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Bahnstrecke Hude–Nordenham-Blexen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bahnstrecke Hude–Nordenham)
Hude–Nordenham-Blexen
Streckennummer (DB):1503
Kursbuchstrecke (DB):391
Kursbuchstrecke:221h (1946)
Streckenlänge:50,2 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV, 16,7 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:90 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Zweigleisigkeit:Golzwarden–Rodenkirchen
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von Bremen
–1,002 Hude
nach Oldenburg
Vielstedter Straße (K 226)
Kirchstraße (L 868)
Huder Bach
4,333 Neuenkoop
8,614 Berne
Untere Ollen
B 212
Piependammer Sieltief
Hunte (Hilfsbrücke)
14,745 Elsfleth
Elsflether Sieltief
19,822 Hammelwarden
Moorriemer Kanal und Käseburger Sieltief
22,900 Kirchhammelwarden
von Oldenburg
25,531 Brake (Unterweser)
27,961 Golzwarden
28,500 Golzwarden
31,500 Sürwürden
34,440 Rodenkirchen (Oldb)
Strohauser Sieltief
ehem. nach Varel
B 437
39,136 Kleinensiel
Butjadinger Bahn
43,634 Nordenham
44,500 Kabelstraße
46,232 Nordenham Friedrich-August-Hütte
46,940 derzeitiges Streckenende<ref>Nordenham-Friedrich-August-Hütte. (PDF) Abgerufen am 28. Februar 2024.</ref>
47,400 Werftstraße
48,700 Einswarden
50,200 Nordenham-Blexen

Quellen: <ref name="anfrage">Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: Zustand und Zukunft des Bahnverkehrs in Niedersachsen. (PDF) Niedersächsischer Landtag, 2. September 2008, S. 19, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juli 2011; abgerufen am 25. September 2008.</ref><ref>Infrastrukturregister. DB InfraGO, abgerufen am 13. August 2024.</ref><ref>Trassenfinder. DB InfraGO, abgerufen am 13. August 2024.</ref>
Datei:Drehbrücke über die Hunte.JPG
Drehbrücke bei Elsfleth-Ohrt über die Hunte mit einem ET440 der NordWestBahn aus Elsfleth kommend (2015)

Die Bahnstrecke Hude–Nordenham-Blexen ist eine 50 km lange, überwiegend eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn am westlichen Ufer der Unterweser. Sie bindet die Hafenstädte Nordenham und Brake in Hude an die Bahnstrecke Oldenburg–Bremen und damit an das deutsche Eisenbahnnetz an. Die Trasse führt überwiegend durch Marsch- und einige Moorgebiete im Landkreis Wesermarsch. Sie dient dem Güter- und dem Personennahverkehr. Die Verlängerung nach Blexen wird im Güterverkehr bis Nordenham Friedrich-August-Hütte täglich von einem Zugpaar befahren. Im weiteren Verlauf ist die Strecke stillgelegt.

Geschichte

Datei:Bahnhof-Nordenham.jpg
Bahnhof Nordenham um 1909

Die Bahnstrecke wurde 1873 von Hude bis Brake, am 15. Oktober 1875 bis Nordenham eröffnet. Der Hafenumschlag sorgte für ein hohes Frachtaufkommen. Von 1890 bis 1897 fuhren in Nordenham auch die Transatlantikdampfer des Norddeutschen Lloyd ab, bevor diese endgültig nach Bremerhaven wechselten.

1904 wurde die Verbindung um sieben Kilometer nach Blexen verlängert. Dort bestand Anschluss an die Weserfähre Bremerhaven–Nordenham. Dieser Abschnitt wird seit 1980 nur noch als Hafenzufahrt und Industriegleis genutzt, der Personenverkehr wurde eingestellt.

Seit 1980 ist die Strecke zwischen Hude und Nordenham elektrifiziert.

Der im Mai 1988 geschlossene Haltepunkt Kirchhammelwarden wurde am 22. Dezember 2014 wieder in Betrieb genommen.<ref>Detlef Glückselig: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />In Brakes Süden halten wieder Züge (Memento vom 29. Oktober 2023 im Internet Archive), Nordwest-Zeitung, 23. Dezember 2014.</ref>

Anfang 2017 kaufte die Hanseatische Infrastrukturgesellschaft die Strecke zwischen Friedrich-August-Hütte und Blexen<ref>Norbert Hartfil: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stillgelegte Bahnstrecke wird reaktiviert (Memento vom 26. April 2023 im Internet Archive), Nordwest-Zeitung, 2. März 2017.</ref>, die sie für Güterverkehr ertüchtigt will. 2021 liefen Kaufverhandlungen für die Strecke zwischen Bahnhof Nordenham und Friedrich-August-Hütte.<ref>Timo Kühnemuth: Nordenham: Bahnstrecke soll bis Jahresende verkauft werden. Nordsee-Zeitung, 12. Juli 2021, abgerufen am 27. Februar 2024.</ref>

Im Februar 2024 kollidierte ein auf der Hunte fahrendes Binnenschiff mit der 1927 erbauten Drehbrücke bei Elsfleth und beschädigte diese so schwer, dass sie für den Bahnverkehr gesperrt werden musste. Die zerstörte Brücke wurde zurückgebaut und bis Ende April 2024 durch eine feste Hilfsbrücke mit 30 cm weniger Durchfahrtshöhe ersetzt.<ref>Schiff fährt gegen Huntebrücke - Zugverkehr lange gestört. In: ndr.de. NDR, 25. Februar 2024, abgerufen am 25. Februar 2024.</ref><ref>Hilfsbrücke bei Elsfleth soll bis Ende April fertig sein. In: ndr.de. NDR, 11. März 2024, abgerufen am 11. März 2024.</ref> Die Zufahrt zum Hafen Oldenburg ist Seeschiffen nicht mehr, Binnenschiffen nur bei passender Tide möglich.<ref>Nach Schiffsunfall: Ersatzbrücke über die Hunte steht. In: [ndr.de]. Norddeutscher Rundfunk, 24. April 2024, abgerufen am 29. April 2024.</ref> Bereits vor dem Unglück hatte die Vorplanung für einen Neubau einer beweglichen Brücke begonnen, der für 2027 bis 2030 vorgesehen war. Ab dem 5. März wurden sieben eingeschlossene Lokomotiven vom Kai der Firma J. Müller nach Bremen verschifft.<ref>Christian Quapp: Beschädigte Eisenbahnbrücke in Elsfleth: Feststeckende Lokomotiven werden in Braker Hafen auf Schiffe verladen. In: nwzonline. 5. März 2024, abgerufen am 6. März 2024.</ref><ref>Eisenbahnbrücke bei Elsfleth: Loks und Waggons werden verschifft. Norddeutscher Rundfunk, 6. März 2024, abgerufen am 6. März 2024.</ref> Im September 2024 erhob die Staatsanwaltschaft Oldenburg Anklage gegen den Kapitän.<ref>Huntebrücke in Elsfleth gerammt: Anklage gegen Kapitän erhoben. In: Norddeutscher Rundfunk. 5. September 2024, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>

Am 23. Juli 2024 kollidierte kurz vor 17:00 Uhr ein Tankmotorschiff bei Elsfleth mit der dort befindlichen Hilfsbrücke, wobei sowohl die Brücke selbst als auch das Schiff beschädigt wurden, sodass der Bahnverkehr auf dem betroffenen Streckenabschnitt eingestellt werden musste. Bei der Kollision wurden außerdem zwei Besatzungsmitglieder des Schiffs leicht verletzt.<ref>Schon wieder Schiffsunfall: Nun auch Hilfsbrücke über Hunte beschädigt - buten un binnen. Abgerufen am 23. Juli 2024.</ref><ref>LOK Report - Niedersachsen: Erneuter Zusammenstoß eines Binnenschiffes mit der Eisenbahnbrücke Elsfleth. Abgerufen am 23. Juli 2024.</ref><ref>NDR: Schiff rammt Ersatzbrücke über Hunte - Zugverkehr eingestellt. Abgerufen am 23. Juli 2024.</ref> Die Brücke wurde provisorisch repariert, soll jedoch neu gebaut werden. Die provisorische Konstruktion lässt sich nicht mehr für den Schiffsverkehr öffnen. Ein Neubau war ohnehin geplant und sollte 2030 fertiggestellt werden, soll nun jedoch früher realisiert werden, die Inbetriebnahme soll 2027/28 erfolgen. Die Durchfahrthöhe wird um 1,93 Meter erhöht, die Durchfahrtsbreite auf mindestens 42 Meter erweitert.<ref>Huntebrücke Elsfleth: DB stellt Pläne für beschleunigten Neubau vor. Abgerufen am 10. Januar 2025.</ref><ref>NDR: Viel schneller als gedacht - Neue Huntebrücke könnte schon 2027 fertig sein. Abgerufen am 10. Januar 2025.</ref><ref>Zerstörte Huntebrücke: Minister Lies sieht viele Vorteile bei einer Kopie der Friesenbrücke. Abgerufen am 10. Januar 2025.</ref>

Datei:Die Huntebrücke in Elsfleth.jpg
Seit dem 29. April 2024 ist eine Hilfsbrücke in Betrieb

Verlauf

Datei:2012-05-28 Fotoflug Cuxhaven Wilhelmshaven DSCF9818.jpg
Gleisanlagen des Braker Hafens, im Hintergrund die Bahnstrecke Hude–Blexen bei Boitwarden

Die größtenteils eingleisige Strecke zweigt in Hude von der Bahnstrecke Bremen–Oldenburg ab. Sie verläuft daraufhin auf gesamter Länge durch die flache Wesermarsch. Auf der Strecke gab es in der Vergangenheit Probleme mit den Untergrundverhältnissen aufgrund von Moorlinsen.

Nach 4,3 km wird der Bahnhof Neuenkoop erreicht, der bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 fahrplanmäßig zur Kreuzung der verkehrenden Regional-Express-Züge genutzt wurde. Seit dem Fahrplanwechsel wird das Kreuzungsgleis in Neuenkoop oft auch für Zugkreuzungen mit dem Güterverkehr genutzt. Der nächste Bahnhof ist Berne und wird nach 8,6 km erreicht. In Berne stehen dem Zugverkehr drei Gleise zur Verfügung. Das Gleis 1 ist als einziges Gleis mit einem Bahnsteig ausgestattet. Planmäßig haltende Personenzüge können in Berne somit nicht kreuzen. Der früher an Gleis 2 vorhandene Bahnsteig wurde im Rahmen eines Umbaus zur Barrierefreiheit abgerissen. Dieser war nur höhengleich mit einem Überweg über das Gleis 1 erreichbar.

Vor Elsfleth befindet sich die Überquerung über die Hunte mittels einer 2024 errichteten Hilfsbrücke. Im Bahnhof Elsfleth besteht ebenso eine Kreuzungsmöglichkeit. Da das Kreuzungsgleis aber oftmals für die teilweise langen Güterzüge nicht ausreicht, finden in Elsfleth vergleichsweise wenige Zugkreuzungen statt. Nach 19,8 km wird der Betriebsbahnhof Hammelwarden mit dem mittig im Bahnhof liegenden Bahnübergang erreicht, gefolgt vom Haltepunkt Kirchhammelwarden.

Nach 25,5 km wird dann der Bahnhof Brake erreicht, der zwei Bahnsteige mit drei Bahnsteigkanten hat. Davon ist nur noch der Hausbahnsteig an Gleis 1 nutzbar. Der Mittelbahnsteig an Gleis 2 und 3 befindet sich in einem desolaten Zustand und die Zugänge durch die Unterführung sind abgesperrt. Das alte Bahnhofsgebäude steht momentan leer. Es wird aber an einer neuen Nutzungsmöglichkeit gearbeitet. In Brake befinden sich zahlreiche Gleise, die für den Güterverkehr genutzt werden. Neben einem Ablaufberg wurden zum Anschluss des Niedersachsenkais auch neue Gleisanlagen gebaut.

Im weiteren Verlauf ist die Strecke zwischen der Überleitstelle Golzwarden und dem Bahnhof Rodenkirchen zweigleisig. Dieser zweigleisige Abschnitt wird planmäßig für die Begegnung der Personenzüge genutzt. Im Verspätungsfall muss in Golzwarden länger gewartet werden, da eine Kreuzung in Richtung Bremen erst wieder im Bahnhof Hammelwarden möglich ist.

In Rodenkirchen, wo von 1913 bis 1958 die Bahnstrecke Varel–Rodenkirchen abzweigte,<ref>Bahnstrecke Varel–Rodenkirchen auf laenderbahn.info.</ref> wurde vor einigen Jahren Gleis 3 entfernt, so dass heute nur zwei Durchfahrtsgleise zur Verfügung stehen. Nach 38,8 km wird dann noch vor Nordenham der Bahnhof Kleinensiel erreicht, wo ebenfalls ein Kreuzungsgleis vorhanden ist, auf dem wegen eines Bahnübergangs und dem nur an Gleis 1 vorhandenen Bahnsteig nur kürzere Güterzüge kreuzen können. Ebenso gibt es dort ein Anschlussgleis zum Kernkraftwerk Unterweser.

Nach 43,6 km wird der Bahnhof Nordenham erreicht. In Nordenham stehen zahlreiche Gütergleise zur Verfügung, ebenso wie ein Anschluss an den Hafen der Midgard. Im weiteren Verlauf bis Blexen ist die Strecke nur noch bis Nordenham-Friedrich-August-Hütte benutzbar. Dieser Streckenabschnitt ist eingleisig, nicht elektrifiziert und wird täglich durch ein Güterzugpaar bedient. Die weitere Strecke bis Blexen ist stillgelegt und wird nicht mehr genutzt, soll aber reaktiviert werden.<ref>Präsentation zu Reaktivierungen in Niedersachsen im ÖPNV. Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, 25. August 2025, abgerufen am 5. September 2025.</ref>

Bedienungsangebot

Vor der Elektrifizierung 1980 kamen im Personenverkehr Triebwagen der Baureihe 624 zum Einsatz, anschließend bis 2004 Elektrolokomotiven der Baureihe 141 mit n-Wagen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 kamen auf der Strecke Triebzüge der Baureihe 425 zum Einsatz, die als RE nach Bremen fuhren. Zwischen Hude und Bremen wurde nur in Delmenhorst gehalten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />LNVG Pressemitteilung, Mit ET 425 komfortabler aus der Wesermarsch nach Bremen (Memento vom 22. November 2016 im Internet Archive)</ref> Die Züge fuhren im Zweistundentakt mit Verdichtungen zum Stundentakt in der Hauptverkehrszeit. In der Ausschreibung der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen erhielt die NordWestBahn den Zuschlag, sodass die bisher eingesetzten Triebzüge nach Hannover umbeheimatet wurden und dort als Regional-Express auf der Relation zwischen Hannover Hbf und Wolfsburg verkehren.

Datei:ET 440 345 der NWB in Elsfleth.JPG
Regio-S-Bahn mit einem ET440 der NordWestBahn in Elsfleth (2020)

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 nahm die NordwestBahn den Betrieb der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen auf. Seitdem verkehrt die Linie unter der Linienbezeichnung RS 4 und das Angebot wurde an allen Wochentagen zum Stundentakt verdichtet. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 sind Triebzüge vom Typ Coradia Continental von Alstom zum Einsatz gekommen. Innerhalb der Woche wurden fünfteilige Züge eingesetzt und an Wochenenden und Feiertagen dreiteilige Züge. Seit Ende 2022 wird die Strecke planmäßig mit Stadler Flirt 3XL Triebzügen der Nordwestbahn befahren. Einzelne Zugleistungen können aber weiterhin mit Coradias bedient werden. In Hude besteht ein kurzer Anschluss zur Linie RS 30 nach Oldenburg.

Es herrscht reger Güterverkehr verschiedener Eisenbahnverkehrsunternehmen nach Brake und Nordenham. Ein Stammgast für Brake ist der aus Großenkneten kommende Schwefelzug, zu dem noch einige andere hinzukommen. Aus Nordenham verkehren viele Kohlezüge Richtung Binnenland.

Weblinks

Commons: Bahnstrecke Hude–Blexen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />