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Bahnhof Berlin Messe Süd

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Berlin Messe Süd
(Eichkamp)
11-12-05-eichkamp-by-RalfR-20.jpg
Bahnsteig, 2011
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung BMS
IBNR 8089328
Preisklasse 5<ref>Stationspreisliste 2020. In: Deutsche Bahn. Deutsche Bahn, 1. Januar 2020, abgerufen am 11. Juli 2020.</ref>
Eröffnung 23. August 1928
16. Januar 1998
Schließung 28. September 1980
Webadresse sbahn.berlin
Profil auf bahnhof.de Messe-Süd-(Eichkamp)-1019938
Architektonische Daten
Architekt Richard Brademann
Lage
Stadt/Gemeinde Berlin
Ort/Ortsteil Westend
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 29′ 55″ N, 13° 16′ 12″ OKoordinaten: 52° 29′ 55″ N, 13° 16′ 12″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Berlin Messe Süd
(Eichkamp)
Bahnhöfe in Berlin

Der Bahnhof Berlin Messe Süd (Eichkamp) ist ein an der Spandauer Vorortbahn gelegener Haltepunkt. Die im Berliner Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf gelegene Station wurde am 23. August 1928 eröffnet. Seit der Inbetriebnahme fahren die Züge der Berliner S-Bahn den Halt mit Unterbrechung von 1980 bis 1998 an. 2002 erhielt der zuvor Eichkamp genannte Halt seinen heutigen Namen, dieser nimmt Bezug auf das Berliner Messegelände nördlich der Bahn sowie die Siedlung Eichkamp, die sich südwestlich der Station erstreckt.

Lage und Aufbau

Datei:11-12-05-eichkamp-by-RalfR-14.jpg
Empfangsgebäude Gleisseite mit dem ehemaligen Stellwerk Eich, 2011
Datei:11-12-05-eichkamp-by-RalfR-01.jpg
Brückensteg zwischen dem Empfangsgebäude und der Jafféstraße sowie zum Bahnsteig, 2011

Der Haltepunkt liegt am Streckenkilometer 13,6 der Spandauer Vorortbahn von Westkreuz nach Stresow. Parallel zu den Vorortgleisen verlaufen die Ferngleise des Hamburger Stadtbahnanschlusses, die südlich am Bahnsteig vorbeigeführt wird und in Richtung des Bahnhofs Heerstraße die Vorortgleise niveaufrei kreuzt. Die gemeinsame im Einschnitt geführte Trasse wird im Norden vom Messegelände und der Jafféstraße sowie im Süden von der Siedlung Eichkamp eingefasst.

Das Empfangsgebäude an der Waldschulallee ist wie der mittlere Aufgang in rotbunter Klinkerbauweise nach Plänen von Richard Brademann ausgeführt.<ref name="Denkmalliste">Eintrag 09096479 in der Berliner Landesdenkmalliste</ref> Das Empfangsgebäude war in seiner Straßenfassade dem des Bahnhofs Westkreuz nahezu identisch. Über dem breit gelagerten Erdgeschoss mit dreieckigen Wandvorlagen und einem profilierten Abschlussgesims erhebt sich zurückgesetzt der Oberlichtaufbau. An den Wandvorlagen waren senkrechte Opalglasleuchten angebracht, die zusammen mit den in Leuchtschrift gehaltenem Bahnhofsnamen eine eindrucksvolle Beleuchtungssituation bei Nacht hervorriefen. Bei der Wiederinbetriebnahme wurden die Leuchtbuchstaben durch goldenfarbige Einzelletter ersetzt. Zwischen dem Eingang (rechts) und dem Ausgang (links) war ein Kiosk mit Verkaufsfenster zur Straßenseite angebracht. Im Innern der Empfangshalle waren die Gepäckannahme, zwei 1935 ergänzte Fahrkartenschalter und eine Gassenschänke, linkerhand die Bahnhofsgaststätte eingerichtet. Die Hallenwände sind im unteren Teil über einer schwarzen Sockelreihe mit gelben Keramikfliesen verblendet, den oberen Abschluss bildet ein schmales Gesimsband aus schwarzen Keramikformsteinen. Der obere Wandabschluss und die Decke sind cremefarben verputzt. Die Gassenschänke, Bahnhofswirtschaft und der Kiosk wurden bei der Inbetriebnahme 1998 nicht wiedereröffnet und stehen leer.<ref name="SD 130-134">Susanne Dost: Richard Brademann (1884–1865). Architekt der Berliner S-Bahn. VBN Verlag B. Neddermeyer, Berlin 2002, ISBN 3-933254-36-1, S. 130–134.</ref>

Durch die Lage des Gebäudes am Hang war die Gleisseite dreigeschossig ausgebildet. Die beiden Untergeschossen wurden für Diensträume genutzt, im südöstlichen Teil des ersten Untergeschosses war ferner das Stellwerk Eich integriert, das den Fern- und Vorortverkehr auf der Strecke in diesem Bereich regelte.<ref name="SD 130-134" /><ref name="sb">Mike Straschewski: Messe Süd (Eichkamp). In: www.stadtschnellbahn-berlin.de. 20. Dezember 2009, abgerufen am 8. Januar 2012.</ref>

