Zum Inhalt springen

Bahnstrecke Ras Ejder–Sirt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Bahnstrecke Ras Ejder–Sirt ist eine im Bau befindliche Eisenbahnstrecke in Libyen.

Das Projekt

Die Strecke wird zweigleisig und in Normalspur errichtet. Sie ist rund 625 Kilometer lang<ref>Railway Journal 156; nach: hmk: Libysch-Arabische Dschamahirija. In: IBSE-Telegramm 237 (August 2010), S. 8, soll die Strecke 650 km lang sein.</ref> und führt von der tunesischen Grenze bei Ras Ejder über Tripolis nach Sirte. Sie ist Bestandteil einer künftig Nordafrika von Marokko bis Ägypten querenden Eisenbahnverbindung. Eine Elektrifizierung ist für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen.

Als östliche Verlängerung ist die Bahnstrecke Sirt–Banghazi (Benghasi) im Bau. Bei den nahe der Küste befindlichen Siedlungen Al Hayshah (El Isha) und Abu Qurayn (Abugrein) soll die von Süden kommende Bahnstrecke Misrata–Sabha anschließen.<ref>hmk: Libysch-Arabische Dschamahirija. In: IBSE-Telegramm 237, August 2010, S. 8; laut jst: Libyen wird zum Eisenbahnland. In: Eisenbahn-Revue International 4/2011, S. 173, ist eine Anbindung nur in Sirt vorgesehen.</ref>

Stand

Das Projekt wurde – ausschließlich der Signaltechnik – an die China Railway Construction Corporation vergeben. Für die Signaltechnik erhielt die italienische Ansaldo STS den Auftrag.<ref name="jst">jst: Libyen wird zum Eisenbahnland. In: Eisenbahn-Revue International. 4/2011, S. 173.</ref> Die Strecke sollte schon 2009 eröffnet werden. Es gab aber Verzögerungen bei der Fertigstellung.<ref name="jst" /> Lediglich eine 5 km lange Teststrecke steht bei Tripolis in Betrieb. Die Strecke war 2011 noch im Bau, als, verursacht durch den Bürgerkrieg in Libyen, die Arbeiten im Februar 2011 unterbrochen und die chinesischen Kräfte evakuiert wurden.<ref>Zu den Evakuierungsmaßnahmen ausländischer Staaten</ref>

Trivia

Der italienische Premierminister Silvio Berlusconi hat dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi zum 40. Jahrestag seiner Revolution 2010 als Staatsgeschenk einen zum Salon-Triebwagen umgebauten DSB MG aus der laufenden Produktion dieser Züge für die Dänischen Staatsbahnen übereignet. Es handelte sich um eine vierteilige Einheit mit zwei Salon- und einem Konferenzwagen. Zur Ausstattung gehörten eine italienische Espressomaschine und ein Jogging-Laufband.<ref name="jst" /><ref>Walter Rothschild: Libyen. In: HaRakevet. 24/1, März 2011, S. 19.</ref> Der Dieseltriebwagen ist für Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h ausgelegt. Da als einzige befahrbare Strecke in Libyen – als Teststrecke bei Tripolis – lediglich ein fünf Kilometer langer Abschnitt existiert, kam er nie zum Einsatz.<ref name="jst" /> Er hat den Bürgerkrieg aber wohl unbeschadet überstanden.<ref>jst: Libyscher IC4 nach Dänemark? In: Eisenbahn-Revue. 5/2013, S. 240; Nikolaj Vraa: Fandt DSB's forsvundne IC4-tog i Libyen. In: Ekstrabladet vom 21. März 2013.</ref>

Der Zug ist sichtbar auf einer Satelliten-Aufnahme vom 10. November 2013 von Google Earth und einer Fotografie mit Geo-Tag.<ref>IC4-Zug von AnsaldoBreda in Libyen

 {{#coordinates:32,828791|13,111563|
   |dim=
   |globe=
   |name=IC4
   |region=LY-TB
   |type=landmark
  }}</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Continental Railway Journal 156, 2009, S. 454f und 158, S. 547.
  • hmk: Libysch-Arabische Dschamahirija. In: IBSE-Telegramm 237, August 2010, S. 8.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />