Bahnstrecke Schaftlach–Tegernsee
| Schaftlach–Tegernsee | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Übersicht der Bahnstrecken südlich von Holzkirchen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckennummer (DB): | 9560 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (DB): | 957 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke: | 429 (1946) 429 (1944)<ref>Kursbuchauszug 1944</ref> | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 12,4 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenklasse: | C3 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Maximale Neigung: | 30 ‰ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Minimaler Radius: | 145 m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 80 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zugbeeinflussung: | PZB | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Schaftlach–Tegernsee, auch Tegernseebahn genannt, ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Bayern. Sie zweigt in Schaftlach von der Bahnstrecke München–Lenggries ab und führt über Gmund nach Tegernsee. Die Infrastruktur wurde bis 2025 von der Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft betrieben, der Zugverkehr von der Bayerischen Oberlandbahn. Die Strecke wurde an DB InfraGo verkauft.<ref>Lokmagazin 02/2026, Seite 38</ref>
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Geschichte
Die Eisenbahn-Actiengesellschaft Schaftlach–Gmund erhielt 1882 von König Ludwig II. die Konzession für Bau und Betrieb einer Bahnstrecke von Schaftlach nach Gmund, die 1883 eröffnet wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Tegernsee-Bahn. ( vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) In: eisenbahnnostalgie-deutschland.de</ref>
1896 wurde die Konzession für eine Verlängerung der Bahnstrecke nach Tegernsee erweitert. 1902 wurde die Strecke bis Tegernsee eröffnet; eine zunächst geplante Verlängerung nach Rottach-Egern kam u. a. wegen erfolgloser Grunderwerbsverhandlungen nicht zustande.<ref name="100jahre" details="S. 18.">Helge Hufschläger, Walther Zeitler: 100 Jahre Tegernsee-Bahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham/München 1983, ISBN 3-922138-16-0.</ref> Die Eignergesellschaft änderte ihren Namen in Eisenbahn-Actiengesellschaft Schaftlach-Gmund-Tegernsee (EAG).
1942 wurde der Firmenname in Tegernsee-Bahn Aktiengesellschaft (TAG) geändert.
Die drohende Betriebseinstellung im Jahre 1967 konnte nur durch einen Investitionsmittelzuschuss des Freistaats Bayern abgewendet werden.<ref name="100jahre" details="S. 75." />
1983 wurde der Bahnbetrieb auf die neugegründete Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft mbH (TBG) übertragen. Das Vermögen der Gesellschaft umfasst die Bahnstrecke Schaftlach–Tegernsee mit 12,4 Kilometern Länge und 147.000 m² Fläche, die beiden Bahnhofsgebäude in Gmund und Tegernsee samt Grundstücken von zusammen 35.000 m², zwei unbebaute Seeufergrundstücke mit zusammen 12.000 m² und 2.330 m² mit 33 Wohneinheiten bebauter Grund am Tegernsee.<ref>Christopher Horn: Tegernseer Bahnhof: Bürger planen Demos. In: Tegernseer Stimme. 30. November 2012, abgerufen am 18. September 2018.</ref>
1998 stellte die TBG den Fahrbetrieb ein. Den Betrieb übernimmt seitdem die Bayerische Oberlandbahn (BOB) im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.<ref>Historie. Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft, abgerufen am 4. Juni 2018.</ref>
1999 verkaufte die TBG den gesamten Schienenfuhrpark, wodurch die Betriebsgesellschaft nur noch als Eisenbahninfrastrukturunternehmen fungiert. Am 20. Dezember 2012 verkaufte die Eigentümerin TAG Immobilien die Tegernseebahn für 11 Millionen Euro an die beiden Gemeinden Tegernsee und Gmund (jeweils 45 Prozent der Anteile) sowie an den Landkreis Miesbach (10 Prozent).<ref>Elf Millionen Euro für die Tegernsee-Bahn. In: merkur-online.de. 11. Januar 2013, abgerufen am 11. Januar 2013.</ref>
Zukunftsaussichten
Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) beauftragte die Tegernsee-Bahn am 14. Oktober 2024 mit der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für eine Elektrifizierung sowie einen Ausbau der Strecke. Dabei sollen ein elektronisches Stellwerk errichtet und die maximale Zuglänge von 108 auf 140 Meter erhöht werden. 2024 war das Ziel des StMB eine Durchführung der Bauarbeiten in den frühen 2030er Jahren.<ref>Attraktiverer Schienenverkehr im Oberland. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, 1. August 2023, abgerufen am 6. Februar 2024.</ref><ref>Attraktiverer Schienenverkehr im Oberland. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, 14. Oktober 2024, abgerufen am 17. Oktober 2024.</ref>
Ein Gutachten im Rahmen des Projektes „Bahnausbau Region München“ befand im Juli 2024 die perspektivische Eingliederung der Strecke in das geplante Regional-S-Bahnnetz für positiv.<ref>Programm "Bahnausbau Region München". Bayerisches Staatsministerium für Wohnung, Bau und Verkehr, 22. Juli 2024, abgerufen am 18. August 2024.</ref>
Streckenbeschreibung
Verlauf
Die Strecke verlässt den Bahnhof Schaftlach in Richtung Nordosten und führt nach einer Rechtskurve östlich am Ort vorbei. In südöstliche Richtung führend erreicht sie Moosrain und nach einer 1,2 km langen Gefällestrecke sowie einer Schleife den Bahnhof Gmund am Tegernsee. Nach dem Bahnhof wird in einer Rechtskurve die Mangfall überquert und entlang des Tegernsees der Endbahnhof in der gleichnamigen Stadt erreicht.
Die TBG betreibt 15 Bahnübergänge auf der Strecke, davon sind zwölf mit Blinklicht und Halbschranken gesichert, drei nur mit Blinklicht.<ref>Bahnübergänge. In: tegernsee-bahn.de. Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft mbH, abgerufen am 4. Juni 2018.</ref>
Betriebsstellen
Moosrain
Der Haltepunkt liegt im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Gmund am Tegernsee.<ref>Haltepunkt Moosrain. In: tegernsee-bahn.de. Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft mbH, abgerufen am 4. Juni 2018.</ref>
Haltepunkt Finsterwald
2017 sollte zur Anbindung des Gmunder Ortsteils Finsterwald und der dort 2014 eröffneten Realschule zwischen Moosrain und Gmund ein neuer Haltepunkt Gmund Finsterwald errichtet werden.<ref>Gerti Reichl: Regierung genehmigt Pläne: BOB-Haltestelle in Finsterwald kommt. In: merkur.de. 21. Juli 2016, abgerufen am 1. Juni 2017.</ref> Aufgrund hoher Kosten verzögerte sich die Eröffnung um etwa ein Jahr.<ref>Tegernsee-Bahn hebt Ausschreibung für Finsterwald auf – Bau der Haltestelle verzögert sich. In: Das Gelbe Blatt. 31. Juli 2017, abgerufen am 8. Januar 2018.</ref> Der 120 Meter lange Bahnsteig wird seit 21. Oktober 2018 von den Regionalbahnen bedient, die feierliche Einweihung fand erst am 19. November statt.<ref>Peter Posztos: "Gmund-Finsterwald" seit heute in Betrieb: Das ist der neueste BOB-Halt im Tal. In: Tegernseer Stimme. 21. Oktober 2018, abgerufen am 13. November 2018.</ref>
Bahnhof Gmund (Tegernsee)
Der Bahnhof Gmund (Tegernsee) (Lage
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St. Quirin
Ursprünglich gab es im Gmunder Ortsteil St. Quirin einen eigenen Haltepunkt. Dieser wurde bereits in den 1980er Jahren aufgelassen.
Tegernsee
Das Empfangsgebäude des Endbahnhofs der Strecke (Lage
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}}) ist ein Satteldachbau mit breiten Quergiebeln, das im Jahr 1902 im Heimatstil mit Zierfachwerk und Putzornamenten erbaut wurde. Die Bahnsteighalle hat ein eisernes Bahnsteiggitter.<ref>Denkmalliste für Tegernsee (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.</ref> In Tegernsee befand sich ein mechanisches Stellwerk. Im Bahnhofsgebäude ist heute der Bedienraum eines ESTW, das die gesamte Strecke steuert.
Literatur
- Siegfried Bufe, Hannes Geier, Helge Hufschläger: Tegernsee-Bahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 2001, ISBN 3-922138-73-X.
Weblinks
Einzelnachweise
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