Badener Mühlbach
Vorlage:Österreichbezogen Vorlage:Infobox Fluss
Der Badener Mühlbach (auch nur Mühlbach<ref>Laut NÖGIS GewässerID 300211, abgerufen am 7. April 2016.</ref>) wird von der Schwechat im Helenental durch Baden (Holzrechenplatz – Wehr, westlich der Querung der I. Wiener Hochquellenwasserleitung) abgeleitet und dürfte ein zum Teil nachgegrabenes, zum Teil natürliches Gerinne sein.
Geschichte
Vorlage:Belege Im Mittelalter wurde der Mühlbach als Wassersperre zum Schutz für Städte und Burgen verwendet (den beiden Stadtteilen Badens Weikersdorf und Leesdorf, Tribuswinkel und Traiskirchen). Das Alter des Mühlbachs beträgt etwa 900 Jahre, er ist 13,2 km lang und mündet in Guntramsdorf, Am Tabor, in den Heidbach (auch Haidbach genannt). In Laxenburg verzweigt er sich in mehrere Arme und durchfließt den Westteil des Laxenburger Schlossparks. In der Nordostecke des Parks führt der Lobenbach alle Parkabflüsse zur Schwechat in Achau.
Der Mühlbach betrieb einst 33 Mühlen. Die Mühlen benötigten für den Betrieb eine gleichmäßige Wassermenge und eine Möglichkeit zur Regulierung. Ein Fluss wie die Schwechat mit regelmäßigem Hochwasser war dafür nicht geeignet; auch wären Mühlengebäude an der Schwechat gefährdet gewesen. Daher war der Mühlbach für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region von großer Bedeutung, was in vielen Dokumenten und Geschichten überliefert ist. Die Instandhaltung des Mühlbaches, die Erhaltung und Ufergestaltung scheint in vielen Urkunden und so manchen Streitsachen auf.
Der Badener Mühlbach wird von der „Wassergenossenschaft an der oberen Schwechat und dem Badener Mühlbach“ betreut. Heute werden der Doblhoffteich, die (ehemalige) Semperit, die Eisengießerei Möllersdorf (nunmehr: EGM-Industrieguss GmbH) sowie die Assmannmühle in Guntramsdorf vom Mühlbach mit Wasser versorgt.
1890 wurde gegenüber dem Eingang des Trabrennplatzes<ref>Vorlage:ANNO</ref>, im Bereich der heutigen Mühlgasse 102 sowie Josef-Kollmann-Straße 60, die von der Wasserkraft des Mühlbachs getriebene Schelmühle abgerissen.<ref name="BS&G_p13">Böheimer: Straßen & Gassen, S. 13.</ref> Auf diesem Areal wurde 1923, drei Jahre vor der Eröffnung des Thermalstrandbades Baden, ein vom Mühlbach gespeistes Familienbad mit Café und Restaurationsbetrieb privat errichtet<ref>Vorlage:ANNO</ref>. Das Freiluftbad Badener Gänsehäufl, 1924 eröffnet, 1926 von der Stadt Baden ersteigert und in Folge übernommen<ref group="Anm.">(…) damit (…) die Stadt in den Besitz eines gesunden und billigen Bades komme, da es vielen nicht möglich sein wird, das Strandbad zu benützen. (…) – Siehe: Vorlage:ANNO</ref>, blieb viele Jahre erhalten<ref>Kornelius Fleischmann: Baden 1918–1948. 30 Jahre im Spiegel der Badener Zeitung. Grasl, Baden 1979, ISBN 3-85098-119-3, S. 31.</ref><ref group="Anm.">1992 wurde mit Beschluss des Badener Gemeinderats eine im Nahbereich des ehemaligen Bades gelegene Verkehrsfläche „Am Gänsehäufl“ benannt. – In: Böheimer: Straßen & Gassen, S. 13.</ref>.
Zumindest seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde im Stadtgebiet Baden die insbesondere von den Mühlenbetreibern, aber auch von der Bevölkerung geforderte Pflege des Gerinnes als „Mühlbachabkehr“ vorgenommen.<ref group="Anm.">Unter anderem stellte der Badener Gemeindeausschuss am 11. Juli 1812 fest, dass der Bach gereinigt und gerichtet werden müsse. – Aus: Drescher: Die ehemaligen Badener Mühlen, S. 61.</ref> Damit verbunden war das mit dem durch eine Wehranlage gesteuerte Ablassen des Wassers.<ref>Vorlage:ANNO</ref> Genaue Termine für die Räumung der verschiedenen Bachabschnitte wurden dafür festgelegt. Da der Bach oft auch als Müllentsorgung verwendet wird, sammelt sich viel Schlamm und Unrat an, den vier Arbeiter innerhalb von zwei Wochen beseitigten.
2003 wurde die Mühlbachabkehr für eingestellt erklärt. – Seit spätestens 2009 finden jedoch wieder Mühlbachabkehren statt<ref>Mühlbachabkehr 2009. In: Baden.at. Ausgabe 6/2009, S. 13.
Mühlbachabkehr. In: Baden.at. Ausgabe 4/2010, S. 20.</ref>. Im Zuge der Fertigstellung des auf dem Badener Josefsplatz seit Juni 2013 auf ca. 30 m wieder geöffneten Bachbetts wurde die Abkehr der zweiten Julihälfte 2013 wegen des damit verbundenen niedrigen Wasserstands für Maurer- und Pflastererarbeiten genutzt.<ref>Neugestaltung Josefsplatz. Zeitplan für die Fertigstellung. In: Baden.at. Ausgabe 4/2013, S. 19.</ref>
Siehe auch
Literatur
- Kurt Drescher: Die ehemaligen Badener Mühlen. Eine Zusammenfassung der bekannten Fakten über den Badener Mühlbach, die Badener Müllerzunft, deren vorhandenen (sic!) Urkunden und der Mühlen am Mühlbach und am Wr. Neustädter Kanal. Drescher, Baden 1990.
- Julius Böheimer: Straßen & Gassen in Baden bei Wien. Lexikon der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Stege, Brücken. Grasl, Baden 1997, ISBN 3-85098-236-X.
- Baden.at. Informationen der Stadtgemeinde Baden. Stadtgemeinde, Baden 2007,1–, Vorlage:ZDB, OBV. — Online.
Bilder
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Von der Fußgängerbrücke nördlich der Rollettgasse, im Nahbereich der ehemaligen (abgebrochenen) Gutenbrunner bzw. Post- bzw. Schlossmühle.<ref>Drescher: Die ehemaligen Badener Mühlen, S. 53–64.</ref> (Blick in Fließrichtung).
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Im Bereich des ehemaligen Badener Bürgerspitals (Zugang Pergerstraße 14), im Zulauf zur Anna-Mühle<ref>Drescher: Die ehemaligen Badener Mühlen, S. 65–92.</ref> (Blick gegen Fließrichtung).
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Baden, Josefsplatz: Westportal des 2013 wieder geöffneten Bachbetts
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Baden, Josefsplatz, Fertigstellung der nördlichen Ufermauer; Hintergrund: Josefsbad
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Baden, Josefsplatz: Ostportal des 2013 wieder geöffneten Bachbetts; Anschnitt links: Arnulf-Rainer-Museum<ref group="Anm.">Angesichts seiner Statik wurde der bildbeherrschende Maulbeerbaum im September 2013 von der Stadtgartendirektion als Sicherheitsrisiko eingestuft und ein Tausch gegen einen anderen Großstrauch oder ein Gehölz angekündigt. – Siehe: Stefan Jedlicka, Sonja Pohl: Maulbeerbaum wird entfernt. (…) Zentraler Baum neben Mühlbach Sicherheitsrisiko und verfärbt Natursteine. In: noen.at, 23. September 2013, abgerufen am 8. Oktober 2022.</ref>
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Freigelegtes Gerinne vor Wassergasse 14
Einzelnachweise
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Anmerkungen
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