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Bahnpostwagen

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Bahnpostwagen zählen zu den Reisezugwagen und nicht zu den Güterwagen. In ihnen werden bzw. wurden die von der Bahnpost beförderten Postsendungen sortiert. Unterarten sind der Briefpostwagen beziehungsweise der Paketpostwagen.

Datei:2 Bahnpostwagen.JPG
Zwei Schnellzug-Bahnpostwagen Post mr-a/26

Aufgabe der Bahnpostwagen

Datei:Christoph & Unmack Post 4e-b 20, Bahnpostamt 32 Leipzig - Innen - Sortierraum.JPG
Bahnpostwagen für Personenzüge, Nr. 4467 (Hersteller: Christoph & Unmack AG, Baujahr 1933): Innenraum

Seit Beginn der Entwicklung des Eisenbahnwesens in den 1840er Jahren haben die Postverwaltungen zur Beförderung der Postsachen den Schienenweg benutzt. Bereits 1841 wurden auf den Schienen laufende „Eisenbahn-Postwagen“ eingeführt.<ref>Handwörterbuch des Postwesens; 3. Auflage; S. 181</ref> Ab 1875 erhielten diese posteigenen Schienenfahrzeuge die Bezeichnung „Bahnpostwagen“ (Bpw) in der kaiserlichen deutschen Post. Neben den Bahnpostwagen wurden auch bahneigene Wagen zur Postsachenbeförderung verwendet, sei es in Gestalt von gedeckten Güterwagen zur Paketbeförderung oder in Form von Postabteilen in Reisezugwagen. Die Bahnpostwagen werden entweder einzeln in die Reisezüge eingestellt oder in größerer Anzahl als Bestandteile von Expressgut- und Güterzügen mit Postbeförderung gefahren. Postalisch bezeichnet man letztere als Postzug, weil bei ihrer Fahrplangestaltung weitgehend auf die Bedürfnisse der Postsachenbeförderung und der Abwicklung des Bahnpostdienstes Rücksicht genommen wird,<ref>Handwörterbuch des Postwesens; 3. Auflage; S. 182</ref> wie in Deutschland den Post InterCity und später den Parcel InterCity oder in Frankreich den TGV postal. Die Deutsche Post AG nutzte Bpw nur für drei Jahre (bis 1997).<ref>Steindl/Wagner: Deutsche Bahnpostwagen, S. 24, transpress-Verlag, Stuttgart, 2016</ref>

Entwicklungsgang der Bahnpostwagenkonstruktion

Datei:I10 335 Postwagen Gbkkqs.jpg
Bahnpostwagen der slowakischen Post in Güterwagenbauart, Žilina 2012

Bahnpostwagen zählen zur Gattung der Reisezugwagen. Dementsprechend müssen sie auch allen technischen Vorschriften für Reisezugwagen genügen, die im Wesentlichen auf internationaler Ebene festgelegt worden sind. Von Anfang an der konstruktionsmäßigen Entwicklung der Reisezugwagen folgend, haben die Bahnpostwagen die gleichen Bauformen sowohl in der äußeren Gestaltung als auch in der Kastenkonstruktion durchlaufen wie jene.<ref>Handwörterbuch des Postwesens; 3. Auflage; S. 182</ref> Brief- und Universalpostwagen, in denen während der Fahrt gearbeitet wird, benötigen eine Ausstattung, die sie als Arbeitsstätte tauglich macht. Die Anforderungen an das Laufwerk sind mit Schlaf- und Liegewagen vergleichbar, zusätzlich müssen Heizung und Beleuchtung von der Bewegung und einer Versorgung durch die Zuglokomotive weitgehend unabhängig sein. Erreicht wurde das in der Regel durch eine vergrößerte Batteriekapazität, zusätzliche Achsgeneratoren und eine Eigenheizung. Wagenübergänge waren bis auf Ausnahmefälle nicht vorgesehen, da Bahnpostwagen zur Wahrung des Briefgeheimnisses im Betrieb ohnehin nicht von postfremden Personen einschließlich Bahnmitarbeitern betreten werden durften. Daraus ergab sich auch die Notwendigkeit, Sanitäreinrichtungen vorzusehen. Einstiegsräume an den Wagenenden dienten häufig als Rangiererkabine ohne Verbindung mit dem übrigen Wageninnenraum oder mit einer von innen abschließbaren Tür. Mit der Einführung von Rollbehältern, deren Inhalt während der Fahrt nicht bearbeitet werden musste, entstanden etwa ab 1960 auch erneut Postwagen in Güterwagenbauart (wie Gattung Post-t/18,7 der Deutschen Post; 1987 an die Deutsche Reichsbahn verkauft)<ref>Steindl/Wagner, Deutsche Bahnpostwagen, S. 121, transpress-Verlag, Stuttgart, 2016</ref>. Einige Postverwaltungen beschafften auch als Bahnpostwagen eingeordnete eigene Containertragwagen. Für den Einsatz in Reisezügen erhielten die Postwagen in Güterwagenbauart neben einem für die erforderliche Fahrgeschwindigkeit ausgelegtem Laufwerk eine Hauptluftbehälterleitung und Durchgangsleitungen für Dampf- und elektrische Heizung.

