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Bardeleben (Adelsgeschlechter)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Bardeleben ist der Name von drei unabhängig voneinander bestehenden Adelsgeschlechtern.

Bardeleben (Magdeburg/Estland)

Magdeburgisches Uradelsgeschlecht mit gleichnamigem Stammhaus Barleben bei Magdeburg. Es wurde 1159 mit Heremanus de Bardenlove erstmals urkundlich erwähnt. Die direkte Stammreihe begann mit Ekkehard von Bardeleben, urkundlich 1359–1378, Gutsbesitzer u. a. auf Alt-Brandenburg.

In Estland war der Name von Barlowen (bzw. Barloewen, Barlöwen), und das Wappen ähnlich. Die Familie wurde 1841 in die Matrikel der Estländischen Ritterschaft aufgenommen. Bereits 1450 ist in den Brudertrunkbüchern der Revaler Schwarzhäupter-Gesellschaft Hinrik Bardeleve oder Bardeleff verzeichnet.<ref name="DDH">Ad. M. Hildebrandt: Der Deutsche Herold. Jg. XXXVII, Nr. 6, Hrsg. Herold (Verein), Carl Heymanns Verlag, Berlin 1906, S. 99. (Digitalisat) (Schreiben vom korrespondierenden Mitglied Gottfried von Törne, Reval.)</ref> Am 2. August 1454 wird er der salige [selige] Hinrik Bardeleve genannt (im Tafelbruder-Register Hinrik Bardelage).<ref>Eugen von Nottbeck: Das drittälteste Erbebuch der Stadt Reval (1383–1458). Franz Kluge, Reval 1892, S. 312. (Digitalisat) u. S. 322. (Digitalisat)</ref> Von 1461 an sind die Formen Barlow, Berlow, Berlou, Berlo vorherrschend. Später befestigt sich die Form Barlöwen.<ref name="DDH" /> Das Geschlecht urkundet 1606 in Estland (Revaler Stadtarchiv) mit Johann Barleuen, während die sichere Stammreihe mit Fromhold Ernst Berleben, 1696 schwedischer Kornett, beginnt.<ref>Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band I, Band 53 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 224 f. ISSN 0435-2408; Genealogisches Handbuch der estländischen Ritterschaft. Band 3, Görlitz [1930], S. 7–10; Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften (Neue Folge), Band XIII, Hamburg 2025, S. 21–32.</ref>

Ausbreitung und Besitzungen

Wichtige Besitzungen der Familie in Brandenburg waren u. a. die Güter Selbelang, Behnitz, Retzow, Ribbeck etc.

Wappen

  • Magdeburg: In Rot unter einem schrägrechts liegenden Beil (Barte) an goldenem Stiel eine silberne Rose; auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein natürlicher Pfauenwedel, beidseits beseitet von einem Beil und einer Rose wie im Schilde.
  • Estland: In Blau unter einer schräglinks liegender Barte an goldenem Stiel eine silberne Rose; auf dem Helm mit blau-goldenen Decken drei silberne Straußenfedern zwischen zwei Barten wie im Schild.

Bekannte Familienmitglieder

Bardeleben

Barloewen

Bardeleben (Minden)

Dieses Uradelsgeschlecht stammt aus dem Raum Minden und nannte sich wohl nach dem Ort Bardelage/Bartlage/Bartlegen/jetzt Bartling bei Minden und wurde im Jahr 1220 mit Heinricus de Bardeleve, miles in Scowenberc, erstmals urkundlich erwähnt. Die direkte Stammreihe begann mit Johann von Bardeleben († vor 1451).

Wappen

In Silber 3 (2, 1) aufgerichtete schwarze Beile (Barten); auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken 2 auswärts gekehrte schwarze Beile zwischen 2 silbernen Straußenfedern.

Bekannte Familienmitglieder

  • Albrecht von Bardeleben (1777–1856), kurhessischer Generalleutnant und Kriegsminister
  • Albrecht von Bardeleben (1803–1889), preußischer Generalleutnant<ref>Carl von Kossecki, Robert Freiherr von Wrangel: Geschichte des Königlich Preußischen 2. Hessischen Husaren-Regiments Nr. 14 und seiner Hessischen Stammtruppen 1786–1886. In: Regimentsgeschichte. Band 1. Alphons Dürr, Leipzig 1887, S. 314 (Digitalisat).</ref>
  • Emil von Bardeleben (1817–1890), Gutsbesitzer, Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung
  • Christa von Bardeleben, deutsche Autorin<ref>Christa von Bardeleben., in: DNB.</ref>

Bardeleben (1891)

Stammvater dieses briefadeligen Geschlechts ist Johann August Andreas Schwager, dessen Sohn Heinrich Adolf Schwager als Adoptivsohn des Heinrich Karl Ludwig Bardeleben den Namen Schwager-Bardeleben führte, und am 2. Mai 1848 die Genehmigung zur ausschließlichen Führung des Familiennamens Bardeleben erhielt. Erhebung in den preußischen Adelsstand am 11. Dezember 1891 in Neugattersleben mit Diplom vom 15. Dezember 1891 mit Namensführung von Bardeleben für Heinrich Adolf Bardeleben (1819–1895).

Wappen

In Rot eine silberne Hellebarde und eine preußische Ulanenlanze aufwärts-geschrägt; auf dem Helm mit rot-silbernen Decken die Schildfiguren vor einem grünen Eichenzweig mit fünf Blättern.

Bekannte Familienmitglieder

Bekannte Familienmitglieder ohne Zuordnung

Weblinks

Commons: Bardeleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

<references />