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Barbara Albert (Regisseurin)

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Datei:Licht Viennale 2017 Barbara Albert b.jpg
Barbara Albert (2017)

Barbara Albert (* 22. September 1970 in Wien) ist eine österreichische Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin.

Leben

1991 begann sie ihr Studium der Filmregie an der Filmakademie Wien unter Lukas Stepanik. Filme, von denen sie sich zu dieser Zeit beeinflusst fühlte, waren unter anderen Aki Kaurismäkis Das Mädchen aus der Streichholzfabrik und Jane Campions Sweetie und An Angel at My Table. Die Geschichten der Regisseurin und Drehbuchautorin „sind immer eine Mischung aus Erfahrenem, Erzähltem und Erfundenem“.<ref name="Zukunft"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Die Zukunft des österreichischen Films ist weiblich…“ (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive) (PDF; 902 kB) – Eine Präsentation von 10 Kino-Filmregisseurinnen und Drehbuchautorinnen</ref>

Ihr Langspielfilmregiedebüt lieferte sie 1999 mit Nordrand, in dem sie eine solidarische Frauenfreundschaft ins Zentrum der Erzählung stellt. Der Film thematisiert familiäre Gewalt, Abtreibung und die von Migration und vom Balkan-Krieg geprägten Lebensrealitäten im Wien der 90er Jahre. Dieser Film wurde international vielfach ausgezeichnet, unter anderem an der Biennale in Venedig, was nicht nur sie und ihren Film, sondern auch das junge österreichische Filmschaffen generell ins nationale wie internationale Rampenlicht stellte. Da internationale Auszeichnungen für österreichische Filme damals noch eine Außergewöhnlichkeit waren und in Venedig seit Jahrzehnten keine österreichische Produktion mehr ausgezeichnet wurde, kommt dem Film auch eine gewisse Vorreiter-Funktion zu. Der Film steht beispielhaft für eine Trendwende des österreichischen Filmschaffens, das in den folgenden Jahren vermehrt an internationalen Filmfestivals ausgezeichnet wurde.

1999 war auch das Gründungsjahr der coop99, die sie gemeinsam mit Jessica Hausner, Antonin Svoboda und Martin Gschlacht gegründet hat und leitet. Dadurch erlangten die vier Filmschaffenden Unabhängigkeit von der Meinung von Produzenten, jedoch nicht von staatlichen Fördergeldern. Barbara Albert tritt stark für die staatliche Filmförderung ein, da „dies die einzige Möglichkeit für das Überleben des europäischen Films neben dem amerikanischen Mainstream darstellt. Akzeptanz und kommerzieller Erfolg des europäischen Kinos können nur durch eine Bewusstseinsveränderung des Publikums erfolgen, und die stellt sich nur dann ein, wenn eine breit gestreute Vielfalt von europäischen Filmen im Kino und Fernsehen zu sehen ist! Die Basis dafür muss von staatlicher Seite geschaffen werden.“<ref name="Zukunft"/>

Datei:Österreichischer Filmprei 2011 Pressekonferenz12 Barbara Albert, Karl Markovics, Josef Aichholzer.jpg
Albert mit Karl Markovics und Josef Aichholzer (2011)

Im Jahr 2009 gründete Barbara Albert gemeinsam mit anderen österreichischen Filmschaffenden die Akademie des Österreichischen Films.<ref>Akademie des Österreichischen Films: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung Der neue österreichische Filmpreis (Memento vom 24. Juli 2014 im Internet Archive) (PDF; 102 kB), Juli 2010</ref>

Ihr Film Die Lebenden mit Anna Fischer in der Hauptrolle feierte im September 2012 seine Weltpremiere im Wettbewerb des Filmfestivals von San Sebastián.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Lebenden / The Dead and the Living (Memento vom 5. Oktober 2015 im Internet Archive) sansebastianfestival.com, abgerufen am 28. Mai 2013</ref> Der Film verarbeitet eigene Erlebnisse: Albert ist die Enkelin eines SS-Mannes, der u. a. als Wachmann im KZ Auschwitz gearbeitet hat.<ref name="otz">Esther Goldberg: "Mein Großvater war SS-Mann": Österreicherin mit "Die Lebenden" in Thüringen. In: otz.de. 31. Januar 2015, abgerufen am 2. März 2024.</ref>

Im Jahr 2013 wurde sie als Professorin für „Spielfilmregie für Kino und Fernsehen“ an die Filmuniversität Babelsberg berufen. Sie teilte sich die Stelle mit Andreas Kleinert, der seit 2006 an der Hochschule lehrt.<ref>Barbara Albert wird Professorin an der HFF „Konrad Wolf“, berliner-filmfestivals.de, 27. März 2013.</ref>

Ihr Spielfilm Licht (auch Mademoiselle Paradis) wurde zum Toronto International Film Festival 2017 in den Wettbewerb Platform und zum Festival Internacional de Cine de San Sebastián 2017 in den Hauptwettbewerb um die Goldene Muschel eingeladen.<ref name="sn259311">Barbara Albert mit „Licht“ in Toronto und San Sebastian. Artikel vom 4. August 2017, abgerufen am 5. August 2017.</ref>

Barbara Albert ist die Schwester von Veronika Albert.

Am 1. Oktober 2023 kehrte sie als Regie-Professorin an die Filmakademie Wien zurück, wo sie die Regieprofessur von Michael Haneke übernahm. Im November 2025 wurde sie als Nachfolgerin von Danny Krausz zur Institutsleiterin der Filmakademie Wien bestellt.<ref>Barbara Albert. In: filmakademie.wien. Abgerufen am 7. November 2025.</ref><ref>Barbara Albert wird neue Institutsleiterin der Filmakademie Wien. In: Derstandard.at. 7. November 2025, abgerufen am 7. November 2025.</ref>

Filmografie

Auszeichnungen

Datei:Barbara Albert CrossingEurope2010.jpg
Barbara Albert am Crossing Europe Filmfestival Linz 2010.

Eine Auswahl von Auszeichnungen und Nominierungen für Barbara Albert, geordnet nach Filmen:

Weblinks

Commons: Barbara Albert – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references/>

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