Gattungen und Kennzeichen der Bahnpostwagen

Datei:Bahnpost-briefkasten.JPG
Bahnpost-Briefkasten aus der letzten Epoche der deutschen Bahnpost 1970–1997
Datei:Deutsche Bundespost Signet.jpg
Signet der Deutschen Bundespost auf einem Bahnpostwagen

Die Postsendungen (Briefpost) werden in den Bahnpostwagen nicht nur befördert, sondern auch bearbeitet, d. h. nach Orten und Leiteinheiten verteilt, damit die wertvollen Stunden der Fahrzeit ausgenutzt werden.<ref>Handwörterbuch des Postwesens; 3. Auflage; S. 184</ref> Auch die Pakete und Paketsäcke werden in Stapeln für die am Kurs liegenden Umschlags- oder Bestimmungsämter zusammengefasst und ebenso wie die Briefbeutel, an den betreffenden Bahnstationen ausgetauscht. Für diese Arbeiten ist eine Inneneinrichtung erforderlich, die derjenigen einer Brief- und Päckchenverteilstelle bzw. einer Packkammer in einem Postamt gleicht. Hiernach unterscheidet man in den Bahnpostwagen drei Arten von Arbeitsräumen, die in verschiedenen Kombinationen in vielen Wagengattungen wiederkehren:

  • Der „Briefraum“ ausgestattet mit Arbeitstischen und Briefverteilfachwerken für die Briefverteilung,
  • der „Aussackraum“ ausgerüstet mit einem großen Arbeitstisch (teilweise mit Staubabsaugung)<ref>Steindl/Wagner: Deutsche Bahnpostwagen, S. 13, transpress-Verlag, Stuttgart, 2016</ref> zum Ausschütten der Beutel mit umzuarbeitenden Sendungen und einer großen Beutelspannvorrichtung zur Aufnahme der zuerst leeren Briefbeutel, die dann Briefbunde aufnahmen,
  • und der „Paket- oder Packraum“ der zur Aufnahme einer möglichst großen Menge von grobem Ladegut (Pakete, Paketsäcke, Päckchenbeutel, Postzeitungsgut) mit Packbrettern längs der Seitenwände und einem über die ganze Raumfläche in 2 m Höhe gezogenen Gestängerost (Packgestänge) ausgestattet ist.<ref>Handwörterbuch des Postwesens; 3. Auflage; S. 185</ref>

Oft haben Bahnpostwagen eine Einwurfmöglichkeit für Postsendungen vom Bahnsteig, ähnlich dem Schlitz an Postkästen. Eine eigene Kennzeichnung von Bpw besteht seit 1852 (Preußen). Dieses preußische Nummerierungssystem führten die Deutsche Reichsbahn und die Deutsche Reichspost fort. Die Gründung der Deutschen Bundespost und der Deutschen Post (DDR) nach 1945 führte zu unterschiedlichen Konstruktionen bei Bpw und dementsprechend zu divergenten Kennzeichnungen.<ref>Steindl/Wagner: Deutsche Bahnpostwagen, S. 17, transpress-Verlag, Stuttgart, 2016</ref>

Betrieb

Die Arbeit in den Bahnpostwagen war nicht ganz ungefährlich. Es kam immer wieder zu Unfällen, insbesondere wenn mit Postmitarbeitern besetzte Wagen rangiert wurden. So ereigneten sich 1953 im Gebiet der Deutschen Bundesbahn 161 entsprechende Unfälle mit insgesamt 94 Verletzten.<ref>Bundesbahndirektion Mainz (Hrsg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 5. März 1954, Nr. 10. Bekanntmachung Nr. 115, S. 59.</ref>

Museen

Viele Postwagen werden durch Eisenbahnvereine teilweise betriebsfähig museal erhalten.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

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