Mittig vom Empfangsgebäude geht der von einem Passimeter unterteilte Durchgang zum Brückensteg ab, von dem beidseitig Treppenabgänge zum Bahnsteig führten. Die grün lackierten Eisenkonstruktionen heben sich deutlich von den roten Klinkern des Empfangsgebäudes ab. Die Hochbauten des Bahnsteigs für Diensträume, Aborte etc. weisen auskragende Flachdächer auf. Die Ausfachungen der Eisenkonstruktion wurden mit rotbunten Keramikfliesen verblendet.<ref name="SD 130-134" /> Der 160 Meter langen Mittelbahnsteig für die S-Bahn ist auf zwei Dritteln der Länge überdacht. Neben dem mittleren Aufgang zum Empfangsgebäude an der Waldschulstraße und der Jafféstraße existieren seit 1998 ein westlicher Ausgang zum Messegelände und ein östlicher Ausgang zur Eichkampstraße. Einer der bestehenden Treppenabgänge wurde ferner durch einen Aufzug ersetzt.<ref name="SD 130-134" />

Die Anlage ist als Baudenkmal in der Berliner Landesdenkmalliste aufgeführt.<ref name="Denkmalliste" />

Geschichte

Datei:Berlin, Unterführung der Avus - LABW - Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 001703 b.jpg
Überführung von Messedamm und AVUS unmittelbar östlich des Bahnhofs Eichkamp, 1930
Datei:Germany Rail 062 Berlin S-Bahn.jpg
Zug der Baureihe ET/EB 169 am Bahnhof Eichkamp, 1961
Datei:19861202 Eichkamp.jpg
S-Bahnhof Eichkamp seit 1980 ohne Verkehr, links ein Transitzug nach Hamburg, 1986

Der erste Haltepunkt Eichkamp wurde am 1. Mai 1896 an der Wetzlarer Bahn eröffnet und befand sich etwa 250 Meter Luftlinie südöstlich des heutigen S-Bahnhofs. Der Haltepunkt verfügte über einen Mittelbahnsteig, der einzige Ausgang führte nach Osten zur Werkstattstraße (seit 1925: Cordesstraße), wo sich ein kleines Fahrkartenhäuschen befand.<ref>Mike Straschewski: Eichkamp (Wetzlarer Bahn). In: www.stadtschnellbahn-berlin.de. 21. Dezember 2009, abgerufen am 10. Januar 2012.</ref> Die Verbindungsbahn nach Spandau führte zu dieser Zeit auf direktem Wege über das heutige Messegelände von der Wetzlarer Bahn zum Bahnhof Heerstraße.

Im Zuge der „Großen Elektrisierung“ der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen sowie dem Bau des Messegeländes wurden die Bahnanlagen im Kreuzungsbereich von Wetzlarer und Ringbahn sowie den hier aus Spandau zulaufenden Strecken umfangreich verändert. Die Verbindungsbahn nach Spandau wurde nach Süden verschwenkt, um Platz für die Erweiterung des Messegeländes zu machen. Gleichzeitig erhielt sie ein zweites Gleispaar zur vollständigen Trennung des Fernverkehrs vom Vorortverkehr. Als Umsteigepunkt zwischen den einzelnen Vorortstrecken sowie als Zugang zum Messegelände entstand 1928 der Turmbahnhof Ausstellung (seit 1932: Westkreuz).<ref>Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2. Auflage. GVE, Berlin 2004, ISBN 3-89218-073-3, S. 247–248.</ref> Der alte Haltepunkt Eichkamp an der Wetzlarer Bahn wurde aufgegeben und dafür ein neuer Haltepunkt gleichen Namens an der Spandauer Vorortbahn eingerichtet. Am 23. August 1928 wurde der alte S-Bahnhof aufgegeben und zeitgleich der neue Bahnhof in Betrieb genommen. Zunächst erhielt der Halt nur einen Ausgang zur Waldschulallee um die Siedlung Eichkamp verkehrlich zu erschließen. Aus Kostengründen erfolgte eine Bahnsteigüberdachung nur auf Höhe der Treppenaufgänge, eine vollständige Überdachung sowie ein nordöstlicher Ausgang zum Messegelände waren allerdings schon vorgesehen.<ref name="sb" />

Im Jahr 1935 wurde zur besseren Anbindung des Messegeländes sowie der neu errichteten Deutschlandhalle der zweite Ausgang in Verlängerung der Fußgängerbrücke eröffnet. Der Entwurf von Fritz Hane und Hugo Röttcher orientierte sich an der bereits bestehenden Anlage,<ref name="Denkmalliste" /> verzichtete aber auf ein Empfangsgebäude. Der Zugangsbau wies lediglich eine schlichte Halle mit Fahrkartenschaltern und Passimetern auf.<ref name="SD 130-134" /> Am 15. Mai 1936 erfolgte die Umbenennung des Haltepunkts in Deutschlandhalle.<ref name="sb" />

Der S-Bahn-Verkehr kam kriegsbedingt im April 1945 zum Erliegen und wurde am 9. Juni 1945 wieder aufgenommen.<ref>Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2. Auflage. GVE, Berlin 2004, ISBN 3-89218-073-3, S. 250–252.</ref> Zum 1. Oktober 1946 erfolgte die Rückbenennung in Eichkamp.<ref name="sb" />

Datei:Messebahnhof-1.jpg
Wiedereröffnung des S-Bahnhofs Eichkamp unter Anwesenheit des damaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen, 1998

Nach dem Mauerbau und dem darauf folgenden S-Bahn-Boykott gingen die Fahrgastzahlen im gesamten West-Berliner S-Bahn-Netz drastisch zurück. Dieser Entwicklung folgte am 17. September 1980 ein Streik der West-Berliner Reichsbahner, infolge dessen die Reichsbahn den Verkehr auf den meisten Strecken einstellte, so auch auf der Spandauer Vorortbahn. Obwohl die Eingänge in Eichkamp nach dieser Entwicklung verschlossen wurden, war der Halt in der darauf folgenden Zeit dem Vandalismus ausgesetzt.

Am 9. Januar 1984 übernahmen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Betriebsrechte der West-Berliner S-Bahn. In den darauf folgenden Jahren wurde der südliche Abschnitt der Spandauer Vorortbahn zu Fahrschulzwecken genutzt.<ref name="sb" /><ref>Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2. Auflage. GVE, Berlin 2004, ISBN 3-89218-073-3, S. 252–256.</ref> Eine Wiederinbetriebnahme war darüber hinaus vorgesehen. Die Pläne konkretisierten sich mit der Wiedervereinigung beider Stadthälften 1989/1990. Im Folgejahr 1991 erfolgte als erste Maßnahme die Sanierung des Empfangsgebäudes.<ref>Kurzmeldungen. In: Berliner Verkehrsblätter. Heft 10, 1991.</ref> 1997 wurden die übrigen Anlagen des Haltepunktes saniert, dem am 16. Januar 1998 die Wiederinbetriebnahme des Streckenabschnittes von Westkreuz nach Pichelsberg folgte. Der Nordzugang wurde später abgetragen und an seiner Stelle eine Aufzuganlage für den barrierefreien Zugang errichtet. Im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung wurden ferner ein östlicher Zugang zur Eichkampstraße sowie ein westlicher Zugang zum Messegelände realisiert. Letzterer ist ausschließlich bei Veranstaltungen geöffnet und für den Besucherandrang entsprechend breit ausgeführt.<ref name="sb" />

Zur besseren Orientierung wurde die Station am 16. Juni 2002 in Messe Süd (Eichkamp) umbenannt.<ref name="sb" />

Seit September 2015 erfolgt die Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer mittels Führerraum-Monitor (ZAT-FM).<ref>Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. November 2015, S. 219.</ref>

Verkehr

Der S-Bahnhof wird seit Dezember 2017 von den Linien S3 und S9 der S-Bahn Berlin angefahren, wodurch direkte Verbindungen in Richtung Spandau, Erkner und Flughafen Berlin-Schönefeld bestehen. An der Eichkampstraße besteht eine Umsteigemöglichkeit zur Omnibuslinie 349 der Berliner Verkehrsbetriebe.

Linie Verlauf
Datei:Berlin S3.svg Spandau – Stresow – Pichelsberg – Olympiastadion – Heerstraße – Messe Süd – Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Ostkreuz – Rummelsburg – Betriebsbahnhof Rummelsburg – Karlshorst – Wuhlheide – Köpenick – Hirschgarten – Friedrichshagen – Rahnsdorf – Wilhelmshagen – Erkner
Datei:Berlin S9.svg Spandau – Stresow – Pichelsberg – Olympiastadion – Heerstraße – Messe Süd – Westkreuz – Charlottenburg – Savignyplatz – Zoologischer Garten – Tiergarten – Bellevue – Hauptbahnhof – Friedrichstraße – Hackescher Markt – Alexanderplatz – Jannowitzbrücke – Ostbahnhof – Warschauer Straße – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Johannisthal – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Schönefeld (bei Berlin) – Waßmannsdorf – Flughafen BER

Literatur

  • Wolfgang Kramer, Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins S-Bahnhöfe. Ein dreiviertel Jahrhundert. be.bra, Berlin 1998, ISBN 3-930863-25-1.
  • Bernhard Strowitzki: S-Bahn Berlin. Geschichte(n) für unterwegs. 2. Auflage. GVE, Berlin 2004, ISBN 3-89218-073-3.

Weblinks

Commons: Bahnhof Berlin Messe Süd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />