Jahrhundert bis 1945 der Familie. Das von der Familie bewirtschafte Gut Klein Kubbelkow mit dem Gutshaus von 1908 und dem Gutspark von um 1700, der um 1860 erweitert wurde. Am 25. April 1825 erteilt König Friedrich Wilhelm III. für Christoph Gottlieb Bogislav von Barnekow ein Freiherrendiplom. Das Erbbegräbnis der Klein Kubbelkower befand sich in der Kirche zu Bergen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Zu Ralswiek saß die Familie mit Abständen, auch wieder ab 1679.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>

Ende des 19. Jahrhunderts fand der Oberforstmeister Christoph Gottlieb von Barnekow Erwähnung in der Zweiten Klasse der in die Ritterhaus-Matrikel der Hochlöblichen pommerschen und rügenschen Ritterschaft und Adel aufgenommenen Geschlechter.<ref> Rudolf Baier: Geschichte der Communalstände von Neuvorpommern und Rügen. Mit einem Rückblicke auf die ständische Verfassung und Verwaltung der frühreren Jahrhunderte. Verlag der Königl. Regierungs-Druckerei, Stralsund 1881, S. 82. (Digitalisat)</ref>

Neben dem konstant 308 ha großen Rittergut, 1914 in der Hand<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> der Witwe von Barnekow, Klein Kubbelkow<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> konnte mit Alt-Marrin im hinterpommerschen Kreis Kölberg ein weiteres Gut<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> mit 1017 ha bis 1945 gehalten werden.

Wappen

Das Stammwappen der rügischen Barnekows zeigt im silbernen Felde einen rechtspringenden (bekrönten) halben roten Widder. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken (zwischen Pfauenfedern) der Widder wachsend.

Bekannte Familienmitglieder

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />