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Baptistischer Friedhof Westerstede-Felde

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Datei:Bethaus Felde Friedhof.JPG
Baptistischer Friedhof Felde
Datei:Baptistischer Friedhof und Bethaus in Felde (Westerstede, 2025).jpg
Friedhof und Bethaus in Felde.

Der Baptistische Friedhof Westerstede-Felde (auch Baptistischer Friedhof Felde genannt) ist die älteste Begräbnisstätte der deutschen Baptisten.<ref>Joseph Lehmann: Geschichte der deutschen Baptisten, Band II (überarbeitet von Friedrich Wilhelm Herrmann), Cassel 1922, S. 39.</ref> Er befindet sich an der Wittenheimstraße 22 im Westersteder Ortsteil Felde. Auf demselben Grundstück befindet sich ein baptistisches Bethaus, das heute – abgesehen von Konzerten und besonderen Gottesdiensten – als Friedhofskapelle genutzt wird. Das Gemeindeleben der Evangelisch-Freikirchlichen Baptistengemeinde<ref>Nach dem Zusammenschluss von Baptisten und Brüdergemeinden im Jahr 1942 bezeichnen sich die deutschen Baptisten als Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden - oft mit dem Klammerzusatz "Baptisten" versehen.</ref>, in deren Besitz sich der Felder Friedhof befindet, hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in das Westersteder Stadtzentrum verlagert.

Geschichte

Datei:Bethaus Felde Grabstein Bohlken.JPG
Grabstein Frerich Bohlkens auf dem Felder Friedhof

Im 19. Jahrhundert waren die meisten Friedhöfe im Besitz der Staatskirchen. Baptisten und anderen Dissidenten war es in der Regel nicht gestattet, ihre Verstorbenen durch Geistliche ihrer Glaubensgemeinschaft bestatten zu lassen. Frerich Bohlken, erster Ältester der 1849 gegründeten Gemeinde getaufter Christen legte um 1850 zunächst ohne Erlaubnis der Behörden auf dem Grundstück des Felder Bethauses einen Friedhof an. Er informierte nachträglich die zuständigen Stellen über eine erste dort durchgeführte Beerdigung und interpretierte die ausbleibende Antwort als Duldung. 1851 verstarb ein Kind der Heuermannsfamilie Gerdes aus Eggelohe. Der Amtmann von Berg erfuhr von der beabsichtigten Beisetzung auf dem baptistischen Friedhof und verhängte ein Verbot bei Androhung einer Strafe von fünf Reichstalern. Bohlken wandte sich an die Oldenburger Regierung. Nach siebzehn Tagen erhielt er von dort die vorläufige Genehmigung zur Beisetzung des Kindes. Erst am 16. Oktober 1851 wurde der Baptistengemeinde Felde die Nutzung ihres Grundstücks als Friedhof offiziell gestattet<ref name="artikel"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikel zum Baptistischen Friedhof Felde auf den Seiten der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Westerstede (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive); eingesehen am 19. Mai 2009</ref>. Johann Gerhard Oncken, den Ende Juli 1852 eine Missionsreise nach Felde führte, berichtete im September desselben Jahres an die American Baptist Foreign Mission Society, dass er auf dem Felder Baptistenfriedhof „zwei kleine Gräber“ vorgefunden hat.<ref>„two little graves“; American Baptist Foreign Mission Society (Hrsg.): The Missionary Magazine, Band 33, März 1853, S. 11 (Spalte II); (online)</ref>

Eine der Bedingungen, die sich mit der amtlichen Erlaubnis verbanden, war die Auflistung aller Friedhofsinteressenten. 1854 kam die Gemeinde dieser Aufforderung nach und nannte in einem Verzeichnis 94 Namen<ref>Zu diesem Zeitpunkt hatte die Baptistengemeinde 90 Mitglieder.</ref>. Wohnorte der Interessenten waren Apen, Burgforde, Eggeloge, Eggelogerfeld, Felde, Fikensolt, Halsbek, Hoheliet, Hollwege, Jührdenerfeld, Langebrügge, Mansie, Moorburg, Neuenburg, Neuengland, Seggern, Torsholt, Westerstede, Westerloy und Westerstederfeld<ref name="artikel" />.

Ursprünglich waren laut Friedhofsordnung nur einheitliche Holzkreuze als Grabdenkmäler erlaubt. Später wurde diese durch ebenfalls einheitliche kleine Grabsteine ersetzt<ref> siehe Foto Grabstein Friedrich Bohlken!</ref>. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Tradition durchbrochen, da zugezogene Flüchtlinge und Vertriebene sowie Gemeindemitglieder aus anderen Regionen Deutschlands die Schlichtheit einer einheitlichen Grabgestaltung ablehnten.

Der Friedhof wird bis heute genutzt.

Literatur

  • Gisela Heise: 1849 – Zeitsprünge – 1999. Episoden aus 150 Jahren Gemeindegeschichte. Werden und Wachsen der Baptistengemeinde Westerstede. Westerstede 1999.

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

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Koordinaten: 53° 16′ 57,9″ N, 7° 55′ 29,3″ O

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